The show must go ooooon!

Wir haben ein halbes Jahr an diesem Stück gearbeitet und vor einer Woche war Premiere. Es war bunt und witzig und wundervoll und der eine oder andere, der mich und mein Leben schon länger verfolgt (auch du mein lieber Stalker bist gemeint!), weiß von unserem tollen Theaterstück.

Jetzt sind wir fertig, hatten die letzte Aufführung und sind am Ende (nicht mental zum Glück). Genau deswegen ist es jetzt an der Zeit das Kunstwerk mit euch zu teilen, ob es jetzt interessiert oder nicht.

Ich war schon von der 5.-7. Klasse Mitglied der Theater-AG, konnte aber die Jahre dazwischen immer nicht mitmachen, weil ich an den entsprechenden Terminen immer Pflichtnachmittagsunterricht hatte – YEAH!

In der 12. Klasse bestand dann die Möglichkeit, die Proben wurden auf den Freitag gelegt und ich konnte wieder Teil eines tollen Schauspielensembles sein (wir haben Schüler von der 5. – 12. Klasse!!).

Das erste halbe Jahr haben wir dann rumgerätselt, was wir spielen wollen und wurden dann wieder mehr oder weniger gezwungen ein selbstgeschriebenes Stück aufzuführen. Selbstgeschrieben ist dabei witzig, denn das Stück gab es noch nicht, das mussten wir selbst schreiben (damdamdam).

Nach zahlreichen Abstimmungen waren wir am Ende bei den inspirierenden Geschichten: West Side Story (Yep das Musical) und Peter Pan! Also eine Art Mix aus den beiden!
Erst im Februar (in den  Winterferien hier in Bayern) waren wir (die ältesten Mitglieder der Gruppe) zu viert bei zahlreichen sehr, sehr langen Skypesessions dabei den Plot vollständig zu entwickeln. Die Dialoge haben wir dann gemeinsam mit den Lehrern gemeistert.

DER PLOT

Es existieren die Realität und Nimmerland nebeneinander in Frieden.
Die Realität, bevölkert von ergeizigen, konservativen und fantasielosen Menschen hat der Fantasie abgeschworen.
Nimmerland beherbergt Fantasiegestalten aus Kinderabenteuern (Indianer, Feen, Piraten, einen Römer mit einer nicht vorhandenen Armee und die verlorenen Kinder mit Pan).
Als eine besonders nüchterne Professorin öffentlich über die Fantasie wettert, entstht ein Schatten, der die Realität noch grauer macht und Nimmerland und seine Bewohner so in Gefahr bringt, dass sie versuchen zu fliehen.  Bei dem Versuch werden sie von einem Unwetter überrascht und in die Realität gebracht. Dort müssen sie sich mit der neuen Situation abfinden und es entsteht ein Konflikt zwischen den Menschen aus der Realität und den Nimmerland-Bewohnern. Der Schatten nährt sich von aller aufkeimender Hoffnung und wird immer stärker. Am Ende kommen alle noch zu wichtigen Erkenntnis, dass man zusammenarbeiten muss, um den alles verzehrenden Schatten zu besiegen.

Soviel dazu, nicht neu aber durchaus spannend und irgendwo auch tiefsinnig mit einer Menge Platz für Interpretation. Sehr kindlich, aber wir hatten immerhin einen großen Haufen an kleinen Kids dabei und für die und ihre ersten Schaupielerfahrungen war es genau richtig.

Meine Wenigkeit hat Pan gespielt, das Anführerkind der Verlorenen Kinder, welches sich am Ende mit dem Schatten zu einer vollwertigen Person (fantasievoll und verantwortungsbewusst) verbindet. Wohl die krasseste Hauptbotschaft:

» Fantasie alleine kann nicht existieren, aber auch eine Welt ohne Fantasie ist nicht möglich.«

Am letzten Wochenende waren wir dann auf einem Schultheaterfestival. Das Festival an sich war enttäuschend (wir waren vor 5 Jahren schon einmal da und das war großartig!), aber immerhin konnten wir unser Stück auf einer echten großen Theaterbühne aufführen und wir sind alle nochmal schön zusammengewachsen! Vor allem der letzte Abend war trotz aller Strapazen schön: die Veranstalter hatten uns merkwürdigerweise nicht mehr miteingerechnet für das letzte Stück und hatten uns das auch nicht gesagt, demnach saßen wir eine halbe Ewigkeit am Theater fest. Statt uns zu langweilen, ist ein kleiner Teil auf Improvisationstheater in der Stadt gekommen und wir haben eine Safari durch die Innenstadt unternommen, auf der wir uns vor DOINGS (eine wilde Rasse, welche auch aggressiv werden kann – also Menschen) in Acht nehmem mussten. Vor allem für die Kleinen war es sehr amüsant.

