Tessa Gray – »If no one in the entire world cared about you, did you really exist at all?«

Tessa Gray ist ein Mysterium für mich.
Als Heldin der Clockwork-Reihe war sie mir immer eine interessante Persönlichkeit.

09 Header Gedanken über Persönlichkeiten mit Wasserzeichen

Es gibt eine Menge starker Frauen in Büchern und auch Tessa ist eine davon, aber sie ist gleichzeitig auch nicht die einzig ware.

»Men may be stronger, but it is women who endure.«

Tessa Gray, heißt eigentlich Theresa ist in New York geboren und aufgewachsen und hat da zusammen mit ihrem Bruder Nathaniel bei ihrer Tante Harriet das Leben eines Menschen gelebt, ohne von der Existenz der Schattenjäger und Schattenweltler zu wissen. Erst als sie mit 17 Jahren zu ihrem Bruder nach London zieht, weil ihre Tante gestorben ist, wird sie hineingezogen in die dunkle und düstere Welt der Schattenjäger.

Kommen wir zu einem unglaublichen Charakterstilmittel, das man in der Literatur oft findet und hier auch genutzt wurde – ironisch, wie ich finde.

Theresa Gray (also Grau) ist ein Mädchen mit regenGRAUEN Augen und mausbraunen Haaren. Sie bezeichnet sich selbst als Durchschnitt und hat einen ernsten Gesichtsausdruck. Sie ist nicht so auffällig, weder durch Aussehen, noch durch ihr besonders extravagantes Auftreten. Sie ist eine junge Frau, die eher zurückhaltend ist, aber auch ihre eigene Meinung kundtun kann. Man könnte meinen, sie wäre eine graue Maus und genau das soll ihr Name auch implizieren. Clever Frau Clare, wirklich clever.

49-tessa-grayTessa ist also die »durchschnittliche« Hauptfigur aus einem Jugendbuch, mit der sich jeder identifizieren kann, die in ihren eigenen Augen natürlich eher weniger beeindruckend ist, aber von vielen anderen als besonders und unglaublich schön wahrgenommen wird – das ist dann wieder einmal ein Klischee!

Tessa für sich, wenn man sie auf den ersten Blick sieht, scheint also nicht wirklich aufzufallen, außer durch ihre Größe (sie ist ziemlich groß…). DOCH!

Irgendetwas muss sie haben, dass sie zu einer so beeindruckenden jungen Frau macht, dass sie nicht nur einige Bösewichte Londons für sich haben möchten, sondern sich auch zwei der besten Freunde auf dieser Welt wegen ihre voneinander »distanzieren«.

Denn Tessa hat nicht nur alle anderen Schattenjäger des Londoner Instituts verzaubert, sondern auch Will Herondale und Jem Carstairs, die besten Freunde und Parabatei, die die Welt je gesehen und gerochen hat vollkommen für sich gefangen.

Will, der sich geschworen hat, dass er niemanden mehr an sich heranlässt und der schon für Jem eine Außnahme gemacht hat, öffnet sein Herz und bringt es nicht über dieses so gemein und fies zu Tessa zu sein, wie er eigentlich möchte.

Auch Jem, der nie jemanden die Bürde seiner Krankheit mitauflegen wollte, war Tessa so weit verfallen, von Kopf bis Fuß, dass er gar nicht mehr in der Lage war, selbstaufopfernd zu sein.

Theresa Gray – ein magisches Mädchen mit ganz wundersamen Fähigkeiten. Die einzige ihrer Art und einfach amazing. Sie verzaubert Menschen, nicht nur durch ihr Aussehen, sondern viel mehr durch ihre Schlagfertigkeit und ihrer starken Liebe und Zuneigung.

Außerdem ist sie auch noch ein ungemein großer Bücherwurm, die sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Leben wie in einem ihrer Lieblingsromane zu leben.
Lucie, ihre Tochter wurde nach einer der Figuren aus Charles Dickens Roman »Eine Geschichte von zwei Städten« benannt, das nenn ich mal librophil!

Tessa Gray soll uns den Eindruck vermitteln, sie wäre eine graue Maus und nichts besonderes, aber jeder der ihr gegenübersteht und mehr als nur fünf Minuten mit ihr verbringt, der erkennt, dass das nicht stimmt: das sie eine fantastische, intelligente, warmherzige, selbstbewusste und starke junge Frau ist, die in einer männerdominierenden Gesellschaft trotz widriger Umstände ihren Willen durchsetzt und Berge versetzt!

Kennt ihr Tessa? Habt ihr die Clockworkreihe gelesen? Was haltet ihr denn davon? Was denkt ihr über das Setting? Wie empfindet ihr Tessas Darstellung im Buch? – Lasst es mich wissen!

