Meer als nur Seen – eine Radiokampagne

Radiokampagne 6

Ich hab das ja jetzt schon öfters in einem Nebensatz fallen lassen, aber hier nochmal direkt ins Gesicht: ich mache Radio!

Für jeden, für den es sich jetzt nicht so spannend anhört: Radio ist genial, es macht unglaublich viel Spaß und lässt mich immer wieder aufs Neue tolle, spannende Momente erleben, von denen ich so viel lerne.

Ich mache mein FSJ Kultur bei einer Jugendradioredaktion und bin also in einer Zwischenposition zwischen Betreuer und Redaktionsmitglied. In Bayern werden öfters für alle jungen Radiomacher Workshops angeboten, bei denen wir von erfahrenen Redakteuren praktisch aus erster Hand unglaublich viel Know-How lernen.

Ich bin schon länger am journalistischen Bereich interessiert, aber erst seit Beginn meines FSJs bin ich mir sicher, dass Radio genau das ist, was ich später auch beruflich machen möchte. Denn Radio ist genial!

2016/17 ist das Wissenschaftsjahr mit dem Thema »Meere und Ozeane« und das Medienzentrum München hat infolge dessen eine Projektförderung für die »Radiokampagne Ozeane« beantragt. Die Kampagne wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und besteht aus drei Teilen.

Es ist ein Radioprojekt für das Jugendradio, entsprechend werden unsere Beiträge (die Großteils dem Ressort Wissenschaft zuzuordnen sind) auf sämtlichen Jugendradios Bayerns ausgesendet (Störfunk auf M94.5, Junge Talente auf EgoFm, SoFm auf der Bayernwelle, Hörarena auf der Inn-Salzach-Welle uvm.), aber auch beim BR.

Radiokampagne 3

Die Planer der Kampagne waren dann aber ein wenig skeptisch, ob junge Erwachsene aus Bayern wirklich das Meer als Beitragsthema entsprechend verarbeiten können, ohne wirklich das Meer vor Augen zu haben.

Genau deswegen waren wir am Meer. Am deutschen Meer sogar, an der Ostsee. Gerade eben, wenn dieser Text verfasst wird, sitzen wir schon wieder auf der Rückfahrt unseres Ausflugs ans andere Ende Deutschlands.


Teil 1 der Kampagne war ein zweitägiger Workshop in München, das Wochenende vor Ostern: wir haben von Susi Weichselbaumer, Wissenschaftsjournalistin beim BR so viel nochmal über die Radioarbeit gelernt, von dem ich tatsächlich eine ganze Menge noch nicht wusste. Wir haben außerdem bereits einige Themen erarbeitet und die Experten wurden kontaktiert.

Radiokampagne 1

Teil 2 ist eine Reise, eine Reise ans Meer, eine Reise an die Ostsee!
Wir sollten das Meer sehen und nebenbei noch den größten Museumskomplex über Meere in Deutschland ansehen, das Ozeaneum und das Meeresmuseum.
Von Donnerstag bis Sonntag sollte unsere Reise gehen, wobei sowohl Tag 1, als auch Tag 4 für die An- und Abreise notwendig sind, denn von Bayern fährst du schon mal 10 Stunden bis Stralsund.
Unsere Jugendherberge war am Ende der Welt, direkt am Meer, die Endstation der Linie 3 in Stralsund und nach der langen, langen Anreise waren wir auch furchtbar froh, als wir dann den Hof betreten haben und uns mit Bettdecken bewaffnet endlich in unser kleines Hüttchen begeben konnten. Vor dem Schlafengehen, obwohl jeder hundemüde war, musste das Meer noch vor dem Schlafengehen besichtigt werden – das Erlebnis!

Radiokampagne 2

Am Freitag waren wir den gesamten Tag unterwegs im Ozeaneum und im Meeresmuseum, haben eine Führung bekommen, Umfragen gemacht, Experten zu unseren Themen getroffen, Interviews geführt, Fotos gemacht und am Abend noch beim Asia ein tolles Buffet erlebt. Den Abend über wurde dann schon kräftig alles gesichert, benannt und weiter geplant.