Die anderen drei Mal haben wir es dann an unserer Schule – zuerst zwei Mal vor den Schülern und im Anschluss noch einmal vor den Eltern aufgeführt. Das hat alles ganz wunderbar funktioniert und hat auch einfach riesen Spaß gemacht. Das zeigt auch, wie sehr man als Schauspieler zusammenwachsen kann und wie viel Spaß es macht!

Schlussendlich bleibt mir noch zu sagen: The show must go ooooon!

Wie findet ihr die Theater? Sowohl selbst gespielt, als auch anzusehen? Spielt ihr selbst auch? Welche Rollen habt ihr bereits verkörpert? Wie arbeitet ihr euch ein in die Rollen? – Lasst es mich wissen!

Bis dahin und auf bald, Itchy

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Bitches I’m Back!?!

Anmerkung: Bitches, die ist geschlechterneutral zu werten; genauso wie Dude, Bro und Mate!

Hallo und herzlich Willkommen zurück im Bann des Wahnsinns!
Nicht ganz 3 Monate ist es her, dass ich meinen letzten bewusst geplanten Blogeintrag gepostet habe. Zwischendrin sind noch drei Posts aufgetaucht, die eben gepostet werden mussten. Aber jetzt sind wir ja hier und wir sind frei! (also wirklich: am Freitag ist noch unser Abiball und die Zeugnisverleihung und das war es dann mit der guten, alten Schule).

Die Zeit der letzten (genau) 75 Tage habe ich mich zwar durchaus im Bloggerversum augehalten und fleißig kommentiert (irgendwohin muss ja dieser Gedankenstrom hin) und geliked, aber ein Blogeintrag kam nicht, einfach weil ich mich gerne konzentriert habe auf die Schule und nicht immer mit diesem schlechten Gewissen beladen sein wollte, dass ich hier nichts Neues schreibe. Stattdessen habe ich mich dann lieber mit Analysis und Stochastik, der Dramenanalyse und Englischvokabeln beschäftigt. Lieber wäre übertrieben. Es war schön nicht andauernd darüber nachdenken zu müssen, was man als nächstes schreibt, aber gleichzeitig habe ich mein regelmäßiges feedback zu meinem Geschreibsel vermisst; ja ich bin immer noch sooo teenager, dass ich mehr Aufmerksamkeit brauche, als gut für mich ist!

Aber nachdem auch die mündlichen Prüfungen geregelt waren und die ganzen Bilder für die Abizeitung endlich auf meinem Rechner waren, konnte man sich wieder WIRKLICH notwendigen Dingen im Leben widmen: Zum einen DEM LESEN, das ich in meinem ganzen Leben noch nie so vernachlässt habe, meinem Quaos von einem ZIMMER (Schulsachen auf den Dachboden räumen ist auch viel erleichternder, als Verbrennen, das macht man nicht) und dem Quaos von einem BLOG!
Dementsprechend habe ich also in meinem Leseverhalten, in meinem Leben und meinem Bloggerleben aufgeräumt und bin doch einigermaßen zufrieden, nur das Lesen will immer noch nicht so, weil ich eben mit anderem Mist beschäftigt bin, den ich vorher immer aufgeschoben habe – meh!

Aber jetzt bin ich ja hier und ich verweise mit einer überstolzen Übertriebenheit (eigentlich eine Nötigung) auf meine neu gestalteten Seiten:

schreiberlingbüchermusik

(einfach draufklicken!! – also wirklich!)

Saß wirklich eine halbe Ewigkeit alleine da, um mit Gimp irgendwas zu basteln, mit dem ich zufrieden sein kann und auch für meine Selbstvorstellung ist etwas Neues überlegt. Das präsentierende und aktuelle Selfie fehlt: ich warte auf einen Tag, an dem ich nicht soo müde, aufgegessen und wieder ausgespuckt aussehe; vielleicht in der Zukunft!