Lasst das Licht an, Itchy

Cassandra Clare – Clockwork Princess: eine Rezension (Achtung! – SPOILER)

Autorin Cassandra Clare
Übersetzer Franca Fritz/ Heinrich Koop
Titel Clockwork Princess
Reihe Trilogie (3/3)
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 616 Seiten
Verlag Arena
ISBN 3401064762
Preis 19,99€ bei amazon
Genre Fantasy, Young-Adult, Liebe, Freundschaft
Erschienen am 1. September 2013

ACHTUNG SPOILER!

Inhalt

Tessa Gray sollte glücklich sein – sind das nicht alle Bräute? Doch während sie noch mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt, zieht sich die Schlinge um die Schattenjäger des Londoner Instituts immer weiter zu. Denn Mortmain hat eine riesige Armee zusammengestellt, um die Schattenjäger endgültig zu vernichten. Nur ein letztes Detail fehlt Mortmain zur Ausführung seines Plans: Er braucht Tessa. Jem und Will, die beide Anspruch auf Tessas Herz erheben, würden alles für sie geben. Die Zeit tickt, sie alle müssen eine Wahl treffen.

Meine Meinung

Das Cover ist auch diesmal nicht so Hundertprozent mein Geschmack. Vor allem die Frau auf dem Cover könnte bestimmt Tessa darstellen, aber die Frisur ist eben so überhaupt nicht ihrer Zeit angepasst und deswegen nicht schön.

»Ich habe gerade darüber nachgedacht, mir Cecily zu schnappen und sie in den Hyde Park zu schleppen und an die dortigen Enten zu verfüttern«, erwiderte Will, schob sich die dunklen Haare aus der Stirn und schenkte Jem eines seiner seltenen Lächeln. »Ich könnte etwas Hilfe dabei gebrauchen.«
»Bedauerlicherweise wirst du deine Pläne für einen Schwestermord wohl noch ein bisschen aufschieben müssen. Gabriel Lightwood ist unten in der Eingangshalle und ich sage nur zwei Worte … zwei deiner Lieblingsworte, zumindest wenn man sie kombiniert.«
» >Extremer Einfaltspinsel< ?«, fragte Will. » >Nichtswürdiger Emporkömmling< ?«
Jem grinste. » >Dämonenpocken< .«

Der Schutzumschlag ist aber wunderbar, weil auf der Innenseite die Stammbäume von den Carstairs, den Herondales und den Lightwoods abgebildet sind. Von Tessa, Jem, Will, Gabriel, Cecily, Sophie und Gideon bis Jace, Alec, Isabelle und Emma.

»Du glaubst, dass ich nicht kämpfen kann … «, entgegnete Tessa und erwiderte seinen Blick mit erhobenen Kopf, »… weil ich ein Mädchen bin.«
»Ich glaube, dass du nicht kämpfen kannst, weil du ein Brautkleid trägst«, erklärte Jem. »Und wenn du mich fragst, wäre selbst Will nicht in der Lage, in diesem Kleid vernünftig zu kämpfen.«
»Möglicherweise nicht kämpfen«, kommentierte Will, der Ohren hatte, wie eine Fledermaus, »aber ich würde eine strahlende Braut abgeben.«

Und jetzt kann ich es ja endlich loswerden (zum dritten mal auf dieser Website): Nach dem Beenden dieses letzten Teils der dreiteiligen Reihe war ich so aufgelöst, sogar mehr, als nach City of Heavenly Fire und da war ich schon in sämtliche Einzelteile zerlegt und nicht wieder zusammenbaubar, grundlegend und für immer berührt und sicher auch nicht mehr zu reparieren: Einen Schaden fürs Leben, könnte man meinen, denn diese Reihe ist nicht eines dieser gewöhnlichen Liebesdreiecke, das ist Herongraystairs!!

DIE HÖLLENGERÄTE KENNEN KEINE GNADE
DIE HÖLLENGERÄTE KENNEN KEINE REUE
DIE HÖLLENGERÄTE KENNEN KEINE GRENZEN
DIE HÖLLENGERÄTE WERDEN NIEMALS AUFGEBEN
(MÖGE GOTT ERBARMEN MIT UNSEREN SEELEN HABEN)

Und obwohl ich es offen zuegeben muss, dass Will einfach für mich ein unglaublicherer Charakter ist, liebe ich Jem nicht weniger und wenn Tessa beide Jungs haben möchte, dann bekommt sie auch beide Jungs!

Großes Lob an Cassie, das sie sich nicht der üblichen Jugendbuchproblematik angeschlossen hat und ein Buch so voller Liebe geschrieben hat, das trotzdem nicht so unbedingt kitschig und romantisch-schnulzig wird.

