Woche 4

13-header-woche

Guten Tag,

in der letzten Woche war ich vielleicht mal wieder so unproduktiv, wie schon lange nicht mehr. Man sucht immer nach etwas, um sich vor blöden Arbeiten zu drücken und findet nichts und macht dann Unsinniges und unbrauchbaren Mist, wie zufällig auf blöden Websites festhängen und nicht mehr loskommen… das ist doch blöd. Aber hoffen wir einfach auf Besserung und versuchen, dass die nächste Woche besser wird. Die Klausurenphase neigt sich jetzt langsam dem Ende zu und ich hab nur noch 2 weitere zu schreiben. Eine davon am morgigen Tag und die andere kurz vor den Ferien. Das wird schon irgendwie.

Desweiteren sollte ich mich dann wie schon einmal erwähnt der Seminararbeit widmen und das wird dann auch ganz wunderbar, weil wir uns schon so darauf freuen, yeah!

Und ansonsten werden wir vielleicht noch ein bisschen lesen, spazieren gehen, am Donnerstag ins Hallenbad gehen, einen Brief nach Cologne schicken und  uns wieder ein bisschen mit der beruflichen Zukunft beschäftigen. Man sieht, ich hab wirklich nur wenig Hobbies, fast schon traurig.

Manchmal werde ich immer in bisschen melancholisch und denke darüber nach, was Erfüllung ist und ob ich nicht jetzt schon ein bisschen Spaß haben sollte und wie alle anderen in meinem Alter diese tollen Partys aufsuchen sollte oder in eine der stinkenden Diskos in der großen Stadt feiern gehen sollte, aber dann wird mir klar, dass ich Diskos nicht leiden kann und die Erfüllung sicher nicht der Boden einer stinkenden Toilette ist. Ach ich weiß doch auch nicht, wie man sich verhalten soll, wenn man jung ist. Ob das Leben so wie es jetzt ist, nicht gut ist. Ob das Leben besser sein könnte? Weil die Freude über so einen Abend, an dem man weggeht, hält schließlich auch nicht für immer an, oder?  Früher hatte ich manchmal das Gefühl irgendwas zu verpassen aber dann bemerkte ich, das ich auf das alles ganz gut verzichten kann.

Und jetzt wird dieser Post fast zu tiefsinnig für eine Wochenzusammenfassung.

Cheerio und bis morgen

Itchy

»We live and breath words«

„Mit Büchern bin ich aus der Wirklichkeit geflohen; mit Büchern bin ich in sie zurückgekehrt. Ich habe, lesend, meine Umgebung vergessen, um die Umgebung anderer zu erkunden. Auf Sätzen bin ich durch Zeiten gereist und rund um die Erde. Bücher haben mir Angst gemacht und mich ermutigt.
(Peter Härtling)