In den nächsten Tagen soll noch so einiges kommen, dass euch wieder auf den laufenden Stand in meinem irre WICHTIGEN Leben bringt, damit wir uns durch die digitale Welt wieder verbunden fühlen!

Ach und an alle Menschen, die sich nicht so glücklich fühlen: macht das Abi fertig, das sind so viele Erleichterungsglückshormone, da platzt du fast und kannst es auch nicht so wirklich fassen, dass du es nach 12 Jahren in der Hand hältst, diesen Wisch.

Ach und weil ich gerade so in dieser Stimmung bin, genau zu erfahren, wie ihr euch fühlt (ihr, die nun bereits auf 90 Follower bei wordpress angeschwollen seit! – Chapeau)

Wie geht es euch, da draußen? Was ist euer momentanes Nahziel? Welche Beschäftigung wird gesucht, wenn man Zeit hat? Was ist Zeit? – Lasst es mich wissen!

Cheerio, Itchy

Der letzte Pausengong ;)

Lebensverändernde Maßnahmen oder wie ich versucht habe nicht durchs Abitur zu fallen
Kindheit Ade, Scheiden tut weh
Steck den Kopf nicht in den Sand
Bis Juni dann
Meine Nach-dem-Abi-Liste wird wachsen
Ach so ein DreckManchmal denk ich auch gerne rückwärts
Mit Schockolade und wenig Schlaf durchs Abitur

Ich habe eine Weile überlegen müssen, bis ich mir im Klaren darüber war, wie ich diesen vorerst letzten Artikel meines Blogs nennen sollte.

Vorerst ist dabei betont. Für alle treuen Fans (ich bin mir sicher, ihr seid da draußen und sammelt meine Einkaufszettel) kommt hier dier Entwarnung: Ihr bekommt ca. 2,5 Monate eine Auszeit von meiner tollen Persönlichkeit. Meine Abiturprüfungen (hier in Bayern sind es drei schriftliche und zwei mündliche Fächer) ziehen sich »total entspannt« vom 29. März bis zum 10. Juni 2016 hin. Und heute beginnt der Tag, an dem ich vom virtuellen Leben mit Verpflichtungen (sprich dem kontinuierlichen Schreiben von Blogposts) Ferien nehme und dafür vollkommen in die tiefdunkle Weite des Mathematikmeers eintauche.

Bis dahin verweise ich gerne auf den Rest meines Blogs, allerdings nicht so genau, weil er so schrecklich unaufgeräumt aussieht. Das Ordnen steht auf meiner Nach-dem-Abi-Liste.

Wenn Verständnis da ist: Danke. Wenn nicht ist das auch wunderbar. 🙂

Dann – wow das klingt wirklich blöd – bis Juni und bleibt sauber Kinder (das wollte ich schon immer mal sagen, ich werde so eine wundervolle, weise,alte Dame werden…)

P.S. Ich werde euch trotzdem weiter stalken, fühlt euch beobachtet!

El futuro – ich bin Idealist!

Uns Teeenager beschäftigz natürlich nichts anderes, als unsere eigene Person, das ist doch wohl klar! Schließlich sind wir die egozentrischsten Menschen auf diesem Planeten:

»I feel stupid and contagious
Here we are now, entertain us«
– Nirvana: Smells like Teen Spirit

Genau deswegen beschäftigen wir uns auch nur mit unseren Problemen und alles was uns alleine betrifft – so sind wir nuneinmal!?!  Bullshit! Aber trotzdem muss man sagen, dass MENSCHEN nuneinmal so sind und ich bilde da keine löbliche Ausnahme.

Deswegen heute hier und jetzt wieder einmal ein Rumgejammer wegen der schrecklichen Zukunft – der einzigen Sache, die uns wirklich schrecken kann.

In den nächste Wochen machen wir zum letzten Mal das, was wir schon unsere Leben lang bis jetzt gemacht haben: lernen für ein paar wenige Prüfungen, die im Nachhinein keinen mehr interessieren und zwar das Wissen, dass niemand mehr später abfragen wird. Klasse. Aber damit haben wir uns schon abgefunden, schließlich ist es trotz allem noch irgendetwas, das wir in unserer kleinen Welt verkraften und nachvolziehen können. Aber die Zeit danach, das ist es, was wirklich ein flaues Gefühl am ganzen Körper verursacht:

DIE ZUKUNFT

Uns wurde schon vor Jahren und auch jetzt immer noch ein bisschen Information zugesteckt, die uns dennoch nicht weniger sondern im Gegenteil absolut panisch hat werden lassen: etwas Info lässt immerhin noch viel mehr Fragen offen!
Selbst wenn wir dann einen Plan haben, besteht immer noch eine so unwahrscheinlich große Wahrscheinlichkeit, dass wir versagen, sich alle Träume in Luft und Abgase verwandeln und die Dunkelheit über das Auenland hereinbricht.