»Wer bin ich?«, flüsterte Will. »Jahrelang habe ich so getan, als ob ich jemand anders wäre. Und dann habe ich mich schon bei dem Gedanken gefreut, dass ich zu meinem wahren ich zurückkehren könnte – nur um dann festzustellen, dass es kein wahres Ich gibt, zu dem ich zurückkehren kann. Ich war ein ganz gewöhnliches Kind und danach kein besonders guter Mann und jetzt weiß ich nicht mehr, wie ich das eine oder das andere sein soll. Ich weiß nicht, was ich bin und wenn Jem nicht mehr ist, gibt es niemanden, der es mir zeigen könnte.«
Tessa antwortete nur: »Ich weiß genau, wer du bist. Du bist Will Herondale.«

49-tessa-grayTessa Gray ist eine wunderbare junge Frau, die womöglich eine meiner absoluten Lieblingsheldinnen ist, einfach weil sie so grundlegend gut ist, obwohl ihr das Leben nicht immer nur Gutes geschenkt hat. Und zusammen mit ihren Jungs sind sie nicht nur ein klasse Team sondern auch einfach die purste Darstellung der Liebe, die mir in Büchern je begegnet ist.

»Ich kann dich nicht hier zurücklassen, damit du dem Tod allein gegenübertrittst«, wisperte Will, doch er wusste, dass er geschlagen war – die Sanduhr seiner Willenskraft war abgelaufen. Jem berührte die Parabatairune auf seiner Schulter durch den dünnen Stoff seines Nachtgewands. »Ich bin nicht allein«, sagte er. »Wo auch immer wir sind, wir sind eins.« […]
»Wenn es ein Leben nach diesem hier geben sollte«, sagte er, »dann lass mich dich dort wiedertreffen, James Carstairs.«
»Es wird ein anderes Leben geben.« Jem steckte seine Hand aus und einen Moment hielten sich die beiden jungen Männer fest an den Händen – wie damals während ihres Parabatai-Rituals, als sie über zwei Feuerkreise hinweg die Finger miteinander verschränkt hatten. »Die Welt ist ein Rad«, fuhr Jem fort. »Ob wir steigen oder fallen, wir tun es gemeinsam.«

Aber nicht nur diese drei sind an den Büchern das Wunderbare, wenngleich sie natürlich den größten Pluspunkt ausmachen. Aber es gibt auch noch die Menschen, die um sie herum lieben und leben und helfen und da sein müssen. Angefangen mit Charlotte und Henry, die zusammen das Institut leiten, wobei natürlich eher sie sich um alles kümmert und er, das verplante Genie weiter an seinen Maschinen tüftelt.

»Es gibt wesentlich Schlimmeres als den Tod«, erwiderte Will. »Nicht geliebt zu werden. Oder nicht lieben zu können … das ist viel schlimmer.«

Aber nicht nur diese beiden, wachsen dem Leser nach und nach ans Herz, nein auch die beiden Lightwood-Brüder Gabriel und Gideon sind ganz »liebliche« Charaktere. Während Gideon der ruhige und auch erfahrenere Bruder ist, hat Gabriel das Temperament und die Leidenschaft dreifach abbekommen und die Sticheleien zwischen ihm und Will sind einfach atemberaubend amüsant.

»Erstens hab ich nicht gewusst, dass er sich in einen gewaltigen Wurm verwandeln würde«, konterte Will. »Das Endstadium von Dämonenpocken äußert sich in der Verwandlung zu einem Dämon. Aber es hätte auch jede andere Art von Dämon sein können. Und zweitens dauert es Wochen, bis der Umwandlungsprozess abgeschlossen ist. Ich hätte gedacht, dass selbst ein behördlich anerkannter Idiot wie Gabriel davon Notiz genommen und jemanden benachrichtigt hätte.«
[…]
»Ich bin kein behördlich anerkannter Idiot …«
»Der Mangel einer offiziellen Bescheinigung ist noch lange kein Zeichen von Intelligenz«, murmelte Will.

Und genauso erwähnenswert sind die beiden Frauen, die die Brüder um ihr Herz bringen. Sophie Collins war, bevor77-cecily-und-gabriel sie bei den Branwells im Institut als Hausmädchen angestellt wurde, ein Mädchen mit dem zweiten Gesicht und ohne Hoffnung. Aber sie ist so eine starke und talentierte junge Frau, die so manchen Menschen und eben Gideon Lightwood besonders den Atmen nimmt.

