El futuro – ich bin Idealist!

Uns Teeenager beschäftigz natürlich nichts anderes, als unsere eigene Person, das ist doch wohl klar! Schließlich sind wir die egozentrischsten Menschen auf diesem Planeten:

»I feel stupid and contagious
Here we are now, entertain us«
– Nirvana: Smells like Teen Spirit

Genau deswegen beschäftigen wir uns auch nur mit unseren Problemen und alles was uns alleine betrifft – so sind wir nuneinmal!?!  Bullshit! Aber trotzdem muss man sagen, dass MENSCHEN nuneinmal so sind und ich bilde da keine löbliche Ausnahme.

Deswegen heute hier und jetzt wieder einmal ein Rumgejammer wegen der schrecklichen Zukunft – der einzigen Sache, die uns wirklich schrecken kann.

In den nächste Wochen machen wir zum letzten Mal das, was wir schon unsere Leben lang bis jetzt gemacht haben: lernen für ein paar wenige Prüfungen, die im Nachhinein keinen mehr interessieren und zwar das Wissen, dass niemand mehr später abfragen wird. Klasse. Aber damit haben wir uns schon abgefunden, schließlich ist es trotz allem noch irgendetwas, das wir in unserer kleinen Welt verkraften und nachvolziehen können. Aber die Zeit danach, das ist es, was wirklich ein flaues Gefühl am ganzen Körper verursacht:

DIE ZUKUNFT

Uns wurde schon vor Jahren und auch jetzt immer noch ein bisschen Information zugesteckt, die uns dennoch nicht weniger sondern im Gegenteil absolut panisch hat werden lassen: etwas Info lässt immerhin noch viel mehr Fragen offen!
Selbst wenn wir dann einen Plan haben, besteht immer noch eine so unwahrscheinlich große Wahrscheinlichkeit, dass wir versagen, sich alle Träume in Luft und Abgase verwandeln und die Dunkelheit über das Auenland hereinbricht.

Und dann gibt es da noch die Menschen – oh ja diese die Welt-bevölkernde Spezies mit langen Fingern – die dich noch viel »zuversichtlicher« werden lassen.
Diese elenden vom Leben gezeichneten Pessimisten, die dir vorhalten wollen, dass Sicherheit und Einkommen das Einzige sind, dass du anstreben solltest:
hau Spaß und Freude in die Tonne – Schuften bis zum Burn-out, welch eine Wonne!

Das Beste ist, wenn dir das die erzähen, die selbst so schrecklich unglücklich sind in ihren Beruf, in dem sie ziemlich gut verdienen und am liebsten etwas ganz anderes machen wollen. Oder die, die selbst darüber klagen, dass ihnen in der Schule immer nur eingetrichtert wurde, dass Sekretärin der einzige Beruf für ein Mädchen ist, rümpfen die Nase, wenn du deine blendende und supercoole (aber leider fast unerreichbare) Zukunft in der Musikjournalismusbranche beschreibst: so kann man einem wirklich fast alles schlecht reden.

Endgültig sitzen wir dann wieder über dem dicken Heft mit den Lehrberufen oder dem über die Studiengänge in Deutschland und seufzen jedes Mal aufs Neue laut auf, wenn wir die Beschreibung von Wirtschaftsinformatik durchlesen und uns schon bei dem Gedanken daran die Magensäure und der Schlaf überkommt.
Die Realisten werfen dir dann vor, wenn du ihnen alle Berufe aufzählst, die du NICHT machen möchtest, dass du immer so pessimistisch bist: Entschuldigung, wenn ich mal nicht super gelangweilt sein möchte, sondern das halbe Leben, dass ich nunmal im Beruf verbringe auch zu meinen glücklichen Stunden zählen möchte. Entschuldige, dass Lehramt nunmal nach einem der unangenehmsten Berufe im Universum klingt und dass ich auch mit Medizin oder BWL überhaupt kein Interesse verbinde. Entschuldige, dass die Geisteswissenschaften soviel verlockender klingen und meine Anpassungsfähigkeit fahneschwenkenden untergeht, wenn die sichere Alternative-Abenteuerinsel in Sicht kommt.