Und dann gibt es da noch die Menschen – oh ja diese die Welt-bevölkernde Spezies mit langen Fingern – die dich noch viel »zuversichtlicher« werden lassen.
Diese elenden vom Leben gezeichneten Pessimisten, die dir vorhalten wollen, dass Sicherheit und Einkommen das Einzige sind, dass du anstreben solltest:
hau Spaß und Freude in die Tonne – Schuften bis zum Burn-out, welch eine Wonne!

Das Beste ist, wenn dir das die erzähen, die selbst so schrecklich unglücklich sind in ihren Beruf, in dem sie ziemlich gut verdienen und am liebsten etwas ganz anderes machen wollen. Oder die, die selbst darüber klagen, dass ihnen in der Schule immer nur eingetrichtert wurde, dass Sekretärin der einzige Beruf für ein Mädchen ist, rümpfen die Nase, wenn du deine blendende und supercoole (aber leider fast unerreichbare) Zukunft in der Musikjournalismusbranche beschreibst: so kann man einem wirklich fast alles schlecht reden.

Endgültig sitzen wir dann wieder über dem dicken Heft mit den Lehrberufen oder dem über die Studiengänge in Deutschland und seufzen jedes Mal aufs Neue laut auf, wenn wir die Beschreibung von Wirtschaftsinformatik durchlesen und uns schon bei dem Gedanken daran die Magensäure und der Schlaf überkommt.
Die Realisten werfen dir dann vor, wenn du ihnen alle Berufe aufzählst, die du NICHT machen möchtest, dass du immer so pessimistisch bist: Entschuldigung, wenn ich mal nicht super gelangweilt sein möchte, sondern das halbe Leben, dass ich nunmal im Beruf verbringe auch zu meinen glücklichen Stunden zählen möchte. Entschuldige, dass Lehramt nunmal nach einem der unangenehmsten Berufe im Universum klingt und dass ich auch mit Medizin oder BWL überhaupt kein Interesse verbinde. Entschuldige, dass die Geisteswissenschaften soviel verlockender klingen und meine Anpassungsfähigkeit fahneschwenkenden untergeht, wenn die sichere Alternative-Abenteuerinsel in Sicht kommt.

Ich habe manchmal das Gefühl, als würde von »Erwachsenen« absichtlich jeder Traum zerstört werden, weil alles so fürchterlich ernst ist: ich brauche kein so sicheres Einkommen, wenn ich keine Familie durchzufüttern habe und wenn der IDEALISMUS bereits bei uns jungen Menschen bei der »Telecom« oder beim »International Management« endet, wann werden wir je wieder mit frohen und mutigen Schritten einfach das tun, das uns inspiriert und antreibt?

Wenn jemand diese Berufe anstrebt, dann wir, die noch nicht wirklich viele Enttäuschungen im Leben erlebt haben und im Gegensatz zu den anderen noch fliegen und nicht auf dem Boden der Tatsachen angekommen sind. Oder?

Schließlich lerne ich hier noch Menschen kennen, die sich genau das Gleiche überlegt haben und deswegen wirklich entzückend sind, mich doch bestärken, wenn ich vollkommen vernebelt mit dem Kopf in den Wolken diesen »unerreichbaren« Träumen nacheifere: ich möchte kein freischaffender Maler werden oder Bildhauer, nein ich möchte Buchhändlerin werden und später im Kulturjournalismus über Theaterabende, neue Filme und Literatur schreiben: das klingt nicht so verrückt, aber sooo UNSICHER in den Ohren der Menschen mit ihren Berufen als Krankenpfleger/in, Lehrer/in oder Ingenieur/in.

Deswegen ist das ein Jammern und gleichzeitig ein Appell an alle da draußen, die mit sich hadern: seid mutig und versucht euch!