Sophie beobachte jeden seiner Schritte, als der den Raum durchquerte und zu ihren Füßen niederkniete. Das Leben war eine Abfolge von Ungewissheiten und es gab bestimmte Momente, die man sich unbedingt ins Gedächtnis einprägen musste, damit man die Erinnerung daran später wieder hervorholen konnte – wie eine getrocknete Blume zwischen den Seiten eines dicken Wälzers, die man bewundernd betrachtet und dann vorsichtig zurücklegt. Und Sophie wusste, dass sie niemals vergessen wollte, wie Gideon mit zitternden Fingern ihre Hand nahm und er sich auf die Lippe biss, ehe er sprach.

Und Gabriel hätte sich bestimmt auch nie träumen lassen, dass es doch tatsächlich William Herondals Schwester Cecily sein wird, die ihm den Kopf verdreht.

Tessa schenkte ihm ein zittriges Lächeln. »Aber ich bin froh, dass ich zur Hälfte Nephilim bin«, sagte sie, »denn das bedeutet, dass ich bei euch bleiben darf, hier im Institut. Und dass die Familie, die ich hier gefunden habe, auch weiterhin meine Familie bleiben kann. Charlotte sagt, wenn ich will, könnte ich den Namen Gray aufgeben und den Geburtsnamen meiner Mutter annehmen. Ich könnte eine Starkweather sein. Ich könnte einen richtigen Schattenjägernamen tragen.«
Geräuschvoll ließ Will Luft aus seiner Lunge weichen, die sich als weiße Wolke in der Kälte abzeichnete. Seine Augen waren blau und groß und klar und schauten Tessa unverwandt an. Seine Miene erinnerte sie an einen Mann, der sich für eine Furcht einflößende Aufgabe wappnete und diese nun angeht. »Selbstverständlich kannst du einen richtigen Schattenjägernamen tragen«, sagte er. »Du kannst meinen Namen tragen.«
Tessa starrte Will an, der sich schwarz und weiß vor dem Hintergrund aus weißem Schnee und schwarzem Mauerstein abhob.
»Deinen Namen?«
[…]
»Heirate mich«, sagte er. »Heirate mich, Tess. Heirate mich und werde Tessa Herondale. Oder Tessa Gray oder wie auch immer du dich nennen willst. Aber heirate mich und bleibe bei mir und geh niemals fort, denn ich könnte keinen weiteren Tag in meinem Leben ertragen, in dem du nicht bei mir bist.«

Wie ihr seht eine ungemein große Liebesgeschichte, die vielleicht für meinen Geschmack schon wieder zu viel von dieser romantischen Liebe hat. Aber gleichzeitig sind alle Liebesgeschichten untereinander so verschieden wie auch die Charaktere und das macht es noch schöner.

»Komm mit mir«, sagte Tessa. »Bleib bei mir. Sei einfach bei mir. Schau dir alles mit mir zusammen an. Ich habe die ganze Welt bereist und vieles gesehen, aber es gibt noch so viele Dinge, die ich gerne tun möchte – und mit niemanden lieber als mit dir. Zusammen mit dir, James Carstairs, würde ich übrallhin gehen.«

Die Autorin

Schon als Kind hat Cassandra Clare viel gelesen. Bücher waren ihre treuesten Begleiter in einer Zeit, in der ihre Eltern mit ihr durch die Welt zogen. Cassandra Clare lebte, noch bevor sie zehn Jahre alt war, in vielen Ländern, darunter die Schweiz, England und Frankreich. Nach dem College ging sie nach Los Angeles und New York, um für diverse Unterhaltungsmagazine zu schreiben. Die Welt von Britney Spears und Paris Hilton war jedoch nicht wirklich die ihre. 2004 begann Cassandra Clare ihren ersten Roman zu schreiben, inspiriert vom Bezirk Manhattan in ihrer Lieblingsstadt New York. Mit ihren „Chroniken der Unterwelt“ war sie schnell so erfolgreich, dass sie 2006 den Job als Societyreporterin an den Nagel hängen konnte. Heute lebt sie mit ihrem Freund und zwei Katzen in Brooklyn, New York.

Fazit: Ein ABSOLUTES Muss für alle Fans der Schattenjäger und auch für jeden anderen, der gerne besondere Geschichten liest und der etwas Spannung und Kitsch auch aushält. Wirklich berauschend schön, sodass man es fast nicht in Worte fassen kann.