Am Samstag war ursprünglich ein Besuch der Insel Hiddensee geplant, allerdings war die Anreise auf die Insel von Stralsund aus so ein ewig langes Geschraddel (das ist ein sympathisches Dialektwort für »umständlicher, ungemütlicher Reiseweg«), dass wir uns kurzerhand für das touristische Rügen entschieden haben.
Wir waren in Ostseebad Binz und haben dort erst in einem Fischrestaurant Mittag gegessen und im Anschluss noch den Strand und die Promenade für Atmosphärengeräusche und Umfragen genutzt. Zurück in der Jugendherberge wurde erst wegen dem wechselndem Wetter das gegrillte Essen in der Pfanne gebraten und drinnen verzehrt und im Anschluss haben wir noch weiter gearbeitet.

Radiokampagne 5

Der Abend und dann auch die Nacht wurde, ganz typisch für den letzten Abend vollkommen ausgekostet und mit lustigen Standardtanzeinlagen und leidenschaftlichen Alligatoah – Karaokeorgien beendet.

Nach der zu kurzen Nacht haben wir die Zimmer geräumt, uns noch ein Lunchpaket gepackt und dann auf dem Heimweg gemacht. Elf Stunden über Berlin und Leipzig, einfach weil ein Intercity sooo langsam fährt! Von München heißt es dann noch zwei Stunden mit dem Zug wieder zurück zu meinem Bett und dann ab ins Land der Träume, denn Schlaf ist auch für die Radioredakteure ein knappes Gut, das mit aller Kraft beschützt werden muss!

Teil 3 wird dann in zwei Wochen wieder ein Wochenende in München sein und dann werden die Beiträge produziert! Die Wochen danach wird ausgestrahlt.

Radiokampagne 7

Wenn ihr noch mehr darüber erfahren wollt, einfach vorbeischauen: Radiokampagne Ozeane – Meer als nur Seen.

Radio ist ein bisschen sehr nüchtern bisweilen, super technisch und manchmal auch sehr strikt, aber noch viel mehr ist es Magie, Spaß und ein Abenteuer!

Genauso sind die Ozeane: eine Anhäufung an Biologie und Wissenschaft, aber ebenso Kunst, ein Erlebnis und wohlige Gefühl von rauen Sommernächten.

19 – und jetzt?

Vor so ziemlich genau 2,5 Wochen hat sich wieder einmal der Tag meiner Geburt gejährt.
Wir sind jetzt 19 Jahre alt, kommen uns tatsächlich auch endlich mal krass erwachsener vor und sind irgendwie trotzdem ein bisschen neben der Spur.

An besagtem Tag war das Gefühl des älter werdens nicht so wirklich da, denn wenn dir dann um 0.00 Uhr die lieben Waldmenschen eine wunderbar bescheuerte Geburtstagsnachricht schicken und du darauf nur mit Sarkasmus und ein paar Emojis reagieren kannst, dann ist das zwar echt schön, aber auch nur so halb Geburtstag.

Denn du wachst nicht auf, gehst in die Küche und Mama schmeist den grausamen Geburtstagstusch an, wie eigentlich schon immer.

Du isst nicht etwa schon mal ein Stück vom russischen Zupfkuchen, den es jedes Jahr an deinem Geburtstag gibt.
Du hältst nicht die Blödmänner von Klassenkameraden auf, sobald sie von deinem Ehrentag wissen, einen jeden Lehrer davon zu überzeugen, dass dir alle ein Lied schmettern müssen (immerhin ist das ja auch überhaupt nicht eigennützig, um den Unterricht zu verzögern).Du kommst auch nicht Mittags nach Hause und wartest auf die Verwandtschaft, mit denen du dann erst nochmal Kuchen isst, sämtliche Playmobilsachen vom Dachboden holst oder zusammen Ubongo bis zum Umfallen spielst.
Du fällst auch nicht am Abend vollkommen erschöpft ins Bett und strahlst trotzdem noch.

Stattdessen bist du am Morgen deines 19. Geburtstags etwas neben der Spur, vergisst auf dem Rausweg deine Kopfhörer, machst dich dann auf den Weg zur Arbeit durch diese graue Kleinstadt, die du vorrübergehend deinen Zweitwohnplatz nennst und landest auf der Arbeit, wo alle erst ganz geschäftig wirken und dann nachdem etwas weniger wichtiges geklärt ist, stellen sich deine Arbeitskollegen auf und singen „Happy Birthday“ für dich.

Dann überreichen sie dir einen total süßen Gutschein für einen Kinobesuch inklusive Popcorn und Spezi (ich bin großer Spezifan!) und du musst noch eine Stunde später grinsen.