Ich habe manchmal das Gefühl, als würde von »Erwachsenen« absichtlich jeder Traum zerstört werden, weil alles so fürchterlich ernst ist: ich brauche kein so sicheres Einkommen, wenn ich keine Familie durchzufüttern habe und wenn der IDEALISMUS bereits bei uns jungen Menschen bei der »Telecom« oder beim »International Management« endet, wann werden wir je wieder mit frohen und mutigen Schritten einfach das tun, das uns inspiriert und antreibt?

Wenn jemand diese Berufe anstrebt, dann wir, die noch nicht wirklich viele Enttäuschungen im Leben erlebt haben und im Gegensatz zu den anderen noch fliegen und nicht auf dem Boden der Tatsachen angekommen sind. Oder?

Schließlich lerne ich hier noch Menschen kennen, die sich genau das Gleiche überlegt haben und deswegen wirklich entzückend sind, mich doch bestärken, wenn ich vollkommen vernebelt mit dem Kopf in den Wolken diesen »unerreichbaren« Träumen nacheifere: ich möchte kein freischaffender Maler werden oder Bildhauer, nein ich möchte Buchhändlerin werden und später im Kulturjournalismus über Theaterabende, neue Filme und Literatur schreiben: das klingt nicht so verrückt, aber sooo UNSICHER in den Ohren der Menschen mit ihren Berufen als Krankenpfleger/in, Lehrer/in oder Ingenieur/in.

Deswegen ist das ein Jammern und gleichzeitig ein Appell an alle da draußen, die mit sich hadern: seid mutig und versucht euch!

Nennt mich einen Idealist, denn genau das bin ich!
Itchy

Advertisements

Freakin 18!

Berechnet ist es in meinem Kopf natürlich schon eine Weile und es fühlt sich auch alles andere als real an, denn wir sind jetzt »unabhängig«, wie man so schön sagt. Unabhängig und frei, ich kann jetzt alle Entscheidungen im Leben ohne einen gesetzlichen Vormund treffen, ich bin das, was man im Volksmund nicht mehr halbstark, sondern VOLLJÄHRIG nennt. Ja mann, volljährig, so wie in »Volljährig und 18 Jahre alt«.

Auf dem Papier, wohlgemerkt! Ansonsten sitze ich immer noch genauso, wie vorher in meinem Zimmer herum und mit meinen Eltern beim Abendbrot. Ich hab nach wie vor »Minderwertigkeitskomplexe« aufgrund meiner relativ normalen (aber doch recht kleinen!) Größe, habe immer noch das Gefühl jeden Moment in Schnappatmung zu verfallen, wenn ich an eine eigene Wohnung, eine fremde Großstadt und mich mittendrin, ganz alleine denke. Ich bin immer noch ein wenig eingeschüchtert von der Zukunft, denn das ist jetzt, wo ich die vollkommene Verantwortung übernehmen soll, so viel präsenter und einfach beängstigend.

Ich bin jetzt »erwachsen«, ich darf alleine mit unserem kleinen klapprigen Subaru Bus in die Schule fahren, dabei lautstark (und wie ein echtes Klischee) die Eagles aufdrehen und mit absoluter Coolnes neben dem Lehrerparkplatz den Motor ausschalten. Ich kann jetzt ohne Aufsicht und absolut legal ein 18-Bändchen an Festivals tragen, ich kann an Gewinnspielen teilnehmen ohne die Erlaubnis meiner Eltern zu benötigen und ich kann mich ganz einfach selbst in der Schule entschuldigen. Das klingt in meinen Ohren wirklich nett und auch wie ein Abenteuer, das man nicht verpassen sollte. Keine Sorge, ich bin schon mittendrin, voll dabei und irgendwie sowas von verunsichert.