Plot :             ✪✪✪✪✪/5✪
Cover :            ✪✪✪✪/5✪
Charaktere : ✪✪✪✪✪/5✪

»Das Leben ist ein Buch und es enthält Tausende Seiten, die ich noch nicht gelesen habe.«

 

Cassandra Clare – Clockwork Prince: eine Rezension

Autorin Cassandra Clare
Übersetzer Franca Fritz/Heinrich Koop
Titel Clockowork Prince
Reihe Trilogie (2/3)
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 688Seiten
Verlag Arena
ISBN 3401064754
Preis 19,99€ bei amazon
Genre Fantasy, Young-Adult, Liebe, Freunschaft
Erschienen am 1. Juli 2012

Inhalt

Tessa hat im viktorianischen London bei den Schattenjägern ein neues und sicheres Zuhause gefunden. Doch da wird die Leiterin des Instituts entlassen – ohne ihren Schutz ist Tessa Freiwild für den grausamen Magister. Zusammen mit den beiden jungen Schattenjägern Will und Jem versucht sie, das Rätsel um den Magister zu lösen und findet heraus, dass er einen sie ganz persönlich betreffenden Rachefeldzug führt. Als dann aber auch noch ein Dämon eine Warnung an Will überbringt, wissen sie, dass sie einen Verräter unter sich haben.

Meine Meinung

Auch diesmal entspricht das Cover nicht so wirklich meinem Geschmack. Das Gesicht darauf soll wohl Jem darstellen, aber es bleibt trotzdem die Frage, ob die Designer das Buch auch nur einmal näher betrachtet haben, als nur den Klapptext.

»Wiedergutmachung«, stieß Jem plötzlich hervor und legte den Federhalter beiseite, den er in der Hand hielt.
Verwirrt musterte Will seinen Freund. »Ist das jetzt eine Art Spiel? Wir platzen einfach ungeniert mit jedem Wort heraus, das uns gerade in den Sinn kommt? In diesem Falle hätte ich >Gunphobie< anzubieten. Es bezeichnet die unangemessene Angst vor Knien.«
»Und wie heißt nochmal das Wort für die vollkommen angemessene Angst vor nervigen Blödmännern?«, erkundigte Jessamine sich.

Aber Anstoß nehme ich auch nur am Gesicht, die Schrift und der Rest der Gestaltung spricht mich schon mehr an.
Die weitere Geschichte im zweiten Teil nimmt weniger rasant an Liebesdramatik zu, aber das kann man sicher auch symbolisch deuten, schließlich geht im ersten Teil fast jede Aktion dieser Art von Will aus, dem Stürmischsten der drei. Im zweiten Teil ist Jem am Zug und er ist und bleibt nun mal ein ruhiger junger Mann.

»Eisenbahnen sind große, schmutzige, qualmende Kolosse«, erklärte Will. »Sie werden dir nicht gefallen.«
Doch Tessa ließ sich nicht davon beirren. »Ob mir eine Zugfahrt gefällt oder nicht, weiß ich erst, wenn ich es ausprobiert habe, richtig?«
»Und ich bin noch nie nackt in der Themse geschwommen, aber ich weiß genau, dass mir das nicht gefallen würde.«
»Aber bedenk doch einmal, wie amüsant das für auswärtige Sommergäste wäre!«, erwiderte Tessa und sah, wie Jem rasch den Kopf senkte, um sein Lachen zu verbergen.

74-sophie-und-gideonAber Abenteuer und Spannung hinsichtlich der Bekämpfung des Bösen bleiben konstant und lassen auch weiterhin noch diverse Fragen offen, die am Ende des Buches zu so einem gemeinen und bösen Cliffhanger führen.
Die Charaktere sind mittlerweile schon deutlich mehr, die sich als Hauptfiguren mausern. Angefangen mit unseren eigentlichen dreien: Tessa, Will und Jem.

Grinsend ließ Will sich auf den Boden sinken, lehne sich mit dem Rücken gegen den Sessel und riss die Arme in die Höhe. »Die Dämonenpocken auf eure Häuser!«, verkündete er und gähnte zufrieden.
»Oh Gott, jetzt bekommen wir wochenlang Shakespear-Wortspiele zu hören – alles, was sich irgendwie auf Dämonenpocken ummünzen lässt.«, stöhnte Jem.

Theresa Gray aus New York, ihres Zeichens Gestaltenwandlerin, aber eigentlich weiß sie gar nicht, wer sie ist und das ist ein weiteres Mysterium, das niemand lieber lüften würden als Tessa ist wohl klar. Und dass es ihr, nach dem Verrat ihres Bruders und der nach wie vor drohenden Gefahr des Magisters nicht sonderlich gut geht, wird wohl jeder sehen und auch vermuten.

»Dämonenpocken, Dämonenpocken,
Wo steckt man sich damit an?
Im schlimmsten Teil der großen Stadt
Lock Laster für jedermann.
Dämonenpocken, Dämonenpocken,
Ich hab es schon immer gesagt,
Und ihr lagt daneben und habt mich gescholten,
doch ich hab mich niemals beklagt.«

Und Will quält sich nach wie vor durch seine Probleme, die wie wir jetzt erklärt bekommen mit einem Fluch 47-jem-carstairszusammen hängen. Der arme kleine Jungen. Und dass er trotzdem und nach wie vor ein Goldjunge ist, kann er gar nicht erkennen, aber das tun wir für ihn. Und manchmal bemerkt er, dass er zu viel fühlt und taucht deswegen ab und ist ganz garstig, selbst zu Jem. Aber trotzdem rennt er auch die ganze Nacht durch die Stadt, nur um seinen Freund das zu bringen, was er braucht. Die Liebe ist wohl unendlich.