Den ganzen Tag auf der Arbeit bekommst du dann nette Nachrichten von deinen Freunden und der Familie und hast dann noch bis um 19.00 Uhr zu tun, weil ja noch eine Reportage über die Tanzgarde aufgenommen werden muss.
Nach den Aufnahmen setzt du dich aber endlich fast schon zu müde, aber voller Vorfreude ins Auto und fährst die zwei Stunden in die Heimat, um da von den Eltern in die Arme geschlossen zu werden und ersteinmal gemeinsam mit einem kleinen Gläschen Eierlikör anzustoßen.

Noch nie in meinem Leben hab ich meinen Geburtstag am offiziellen Tag so wenig gefeiert und ich fand es erstaunlich gut den Tag der Existenz nicht direkt am Tag der Existenz zu feiern. Wir haben dann den Tag drauf gefeiert, dass ich jetzt 19 Jahre zähle und da genauso wie immer und das war super, weil nicht am laufenden Band das Telefon geklingelt hat, sondern viel mehr alles entspannt war.

Jetzt bin ich 19 Jahre alt und das auch schon fast 3 Wochen lang und es fühlt sich gut an und wirklich fast schon ernstnehmbar, denn nicht mehr lange und ich bin kein blutiger Anfänger mehr.
Eine tolle Kollegin (die mir ein Harry Potter-Ausmalbuch geschenkt hat!!) meinte, dass sie findet, dass man mit 18 noch so »Hach, süß 18, gerade so nicht mehr Teenager« ist und mit 19 schon eher »solide 19, das ist ein Mensch der ins Leben startet, aber schon auch wirklich krass cool ist« (also der letzte Satz ist von mir…) und genau so geht es mir. Ich bemerke nun, dass ich mich tatsächlich abhängig von einer winzigen Zahl (und einem Jahr) erfahrener und selbstständiger, in mir ruhender fühle.

schwindeligManchmal überrennt mich das dann auch und ich wanke für einen Moment, oder mir geht alles zu schnell, wie gerade jetzt. Alles geht so schnell und reisend und mir schwirrt der Kopf. Mir ist nicht mal nur metaphorisch schwindelig, wenn ich aufstehe, wenn ich die Augen schließe oder wenn ich um eine Ecke biege.

Als würde auch mein Körper nicht mehr so ganz durchblicken was passiert, ein bisschen wie Schleudertrauma nur nicht so negativ oder nicht so klar.

Wir hatten in der letzten Woche unser zweites FSJ-Seminar mit dem Thema Identität und da gibt es doch diese Karten mit den Wesen, die mal ausschauen wie Toast, mal wie eine Kartoffel, mal wie ein Marshmallow und die geben alle eine Stimmung wieder und genau da ist mir aufgefallen, dass ich mich schwindelig fühle:

Die Zeit rennt, mein Kopf rennt, mein Leben rennt und das immer schneller und wilder und manchmal drehen sie auch alle zusammen Ehrenrunden, weil sie ja nicht zu schnell sein wollen, weil das nicht gut geht und dann wird mir ganz schwündelig, weil…
… ja weil halt.

Vielleicht sollten wir diesen Blogeintrag hier beenden.
Das ist ein Verwirrungspost, weil sich die Welt manchmal zu schnell dreht und wir es ja doch nicht schaffen mitzuhalten und deswegen sollten wir nicht immer wie verrückt versuchen mitzuhalten, weil das viel zu viel ist.

Ich werde mich jetzt für einen Moment entspannt an den Spielfeldrand setzen, ein paar Flaschen Wasser trinken und meinen Hochroten Kopf dabei abkühlen lassen.

Nicht alles ist ein Wettrennen, aber alles ist eine Schlacht und manchmal muss man sich und seine Schar zurückziehen, um dann wieder gestärkt und gefestigter in den Tag zu starten.

Hi, mein Name ist Itchy und ich ruhe mich jetzt nochmal ein bisschen aus, bevor ich wieder voll durchstarte.

Peek-A-Boo

FSJ! KUL-TUR!

Kennen Sie das? Die Schule ist vorbei, das Leben hat seine Konstante verloren, sie fühlen sich antriebslos und verlassen, alles hat an Bedeutung verloren?

Kennen Sie das? Sie haben keinen blassen Schimmer, was Sie mit ihrem Leben anfangen sollen, weil das G8 ein kleiner Drecksack ist und Ihnen ein Jahr gestohlen hat, in dem Sie reifer, überlegter und vor allem entschlossener werden konnten?