Nennt mich einen Idealist, denn genau das bin ich!
Itchy

Paul Celan: Die Todesfuge

Wir haben das Gedicht vor ein paar Wochen in der Schule besprochen und es war eines der ersten Gedichte, bei denen ich begeistert war, wie die Interpretation doch so unschlüssig ist und gerade deswegen fand ich sie so schlüssig.
Die Lehrer und Poeten diese Welt sind immer der Meinung, ein Gedicht ganz genau interpretieren zu können und das war ihnen hier irgendwie nicht möglich, zumindest nicht in dem Ausmaß, wie wir das sonst zu Gedíchten in der Schule hören.
Gerade weil diese Arroganz, einen Dichter aus einer vergangenen Zeit, vollkommen verstehen zu können, einmal ausgeschalten war, hat es mir gefallen, selbst einige Schlüsse ziehen zu können und gleichzeitig einfach das düstere Gefühl versinken zu lassen. Ich war begeistert, trotz des krassen Themas. Das Gedicht klingt beeindruckend:

Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen
Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland

dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith

Wie findet ihr das Gedicht von Celan? Was fühlt ihr beim Lesen? Kennt ihr mein oben beschriebenes Problem aus der Schule? – Lasst es mich wissen!

Bis die Tage!
Itchy

Der letzte gewöhnliche LETZTE SCHULTAG und die letzten Sommerferien: Da kann man nur melancholisch werden…

Tatsächlich hatte ich gestern und was weiß ich wie viele Schüler in Bayern ihren letzten Schultag für das Schuljahr 2014/15 und für mich und fast alle anderen Schüler, die nun ihr letztes Schuljahr antreten, sind es die allerletzten Sommerferien und der letzte gewöhnliche letzte Schultag. Und das macht mich wirklich ein bisschen panisch und natürlich wollen wir nichts geringeres, als ein bissche Mitleid, damit ich mich wieder ein bisschen besser fühle und wieder auf die Beine komme, damit ich eben jene letzen Ferien auch wirklich vollständig ausnutzen kann. Und während der Großteil sich jetzt auf 6 Wochen Ruhe, Entspannung, Spaß und Party (aber hart) freut, graut mir auch neben meiner Freude. Denn mein Gewissen erinnert mich immer wieder in sicheren Abständen an die nicht geschriebene Seminararbeit, die ich in diesen Ferien fertig schreiben werde. Das und noch mehr, denn ein Abitur schreibt sich nicht von alleine… da muss unsereins, der nicht ganz so fit ist in diesem ganzen Mist (der sich »wichtiger Stoff zum Erhalten der allgemeien Hochschulreife nennt«) auch mal ein bisschen Englisch-Grammatik aus der 5., 6. und 7. Klasse auffrischen, Kunst und Reli ein bisschen durchblättern und auch die eine oder andere Abituraufgabe in Mathematik lösen. Man merkt wohl, dass ich sicher so fleisig sein werde und mehr als die Hälfte dieser wunderbarguten Vorsätze werden sich sicher spätestens ab der Mitte der Ferien in nichts auflösen. Wirklich traurig, wie wir das Klischee der faulen Schüler zu Tatsachen werden lassen.

Aber auf der anderen Seite stehen auf meiner »Die letzten GROSSEN Ferien – Liste« auch noch das Nähene sämtlicher cooler Kleidungsstücke. Es werden nämlich wieder Latzhosen angesagter und (natürlich nur deswegen) muss ich mir mindestens 2 nähen, meinen angefangenen Poncho noch fertig das Futter vernähen und einen Umhang nach Mittelerdebeispiel, auf den jeder Hobbit im Auenland neidisch wäre.

Für den Literaturwettbewerb in Mittelfranken eine Kurzgeschichte und für Abizeitung noch Kursberichte schreiben und Nothing Else Matters von Metallica endlich auf der Gitarre beherrschen. Das Leben ist schon schwer. Ich hatte schon lange nicht mehr eine so volle Liste an wichtigen Dingen zu erledigen und die Tage in der 7. Klasse als einem in den Ferien noch langweilig war, sind wie ein ferner Traum (was sie auch wirklich sind: fern).