»Bitte sag etwas, Tessa.« Jems Stimme zitterte. »Ich fürchte, du denkst, ich würde vorgestern Nacht bedauern. Aber das tue ich nicht.« Seine Daumen strichen über ihr Handgelenk, über die nackte Haut zwischen Ärmel und Handschuh. »Ich bedaure lediglich, dass alles so schnell gegangen ist. Ich … ich hätte dir gerne den Hof gemacht. Dich vielleicht zu einem Ausflug mitgenommen, natürlich in Begleitung einer Anstandsdame.«
»Anstandsdame?« Tessa musste unwillkürlich lachen.
Doch Jem fuhr unbeirrt fort: »Ich hätte dir gerne zuerst von meinen Gefühlen erzählt, ehe ich sie dir gezeigt hätte. Hätte Gedichte für dich verfasst…«
»Aber du magst Gedichte doch gar nicht«, warf Tessa ein, mit einer Mischung aus Erleichterung und Lachen in der Stimme.
»Nein, Aber du weckst in mir den Wunsch, welche zu schreiben. Zählt das denn gar nicht?«

Aber Jem, der gute und liebe Jem, der verbringt viel Zeit mit Tessa, zeigt ihr ganz London und noch viel mehr. Er ist der Ruhepol und gleichzeitig auch stürmisch und nervös und eben ein richtiger Teenager. Und er macht Tessa einen Heiratsantrag und komponiert ihr ein Lied und das ist eben einfach alles so dämlich und wunderschön romantisch.
Charlotte und Henry sind nicht weniger süß. Charlotte ist die kleine und so starke Leiterin der ganzen Gruppe und des Instituts und deswegen so cool. Genauso, wie ihr lieber Mann Henry, der verrückte und sogleich geniale Erfinder. Magnus Bane, der Magnus Bane nennt ihn schließlich nicht einfach so ein Genie!
Und Cassandra Clares Schreibstil ist natürlich, wie schon so oft und auch immer wieder gerne erwähnt, einfach super!

»Es ist ja nicht so, als würde Mortmain auf offiziellem Weg eine Beschwerde gegen die Nephilim einreichen. >Bin sehr verstimmt über die Weigerung aller Schattenjäger zu sterben, wo dies doch mein inniglichster Wunsch war. Verlange Entschädigung. Barscheck bitte an folgende Adresse: A. Mortmain, 18 Kensington Road…<«

Die Autorin

Schon als Kind hat Cassandra Clare viel gelesen. Bücher waren ihre treuesten Begleiter in einer Zeit, in der ihre Eltern mit ihr durch die Welt zogen. Cassandra Clare lebte, noch bevor sie zehn Jahre alt war, in vielen Ländern, darunter die Schweiz, England und Frankreich. Nach dem College ging sie nach Los Angeles und New York, um für diverse Unterhaltungsmagazine zu schreiben. Die Welt von Britney Spears und Paris Hilton war jedoch nicht wirklich die ihre. 2004 begann Cassandra Clare ihren ersten Roman zu schreiben, inspiriert vom Bezirk Manhattan in ihrer Lieblingsstadt New York. Mit ihren „Chroniken der Unterwelt“ war sie schnell so erfolgreich, dass sie 2006 den Job als Societyreporterin an den Nagel hängen konnte. Heute lebt sie mit ihrem Freund und zwei Katzen in Brooklyn, New York.

Fazit: Ein Muss für jeden Schattenjägerfan und auch für jeden, der gerne Liebesgeschichten einer anderer Dimension liest, denn wer braucht schon ein Liebesdreieck, wenn es einfach noch besser geht? Und dann ist auch noch Aktion und Witz dabei, was will man mehr!!