KENNEN SIE DAS? Wenn Sie das weite Feld an Studiermöglichkeiten so verängstigt, dass Sie sich nach Alternativen umsehen und dabei auf ein weiteres unüberschaubares Feld an Möglichkeiten stoßen? Kennen Sie das?

Kennen Sie das? Ins Ausland oder zu Hause bleiben? Etwas Soziales oder doch nur Geld verdienen?

Dann habe ich hier nur 1 von vielen Möglichkeiten, die wir aus einer ganz persönlichen Sicht aus erster Reihe betrachten können!

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Ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur – das ist wie ein Freiwilligen Dienst, nur mit mehr Kultur und mit einer Menge unglaublicher Menschen, die Kreativität und Talente und Herzensgüte nicht immer, aber immer öfter vereinen.

Ein FSJ Kultur ist ein Jahr, in dem du als Freiwilliger in einer Einrichtung für Kultur und/oder Bildung arbeitest, so gesehen in den Arbeitsalltag schauen kannst und behutsam ans Arbeiten, eine 39-Stunden-Woche und neue »Erwachsenendinge« herangeführt wirst.
Innerhalb dieses Jahres sind zusätzlich noch 25 Bildungstage zu erleben (davon sind 21 Tage 4 Seminare über das Jahr verteilt, bei denen du ca. eine Woche lang mit deiner Seminargruppe coole Workshops und allerhand interessante Dinge erlebst, planst und lernst, die dir in deinem späteren Leben helfen können; die restlichen 4 Tage sind mit Hospitanztagen oder angebotenen Workshops zu belegen).

Für mich ist schon eine halbe Ewigkeit klar, dass ich irgendwie in die Richtung »Kultur«, »Theater« oder »Schreiben/Kulturjournalismus« gehen möchte und demnach war ich dann absolut begeistert, als meine liebe Schwester mir von einem FSJ Kultur erzählt hat: das ist wie das Soziale Jahr, nur statt dass ich in einem Altenheim oder einer Schule arbeite, bin ich in einer Kultureinrichtung für das Jahr. Eine Kultureinrichtung; das kann ein Theater sein, eine Bibliothek, ein Museum oder eine Organisation, die sich um Kinderspieleaktionen kümmert.


In meinem Fall ist es also ein Kreisjugendring geworden, das ist eine Einrichtung, ein Verband sämtlicher Kulturvereine in einem Landkreis. Wir organisieren Kulturveranstaltungen, Spielenachmittage für Kinder, Spielen mit Flüchtlingen, haben ein eigenes Jugendradio, das live sendet und eine Theatergruppe für Jugendliche, die schon tolle Stücke, wie Woyzeck, The Importance of Being Earnest, Ödipus oder MacBeth auf die Bühne gebracht haben. Vor allem die Vielfältigkeit der Bereiche in denen ich arbeiten kann, haben mich gereizt. Da ich dieses Jahr die einzige FSJlerin in dieser Einsatzstelle bin, muss ich mich nicht auf einen Bereich beschränken, sondern kann wirklich viel machen, lernen, erleben.

Jetzt bin ich schon ein Monat lang in einer Kleinstadt 2,5 Stunden von meinen Eltern entfernt, lebe zur Untermiete bei einer Frau, die nur sehr selten da ist und wurde mehr oder weniger ins kalte Wasser geschmisse, weil unsere Verwaltungangestellte sich 2 Tage, nachdem ich angefangen hatte, den Fuß gebrochen hat. Ein Monat sitze ich jetzt schon an meinem eigenen Schreibtisch und nehme Anrufe entgegen, bin dabei, wenn Spieleaktionen mit Kindern sind, bei den Proben der Theatergruppe und habe auch schon unter enormen Adrenalinanstieg die Technik für eine Radioshow gemacht.
Ich habe eine Menge netter, ein paar unheimliche und ein paar absolute coole Menschen kennengelernt, schwebe noch ein bisschen im Delirium, weil ich gerade festgestellt habe, dass ich schon einen Monat von 12 gearbeitet habe und das so schnell ging, dass ich gar nicht richtig blinzeln konnte.
Es war wunderbar, berauschend, aufregend, nervenaufreibend und höchst erfreulich.

Ich kann natürlich jetzt noch nicht sagen, inwiefern mich dieses Jahr prägen und verändern wird, aber ich bin auf jeden Fall bereits jetzt vollauf begeistert davon!