Mit dieser Aussage stellt uns dieser Schriftsteller vor eine Frage, die wir nicht unbeantwortet lassen können. Ist dem Lesen wirklich derartig viel Bedeutung beizumessen, wie Härtling uns vermitteln möchte? Doch anstatt dieser im Grunde unzumutbaren Frage eine Antwort zu bieten, stelle ich lieber die Gegenfrage: Warum sollte dem Lesen nicht so viel Bedeutung beigemessen werden?
Ein jedes Argument, das gegen das Lesen von Büchern oder anderem lesbaren Material spricht, ist niemals in der Lage das Lesen in einem negativen Licht darzustellen.
Wir leben heute in einem freien Land und jeder besitzt die Freiheit, das zu lesen, was er möchte. In der Vergangenheit, wie beispielsweise im dritten Reich, besitzt diese Frage einen anderen Hintergrund, denn um eine Diktatorenherrschaft aufrecht zu halten, ist es notwendig, das Volk möglichst unwissend und folgsam zu halten. Und Bücher haben, wie Härtling sagt, eine enorme Kraft.
Auf der ganzen Welt gibt es kaum ein Medium, das seit Anbeginn der Zeit bis heute existiert, als das Buch. Denn die Vermittlung von Wissen über Jahrtausende kann nicht als negativ behaftet werden. Denn durch die Studien in Schriften aus alten Zeiten, können die Menschen lernen und die gleichen Fehler vermeiden. Wir schöpfen aus diesen Medien die Bildung, die die Menschheit benötigt, um weiter zu existieren und Bildung ist Macht, denn nur so können wir uns gegenseitig beschützen und lernen uns anzupassen. Bildung ist Überleben.
Und neben der Vermittlung von Wissen, kann uns die in Büchern verwendete Sprache und Grammatik im Lesefluss Fähigkeiten aneignen lassen. Denn durch das Lesen lernen wir neue Wörter, neue Sprichwörter, wie man schreibt und sich ausdrückt. Das Sprachgefühl und die Sicherheit stellen sich durch das kontinuierliche Lesen ein.
Durch SMS-Kurznachrichten oder Videoaufnahmen ist eher ein negativer Effekt festzustellen. Die verkürzten und vereinfachenden Texte tragen eher zum Verfall dieser Fähigkeiten bei.
Des Weiteren spricht Härtling von den Möglichkeiten von Büchern, die Realität und Geschichten zu isolieren. In Büchern können wir der Wirklichkeit entkommen, denn Wirklichkeit ist oftmals für den labilen Mensch der Neuzeit kaum zu ertragen. Ganz gleich, wie schlimm dein Tag war, am Abend helfen sie dir in Hogwarts wieder auf die Beine und Welten wie Michael Endes Phantasia lassen dich wieder aufatmen: TU WAS DU WILLST!
Es gibt Bücher, die dich aufrechterhalten in schlimmen Zeiten, die dir Mut machen und die Kraft geben, weiterzugehen. Bücher, die inspirieren und uns anspornen unser eigener Held zu sein!
Und ohne, dass das irgendjemand leugnen könnte, ist das wichtigste Argument in der Position für das Lesen, dass dieser „Zeitvertreib“, für den es viele halten die Fantasie eines Menschen enorm fördert. Denn wenn wir unseren Kindern in jungen Jahren lieber Filme mit „Die helfenden Elfen“ oder „Powerrangers“ zeigen, statt ihnen ein Märchenbuch vorzulesen, vergeuden wir damit die unschätzbare und wertvolle Fantasie, welche in den Menschen schlummert. Sie muss nur gefördert werden und wie soll das besser gehen, als durch eine Geschichte mit geschriebenen Worten? Die Bilder, die das menschliche Gehirn während einer Vorlesung produziert sind immer einmalig, denn jeder stellt sich Dinge und Personen und Orte anders vor. Und das ist, was uns das geschriebene Wort zeigt: Vielfalt der unendlichen Fantasie.
In Büchern und Geschichten lernen wir uns in eine andere Figur zu versetzen. So werden wir im Laufe der Zeit ein guter Begleiter des Protagonisten oder der Protagonistin oder wir fühlen uns ganz in diese Person ein. Wir lesen in den Gedanken und Emotionen dieser für uns realen Figur, wie sich der gegenüber fühlt. Bücher helfen uns, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und das ist wichtig, um es in seiner Ganzheit zu erkennen, wie uns schon John Keating in „Der Club der toten Dichter“ von Nancy Kleinbaum mitteilt. Geschichten zeigen uns das Leben aus der Sicht eines armen und eines reichen Menschen. Wir erleben Abenteuer mit einer großen und einer kleinen Person. Mit Tieren und Menschen einer anderen Glaubensrichtung. Und das hilft uns zumindest im Anfang zu verstehen, wie dieser sich fühlt und was ihn antreibt. Wir schaffen Toleranz und mehr soziales Interesse, denn Bücher verbinden Menschen. Jeder liest eine andere Geschichte doch alle schwärmen sie für das Gleiche: Das Gefühl der Erlebens. Denn Lesen ist Fühlen und Schmecken und Riechen und Sehen und Hören. Und wenn uns jemand erzählen möchte, dass wir in der Realität leben, uns endlich erwachsen verhalten und mit diesen „lächerlichen“ und „fiktionalen“ Geschichten abschließen sollen, dann fragen wir wie John Green: „Was ist wenn Harry Potter real ist und du nicht?“
„Wir leben und atmen Wörter“, sagt die Hauptfigur in Cassandra Clares Clockwork Prince. Und das ist der Punkt, denn wir leben durch das geschriebene Wort und jeder der uns vom Gegenteil überzeugen möchte, hat noch nie auch nur ein Buch gelesen, das ihn die ganze Nacht wachgehalten hat.
Denn Wörter haben die Macht uns zu verändern und uns zu führen, sie können uns fliegen lassen und gleichzeitig einen festen Untergrund schaffen. Sie sind eine Brücke zwischen unserer wirklichen Welt und der Welt der Träume und die Wahl liegt ganz bei dem Leser. Lass ich mich auf dieses Abenteuer ein oder bleibe ich Bodenständig?
Jeder hat eine Wahl, doch was haben wir zu verlieren, wenn wir ein gutes Buch lesen? Höchstens den Glauben an die Menschheit, wenn uns jemand vom Gegenteil überzeugen möchte.

Liebe Grüße und nicht erschrecken. Das ist eine Übung für die Deutschklausur: Das Schreiben einer Rede

Cheerio Itchy