Plot : ✪✪✪✪✪/5✪
Cover : ✪✪✪✪/5✪
Charaktere : ✪✪✪✪✪/5✪

»Ich habe die Briefe selbst aus dem Feuer gefischt. Und jeden einzelnen gelesen. Jedes deiner Worte. Du und ich, Tess, wie sind einander sehr ähnlich. Wir leben nur für das geschriebene Wort. Denn es waren Bücher, die mich davon abgehalten haben, mir das Leben zu nehmen, als ich dachte, ich würde niemals jemanden lieben können, niemals geliebt werden. Es waren Bücher, die mir das Gefühl schenkten, dass ich vielleicht doch nicht ganz allein auf der Welt bin. Bücher konnten mir die Wahrheit sagen und ich ihnen. Als ich deine Worte las – das was du geschrieben hast … dass du manchmal einsam warst und Angst hattest, dabei aber immer tapfer und mutig geblieben bist … die Art und Weise, wie du die Welt gesehen hast , ihre Farben und Strukturen und Geräusche … da hatte ich das Gefühl … das Gefühl, genauso zu empfinden wie du. Ich dachte, hoffte, fühlte, träumte wie du. Ich spürte, dass ich zusammen mit dir träumte, dachte und fühlte. Ich träumte von den Dingen, von denen du träumtest, wollte alles, was du wolltest – und dann ist mir bewusst geworden, dass ich im Grunde dich wollte, nur dich. Das Mädchen, das sich hinter diesen Briefen verbarg. Ich habe dich vom ersten Moment an geliebt, von dem Moment, in dem ich deine Briefe las. Und ich liebe dich noch immer.«

Clockwork Angel – Cassandra Clare: eine Rezension

Autorin Cassandra Clare
Übersetzer Franca Fritz/ Heinrich Koop
Titel Clockwork Angel
Reihe Trilogie (1/3)
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 569 Seiten
Verlag Arena
ISBN 3401064746
Preis 18,99€ bei amazon
Genre Fantasy, Liebe, Abenteuer
Erschienen 01.Februar 2011

Inhalt

 London, 1878. Ein mysteriöser Mörder treibt in den dunklen Straßen der Stadt sein Unwesen. Ungewollt gerät Tessa in den Kampf zwischen Vampiren, Hexenmeistern und anderen übernatürlichen Wesen. Als sie erfährt, dass auch sie eine Schattenweltlerin ist und zudem eine seltene Gabe besitzt, wird sie selbst zur Gejagten. Doch dann findet sie Verbündete, und zwar ausgerechnet im Institut der Schattenjäger. Dort trifft sie nicht nur auf James, hinter dessen zerbrechlicher Schönheit sich ein tödliches Geheimnis verbirgt, sondern auch auf Will, der mit seinen Launen jeden auf Abstand hält – jeden, außer Tessa. Tessa ist völlig hin- und hergerissen, und weiß nicht, wem sie trauen soll. Schließlich sind die Schattenjäger ihre natürlichen Feinde.

Meine Meinung:

 Da die Chroniken der Schattenjäger eine Trilogie ist und bis jetzt erst den ersten Band gelesen habe, ist eine Meinung unvollständig. Doch trotz allem möchte ich hier das kundtun, was mir dieses Buch gebracht hat.

Das Cover dieser Ausgabe erscheint mir im Vergleich zu seinem in der Gegenwart spielenden Pendont nur halb so schön. Das Cover, das die Bücher vorher hatten, spiegelte viel klarer die Steampunk-Stimmung aus den Büchern und wenn wir mal ehrlich sind, niemand stellt sich Will oder Jem so vor, wie sie auf den Covern aussehen. Die Schift allerdings ist zauberhaft.

Das Buch allerdings im Gesamten hat eine tolle Aufmachung. Unter dem Schutzumschlag verbirgt sich ein Buch, mit einem roten Einband, der ein schönes Relief aufzeigt. Fast so, als wäre es Stoff oder Leder. Dazu gibt es ein Lesebändchen und das verspricht ja bekanntlich besonders großen Lesespaß. (Verzeiht mir, das ist meine erste Rezension)

Die Charaktere im Buch, vor allem die drei Hauptfiguren sind genau das, was ein jeder Leser sich wünscht: Ein Lovetriangle! Gut, da hat sich die Autorin natürlich nicht so wirklich Sympathiepunkte gesammelt, aber wir werden ja sehen. Es soll ja noch etwas besser werden.

„Bei Büchern empfiehlt es sich immer, vorsichtig zu sein,denn Worte haben die Macht, uns zu verändern.“

Aber ansonsten ist Tessa, die weibliche Protoganistin doch durchaus beeindruckend. Und das nicht nur wegen ihrer Gabe, nein, sie ist auch noch für ihre Zeit und die Umstände ungemein emanzipiert. Und dann ist sie nicht dieses kleine, zarte Ding, sondern eine wirklich große Frau. Mal was anderes. Ihr Fähigkeit sich in andere Personen zu verwandeln gab es ja jetzt schon öfters in der Literatur, aber die Autorin beschreibt das sehr detailiert, wie der Prozess von Statten geht. Theresa Gray ist also mit Verlaub, eine gut gewählte und schön ausgeschmückte Hauptfigur, die wie ich mir vorstellen könnte noch so einiges auf den Kopf stellen wird.