Wenn es gewünscht ist, aber eigentlich auch so, erzähle ich gerne im Laufe des folgenden Jahres von meinen Erlebnissen! Wenn Fragen aufkommen und ihr auch wissen wollt, ob ein FSJ Kultur für euch das Richtige ist, dann meldet euch unter diesem Beitrag oder auch persönlich per Mail!

Mit freundlichen Grüßen
Die FSJlerin

 

Der letzte Pausengong ;)

Lebensverändernde Maßnahmen oder wie ich versucht habe nicht durchs Abitur zu fallen
Kindheit Ade, Scheiden tut weh
Steck den Kopf nicht in den Sand
Bis Juni dann
Meine Nach-dem-Abi-Liste wird wachsen
Ach so ein DreckManchmal denk ich auch gerne rückwärts
Mit Schockolade und wenig Schlaf durchs Abitur

Ich habe eine Weile überlegen müssen, bis ich mir im Klaren darüber war, wie ich diesen vorerst letzten Artikel meines Blogs nennen sollte.

Vorerst ist dabei betont. Für alle treuen Fans (ich bin mir sicher, ihr seid da draußen und sammelt meine Einkaufszettel) kommt hier dier Entwarnung: Ihr bekommt ca. 2,5 Monate eine Auszeit von meiner tollen Persönlichkeit. Meine Abiturprüfungen (hier in Bayern sind es drei schriftliche und zwei mündliche Fächer) ziehen sich »total entspannt« vom 29. März bis zum 10. Juni 2016 hin. Und heute beginnt der Tag, an dem ich vom virtuellen Leben mit Verpflichtungen (sprich dem kontinuierlichen Schreiben von Blogposts) Ferien nehme und dafür vollkommen in die tiefdunkle Weite des Mathematikmeers eintauche.

Bis dahin verweise ich gerne auf den Rest meines Blogs, allerdings nicht so genau, weil er so schrecklich unaufgeräumt aussieht. Das Ordnen steht auf meiner Nach-dem-Abi-Liste.

Wenn Verständnis da ist: Danke. Wenn nicht ist das auch wunderbar. 🙂

Dann – wow das klingt wirklich blöd – bis Juni und bleibt sauber Kinder (das wollte ich schon immer mal sagen, ich werde so eine wundervolle, weise,alte Dame werden…)

P.S. Ich werde euch trotzdem weiter stalken, fühlt euch beobachtet!

El futuro – ich bin Idealist!

Uns Teeenager beschäftigz natürlich nichts anderes, als unsere eigene Person, das ist doch wohl klar! Schließlich sind wir die egozentrischsten Menschen auf diesem Planeten:

»I feel stupid and contagious
Here we are now, entertain us«
– Nirvana: Smells like Teen Spirit

Genau deswegen beschäftigen wir uns auch nur mit unseren Problemen und alles was uns alleine betrifft – so sind wir nuneinmal!?!  Bullshit! Aber trotzdem muss man sagen, dass MENSCHEN nuneinmal so sind und ich bilde da keine löbliche Ausnahme.

Deswegen heute hier und jetzt wieder einmal ein Rumgejammer wegen der schrecklichen Zukunft – der einzigen Sache, die uns wirklich schrecken kann.

In den nächste Wochen machen wir zum letzten Mal das, was wir schon unsere Leben lang bis jetzt gemacht haben: lernen für ein paar wenige Prüfungen, die im Nachhinein keinen mehr interessieren und zwar das Wissen, dass niemand mehr später abfragen wird. Klasse. Aber damit haben wir uns schon abgefunden, schließlich ist es trotz allem noch irgendetwas, das wir in unserer kleinen Welt verkraften und nachvolziehen können. Aber die Zeit danach, das ist es, was wirklich ein flaues Gefühl am ganzen Körper verursacht:

DIE ZUKUNFT

Uns wurde schon vor Jahren und auch jetzt immer noch ein bisschen Information zugesteckt, die uns dennoch nicht weniger sondern im Gegenteil absolut panisch hat werden lassen: etwas Info lässt immerhin noch viel mehr Fragen offen!
Selbst wenn wir dann einen Plan haben, besteht immer noch eine so unwahrscheinlich große Wahrscheinlichkeit, dass wir versagen, sich alle Träume in Luft und Abgase verwandeln und die Dunkelheit über das Auenland hereinbricht.