Was werden wir alt. Was werden wir alt. Aber bevor diese Ferien beginnen können (ja eigentlich haben sie schon begonnen aber realisiert habe ich es noch nicht). berichte ich lieber noch von meinem letzten Schultag:

Jedes Jahr aufs Neue haben wir an unserer Schule von 7.30 Uhr- 9.00 Uhr ein letztes Meeting. Wir treffen uns eigentlich in unserem Klassenzimmer und dort wartet unser Klassenleiter und labert unnötiges Zeug. In der Oberstufe trifft man sich in einem Raum der groß genug für 52 Schüler ist (ja wir sind ein kleines Gymnasium an einer Gesamtschule) und unser Oberstufenkoordinator kommt ersteinmal ca. eine halbe Stunde zu spät und in dieser Zeit haben wir schon die endlich angekommenen Abipullis und Abishirts an alle verteilt und warten darauf, dass wir noch das Notenpapier und den Jahresbericht bekommen. Wenn du zu den ältesten Schüler der Schule gehörst ist das Kennen anderer Schüler meist eher Einbildung und man guckt seine Klassenfotos und die Fahrtenberichte an. Entdeckt ein paar gut gemalte Bilder aus der Klasse, von Freunden und (dieses Jahr endlich mal) auch eines von mir selbst: Zwei Gummibärchen mit Aquarellfarben.

Und wir an unserer Schule haben noch die wunderschöne Tradition (also ich finde sie schön), das macht nicht jeder und in unserem Jahrgang sind sie auch alle viel zu cool um das noch zu machen: Wir rennen im ganzen Schulhaus herum und suchen Freunde und Lehrer, die man dann bittet auf dem Cover oder auf der ersten Seite zu unterschreiben. Das ist schön und hat auch etwas berauschendes, denn die Ferien beginnen, unten im Zentrum der Schüler (bei der Sitzmulde) hat man riesige Boxen aufgebaut und Musik schallt durch die Gänge, alle sind aufgedreht und die Vorfreude ist greifbar und alle springen herum und treffen auf die Bekannten und auf Lehrer, die die Schule verlassen und man besorgt sich noch eine Unterschrift. In diesem Jahr habe ich die Lehrer um Widmungen gebeten und von so einigen auch etwas wirklich schönes bekommen. Manche sind eben doch menschlicher, als man denkt. 😉 Und doch tatsächlich kreativ!

abipulli

Kurz vor 9.00 Uhr dann, trifft man sich wieder, um das abschließende Papier zu bekommen, die Stufenbesten werden noch schnell genannt, Bigband- und Schulspielmenschen werden noch mit Schockolade geehrt und das ist doch schön.

Und dann versuchen wir schon mit einer Geschwindigkeit, die an einen Orkan erinnert raus zu den Parkplätzen zu eilen, den Abipulli immer noch angezogen, wo wir den kleinen Subaru-Bus des Papas suchen, denn wir mussten noch für das Mittagessen einkaufen und dann fühlt man sich so leicht, wie schon lange nicht mehr, denn Ferien bleiben Ferien und das Wort zergeht fast wie Jogurteis auf der Zunge und hinterlässt nur eine angenehme Kühle an den Zähnen. Und wir wissen, dass in den ersten Wochen noch unser kleines Glücksgefühl anhält. Und dann bemerken wir, dass wir uns jetzt 12. Klässler schimpfen dürfen und dass sich das eher wie ein Schwarm Heuschrecken im Mund anfühlt, weil wir in weniger als einem Jahr das Abitur schreiben und ein neuer Abschnitt im Leben anfängt. Das Leben schwirrt an uns vorbei und wir müssen endlich mal wieder die Leine finden, an der wir uns festhalten können. Man kann nicht ewig im Nichts herumtreiben.

Man sieht sich wieder, weil die Welt sich dreht.

Liebste Grüße

Itchy

Von Streichen und anderen irre witzigen Dingen

Hallo Welt,

heute war der Tag, an dem die diesjährigen Abiturienten ihren sogenannten Abistreich vollzogen haben. Für alle, denen das nicht bekannt ist: An unserer Schule bekommen alle, die ihr Abi bestanden haben die Erlaubnis die Nacht in der Schule zu verbringen und diese so herzurichten, dass sie den Unterricht am nächsten Tag ein bisschen auffrischt. Eine schrecklich langweilige Sache, die sie auch noch jedes Jahr durchziehen, ist diese Show, wo immer jeweils zwei Lehrer gegeneinander in einer Wettbewerbssparte gegeneinander antreten müssen, wie zum Beispiel eine besonders blöde RedOx-Gleichung auszurechnen oder auf dem Bobbycar ein Wettrennen fahren. Der Verlierer bekommt dann immer entsprechend eine Bestrafung. Die ganze Schule darf zugucken und bisweilen ist das auch ganz kurzweilig, aber dieses Jahr war das Schulhaus schon nicht so wirklich durcheinander gebracht, sondern nur abistreich-15ein bisschen mit Klopapier beschmutzt, Absperrband war ein bisschen aufgehängt und die Treppen waren mit lauter Plastikbecher, voll mit Wasser gestellt. Wir konnten wahrlich und geradezu überpünktlich mit dem Deutschunterricht anfangen. Das Foto, das am Abend zuvor viral ging, hatte deutlich mehr versprochen, als es dann am nächsten Morgen war. Enttäuschend. An diesem Abistreich allerdings konnte man trotzdem ein paar gute Dinge finden:

Die eh schon irre empfindliche Schulleitung wird nach diesem milden Schuljahr wohl unseren Streich überhaupt nicht absagen, wie sollen sie das auch begründen, wir sind doch ganz lieb 🙂

Und meine lieben so schrecklich unkreativen Klassenkameraden sind alle hochmotiviert dieses langweilige Jahr zu toppen und auf jeden Fall in die »Geschichte einzugehen«. Da trotz allem noch so viele Unterrichtsstunden ausgefallen sind und wir den Tag absolut gelangweilt halb vegitierend im Oberstufenzimmer verbracht haben, wurden bereits ein paar Pläne geschmiedet, die ich euch noch gerne darlegen wollte:

Die größte Freude können wir auch unseren Mitschülern machen (den Lehrern vielleicht auch), wenn wir die Schule oder auch die Klassenräume so verbarrikadieren, dass der Zugang und somit auch der Unterricht kaum bis gar nicht möglich ist. Somit hatten wir die Idee, dass wir die Türen mit Ziegelsteinen zustellen oder anders verstellen. Sehr beliebt war auch schon das Ausräumen der Klassenräume und das Zustellen der einzelnen Gänge und Treppenaufgänge mit Stühlen und Tischen und Schränken.

Über eigene oder die Lautsprecher der Schule in der lautesten aller lautesten Stärken Lieder, wie »School’s Out« von Alice Cooper oder »Hurra Hurra die Schule brennt« von Extrabreit in Dauerschleife den ganzen Tag abspielen.

Und natürlich die jedes Jahr beliebte Wasserschlacht mit Wasserspritzpistolen oder Wasserbomben. Sodass auch jeder Schüler bis auf die Knochen tropft. In diesem Zusammenhang könnte ich noch von einen Traum eines jeden Veranstalter eines Abistreichs an unserer Schule berichten, den wir uns wirklich gerne erfüllen würden. So ziemlich in der Mitte des Hauptgebäudes unserer Schule befindet sich die sogenannte »Sitzmulde«, wo man, wie der Name schon sagt »sitzen« kann. Im Grunde ist es nichts anderes als ein Loch im Boden, das mit Filzteppich ausgelegt und großen Treppenstufen als Ablage für die Taschen in der Pause dient. Jüngerer Schüler verbringen dort im Schummerlicht ihre Freistunden und die ganz Jungen spielen dort so lange mit irgendetwas Fußball, bis ein Lehrer vorbeikommt und sie Stress bekommen. Und genau dieses etwas größere Loch wollen wir, mit einer großen Plane ausgelegt, voll mit Wasser füllen. Einfach genial!

Die Idee von der dunklen Schule war auch angebracht. Alle Fenster sollten mit Planen abgedunkelt werden und wir laufen mit Taschenlampen herum und es soll ein paar Lichterketten und Diskokugeln geben, aber ansonsten ist der Strom weitgehend in unserer Hand. Hehe, come to the dark side, we have cookies!

Die Lehrer zu verschonen, würde uns natürlich nicht in den Sinn kommen und deswegen wäre es doch nett, wenn diese ein bisschen Impro-Theater, eine Simulation einer mündlichen Schulaufgabe, Tabu-spielen oder Let’s Dance und Singstar vorführen dürfen.

Uns für immer unsterblich zu machen, wäre natürlich auch mit einer riesigen Skulptur möglich, was das dann genau wird, werden wir sehen.

Und mit dem Gedanken, dass das sicher niemanden interessiert, werde ich diesen Blogeintrag jetzt damit abschließen, dass ich euch für das nächste Jahr tolle Bilder und wunderbare Geschichten über den tatsächlichen Abistreich unseres Jahrgangs erzähle.

Cheerio und bis die Tage!

Itchy