48-will-herondaleWill und Jem, die männlichen Protoganisten mit dem netten Paarnamen Heronstairs sind zusammen echt berauschend. Im Grunde sind die beiden ja das wahre Paar. Alleine sind sie schon coole Typen und manch ein Leserinnenherz glüht ein bisschen, wenn sie auftauchen, aber zusammen sind sie noch viel niedlicher. Ich meine, gibt es etwas besseres als Will, der sich um seinen geliebten Jem kümmert? Das ganze erinnert wahrlich an Sirius Black und Remus Lupin, ode irre ich mich? Und dann natürlich noch, wie sich die beiden um Tessa kümmern. Da wird es wirklich schwer, sich für ein Paar zu entscheiden. Denn sowohl Wessa, als auch Jessa sind interessant und würden sicher nichts anbrennen lassen. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt. Es bleiben ja zu unserem Glücke noch zwei Bücher.

„Ich watschle nicht wie eine Ente!“
„Ich mag Enten“, lenkte Jem diplomatisch ein. „Vor allem die im Hydepark.“ Er warf Will einen Seitenblick zu. Beide Schattenjäger hockten mit baumelnden Beinen auf der hohen Tischkante. „Weißt du noch, wie du mich dazu überredet hast, eine Geflügelpastete an die Stockenten zu verfüttern, um herauszufinden, ob wir eine Rasse von Kannibalen-Enten züchten könnten?“
„Und sie haben sie tatsächlich verputzt!“, schwelgte Will genüsslich in Erinnerungen. „Diese blutrünstigen kleinen Biester. Vertraue niemals einer Ente.“
„Ich muss doch sehr bitten!“, fauchte Tessa. „Wenn ihr mir nicht helfen wollt, könnt ihr genauso gut auch gehen. Ich habe eurer Anwesenheit hier nicht zugestimmt, nur um mir dann euer Geschnatter über Enten anzuhören.“

Der Plot des Buches ist spannend und naja bis zu einem gewissen Teil auch frustrierend, aber wo bliebe das die Spannung, wenn es zu leicht werden würde. Man hat wieder Feinde und Freunde, die sich als echt anstrengend entpuppen, wenn an sich nur mal die anderen Schattenjäger mal anguckt. Doch wahrlich verspricht dieses Buch noch eine ungemein tolle Fortsetzung. Die Spannung wächst!

Und natürlich könnte sich nirgends diese Geschichte besser aufhalten als im London der Industrialisierung, was? Nicht, dass London heute langweilig wäre, aber zu dieser Zeit war es ja geradezu ein Traum für jeden Abenteurer. Da gefällt mir das Setting doch wahrlich noch besser als New York in den Chroniken der Unterwelt.

Ach und apropos Chroniken der Unterwelt: Diese Bücher sind gut, geschrieben, mit klasse Charakteren und der ganzen Geschichte aber für den historisch veranlagten Leselöwe, ist der Unterschied mit den langen Kleidern und mechanischen Feinden und Dampf, nochmal ein ganz neues und noch viel aufregenderes Gefühl. Da rauscht es in unseren Adern nur so.

Und zu guter Letzt müssen wir noch Cassandra Clares Schreibstil loben, denn jede noch so gute Geschichte ist wahrlich nicht mehr gut, wenn man sie ncht gut erzählen kann. Mit genug Witz und gleichzeitig Erhabenheit vermittelt die gute Frau genau das Gefühl, das man braucht, um eine derartige Geschichte zu fühlen.

Die Autorin

Cassandra Clare wurde als Tochter amerikanischer Eltern in Teheran geboren. Einen Großteil ihrer Kindheit reiste sie gemeinsam mit ihrer Familie durch die Welt. Die ersten zehn Jahre ihres Lebens verbrachte sie unter anderem in Frankreich, England und der Schweiz. Später lebte sie in Los Angeles und New York, wo sie für Zeitschriften und die Boulevardpresse schrieb. Seit 2006 arbeitet Cassandra Clare als freie Autorin. Ihr Debütroman „City of Bones“ erschien 2008 in Deutschland. Es ist der erste Teil der auf sechs Teile angelegten Reihe „“Chroniken der Unterwelt““. Die Vorgeschichte erzählt sie in der Trilogie „Chroniken der Schattenjäger“. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann. ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

FAZIT: Ein geniales Buch, das wirklich jedem zu empfehlen ist, der gerne Fantasy und Abenteuergeschichten liest.

Plot – Bewertung: ✪✪✪✪✪/5✪
Cover – Bewertung: ✪✪✪/5✪
Charaktere – Bewertung: ✪✪✪✪✪/5✪