Und dann gibt es da noch die Menschen – oh ja diese die Welt-bevölkernde Spezies mit langen Fingern – die dich noch viel »zuversichtlicher« werden lassen.
Diese elenden vom Leben gezeichneten Pessimisten, die dir vorhalten wollen, dass Sicherheit und Einkommen das Einzige sind, dass du anstreben solltest:
hau Spaß und Freude in die Tonne – Schuften bis zum Burn-out, welch eine Wonne!

Das Beste ist, wenn dir das die erzähen, die selbst so schrecklich unglücklich sind in ihren Beruf, in dem sie ziemlich gut verdienen und am liebsten etwas ganz anderes machen wollen. Oder die, die selbst darüber klagen, dass ihnen in der Schule immer nur eingetrichtert wurde, dass Sekretärin der einzige Beruf für ein Mädchen ist, rümpfen die Nase, wenn du deine blendende und supercoole (aber leider fast unerreichbare) Zukunft in der Musikjournalismusbranche beschreibst: so kann man einem wirklich fast alles schlecht reden.

Endgültig sitzen wir dann wieder über dem dicken Heft mit den Lehrberufen oder dem über die Studiengänge in Deutschland und seufzen jedes Mal aufs Neue laut auf, wenn wir die Beschreibung von Wirtschaftsinformatik durchlesen und uns schon bei dem Gedanken daran die Magensäure und der Schlaf überkommt.
Die Realisten werfen dir dann vor, wenn du ihnen alle Berufe aufzählst, die du NICHT machen möchtest, dass du immer so pessimistisch bist: Entschuldigung, wenn ich mal nicht super gelangweilt sein möchte, sondern das halbe Leben, dass ich nunmal im Beruf verbringe auch zu meinen glücklichen Stunden zählen möchte. Entschuldige, dass Lehramt nunmal nach einem der unangenehmsten Berufe im Universum klingt und dass ich auch mit Medizin oder BWL überhaupt kein Interesse verbinde. Entschuldige, dass die Geisteswissenschaften soviel verlockender klingen und meine Anpassungsfähigkeit fahneschwenkenden untergeht, wenn die sichere Alternative-Abenteuerinsel in Sicht kommt.

Ich habe manchmal das Gefühl, als würde von »Erwachsenen« absichtlich jeder Traum zerstört werden, weil alles so fürchterlich ernst ist: ich brauche kein so sicheres Einkommen, wenn ich keine Familie durchzufüttern habe und wenn der IDEALISMUS bereits bei uns jungen Menschen bei der »Telecom« oder beim »International Management« endet, wann werden wir je wieder mit frohen und mutigen Schritten einfach das tun, das uns inspiriert und antreibt?

Wenn jemand diese Berufe anstrebt, dann wir, die noch nicht wirklich viele Enttäuschungen im Leben erlebt haben und im Gegensatz zu den anderen noch fliegen und nicht auf dem Boden der Tatsachen angekommen sind. Oder?

Schließlich lerne ich hier noch Menschen kennen, die sich genau das Gleiche überlegt haben und deswegen wirklich entzückend sind, mich doch bestärken, wenn ich vollkommen vernebelt mit dem Kopf in den Wolken diesen »unerreichbaren« Träumen nacheifere: ich möchte kein freischaffender Maler werden oder Bildhauer, nein ich möchte Buchhändlerin werden und später im Kulturjournalismus über Theaterabende, neue Filme und Literatur schreiben: das klingt nicht so verrückt, aber sooo UNSICHER in den Ohren der Menschen mit ihren Berufen als Krankenpfleger/in, Lehrer/in oder Ingenieur/in.

Deswegen ist das ein Jammern und gleichzeitig ein Appell an alle da draußen, die mit sich hadern: seid mutig und versucht euch!

Nennt mich einen Idealist, denn genau das bin ich!
Itchy

Freakin 18!

Berechnet ist es in meinem Kopf natürlich schon eine Weile und es fühlt sich auch alles andere als real an, denn wir sind jetzt »unabhängig«, wie man so schön sagt. Unabhängig und frei, ich kann jetzt alle Entscheidungen im Leben ohne einen gesetzlichen Vormund treffen, ich bin das, was man im Volksmund nicht mehr halbstark, sondern VOLLJÄHRIG nennt. Ja mann, volljährig, so wie in »Volljährig und 18 Jahre alt«.

Auf dem Papier, wohlgemerkt! Ansonsten sitze ich immer noch genauso, wie vorher in meinem Zimmer herum und mit meinen Eltern beim Abendbrot. Ich hab nach wie vor »Minderwertigkeitskomplexe« aufgrund meiner relativ normalen (aber doch recht kleinen!) Größe, habe immer noch das Gefühl jeden Moment in Schnappatmung zu verfallen, wenn ich an eine eigene Wohnung, eine fremde Großstadt und mich mittendrin, ganz alleine denke. Ich bin immer noch ein wenig eingeschüchtert von der Zukunft, denn das ist jetzt, wo ich die vollkommene Verantwortung übernehmen soll, so viel präsenter und einfach beängstigend.

Ich bin jetzt »erwachsen«, ich darf alleine mit unserem kleinen klapprigen Subaru Bus in die Schule fahren, dabei lautstark (und wie ein echtes Klischee) die Eagles aufdrehen und mit absoluter Coolnes neben dem Lehrerparkplatz den Motor ausschalten. Ich kann jetzt ohne Aufsicht und absolut legal ein 18-Bändchen an Festivals tragen, ich kann an Gewinnspielen teilnehmen ohne die Erlaubnis meiner Eltern zu benötigen und ich kann mich ganz einfach selbst in der Schule entschuldigen. Das klingt in meinen Ohren wirklich nett und auch wie ein Abenteuer, das man nicht verpassen sollte. Keine Sorge, ich bin schon mittendrin, voll dabei und irgendwie sowas von verunsichert.

Seit 8 Tagen kann ich mich zu diesen Menschen zählen, die absolute Verantwortung für ihr Handeln tragen müssen. Ich soll mich jetzt verantwortungsbewusst und reif verhalten, meine Ziele und meinen Weg finden, mich mit Bahnkarten auskennen, wissen, wie man die Steuer bearbeitet, wie man einen Mietsvertrag ausfüllt… Weil ich 18 bin!

Aber, so wie man es nicht anders erwartet, fühle ich mich kein bisschen älter, gestresster vielleicht und auch ein bisschen abgehoben (ist euch schon mal aufgefallen, wie ruhig es ganz alleine in einem Auto ist? Wirklich unheimlich), immerhin bin ich jetzt in der Lage von A zu B zu kommen und dabei Unmengen an Menschen zu überfahren. Das fühlt sich ein bisschen an, wie Gott spielen – einfach abgedreht!

Gleichzeitig neben diesen neu entdeckten und beängstigenden Möglichkeiten, erscheint mir eine kleine Identitätskrise nicht weit: Wer bin ich denn jetzt? Und wie alt bin ich wirklich? Bin ich bereit für Welt und sie für mich? Und warum ist dieses Alter soviel bedeutender als alle anderen?

Seid ihr schon 18? Wie habt ihr diese »Umbruchszeit« erlebt? Wie fühlt ihr euch jetzt? Erwachsen? Habt ihr eine Antwort auf meine Fragen? – Lasst es mich wissen!

Bis dahin verbleibe ich – volljährig zwar, aber voller Selbstzweifel und mit einem bedrückenden Gefühl bei dem Gedanken an die Zukunft!
Itchy

2015 in Zahlen, weil man das eben macht :P

So und nachdem ich diesen Beitrag bei allen anderen auch interessiert beobachtet habe, zeige ich euch auch mein Jahr in merkwürdigen Zahlen und poste dann demnach meinen letzten Blogeintrag im Jahr 2015.

Eine Cable Car in San Francisco fasst 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 3.400 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 57 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Das war mein erstes Jahr, des Bloggens: ich habe eine Menge netter und auch interessanter Menschen kennengelernt und mich auch selbst wieder besser erkannt, schließlich sind wir auch nur ein kleines Mädchen, das gerne allen davon berichtet, was es erlebt: denn Teilen macht Spaß!

Aber bis dahin wünsche ich euch allen einen wunderbaren  Silvesterabend und einen Start in das neue Jahr ohne blöden Familienstreit oder andere Probleme, die einem ganz klar die Feier vermiesen! Erlebt die Nacht, wie ihr es wünscht und freut euch einfach auf eine neue Chance sich Unmengen an Pläne aufzuschreiben und diese auszuarbeiten, bevor wir wieder hier stehen und uns mit uns und dem vergangenen Jahr beschäftigen.

Liebe Grüße auch an dich du alte Hutschachtel in der dritten Reihe!
Itchy