Seit 8 Tagen kann ich mich zu diesen Menschen zählen, die absolute Verantwortung für ihr Handeln tragen müssen. Ich soll mich jetzt verantwortungsbewusst und reif verhalten, meine Ziele und meinen Weg finden, mich mit Bahnkarten auskennen, wissen, wie man die Steuer bearbeitet, wie man einen Mietsvertrag ausfüllt… Weil ich 18 bin!

Aber, so wie man es nicht anders erwartet, fühle ich mich kein bisschen älter, gestresster vielleicht und auch ein bisschen abgehoben (ist euch schon mal aufgefallen, wie ruhig es ganz alleine in einem Auto ist? Wirklich unheimlich), immerhin bin ich jetzt in der Lage von A zu B zu kommen und dabei Unmengen an Menschen zu überfahren. Das fühlt sich ein bisschen an, wie Gott spielen – einfach abgedreht!

Gleichzeitig neben diesen neu entdeckten und beängstigenden Möglichkeiten, erscheint mir eine kleine Identitätskrise nicht weit: Wer bin ich denn jetzt? Und wie alt bin ich wirklich? Bin ich bereit für Welt und sie für mich? Und warum ist dieses Alter soviel bedeutender als alle anderen?

Seid ihr schon 18? Wie habt ihr diese »Umbruchszeit« erlebt? Wie fühlt ihr euch jetzt? Erwachsen? Habt ihr eine Antwort auf meine Fragen? – Lasst es mich wissen!

Bis dahin verbleibe ich – volljährig zwar, aber voller Selbstzweifel und mit einem bedrückenden Gefühl bei dem Gedanken an die Zukunft!
Itchy

Dear Diary,… von der Tagebuchkultur

Mein liebes Tagebuch,

ich möchte dir heute erzählen, von all diesen neuen und wunderbaren Techniken, die die Welt erfunden hat. Nur ist das hier mein letzter Eintrag, weil Mami mir eines dieser todschicken tablets gekauft hat und ich da viel bequemer meine Gedanken aufschreiben kann und dann ist das auch sehr platzsparend und es kann sicher niemand lesen, weil es mit einem Passwort geschützt ist. Dein kleines Metallschloss kann man schließlich ganz leicht knacken und dann findet meine große Schwester am Ende noch heraus, dass ich für Markus aus der 8. Klasse schwärme.

Wer ist Markus? Und wer bist du, der du hier mein Internettagebuch mit deinem kleinen quadratischen Papierbüchlein verwechselst hast?

Heute möchte ich euch ein  bisschen volljammern, von meinen Sorgen im Bezug auf handgeschriebene und nichttechnische Schriften, explizit dem »Tagebuch«. Denn es ist eine aussterbende Tugend, das Tagebuch schreiben.

Heute haben wir facebook oder twitter, wo wir unsere intimsten Gefühle auf der Pinnwand posten. Oder wir suchen uns soetwas, wie dieses Medium, den Internetblog. Aber wer benutzt noch wirklich regelmäßig das kleine Buch mit dem goldenen Schlösslein, das man wirklich irre einfach aufknacken kann? Niemand. Denn wie uncool ist das denn?

tagebuecher

Ich bekenne mich zum fleisigen Benutzer eines Tagebuchs. Und auch wenn meine Tagebücher nur die billige Version der moleskin-Notizbücher, eingebunden in einen selbstgestalteten Einband sind und ich die »allseits bekannten Tagebücher« nicht mehr benutze, schreibe ich tatsächlich fast täglich im Bus, in einer Freistunde oder aber am Abend im Bett meine Gedanken und Gefühle, meine Sorgen, meine Pläne, meine Ziele und natürlich sämtliche Ideen für Geschichten oder andere Dinge, die mich beschäftigen, nieder und blicke auch das eine oder andere Mal zurück. Es ist ein Notizbuch im Chaos der Gefühle. Entsprechend und an mich angepasst gestaltet, habe ich bereits 8 dieser Notizbücher im Laufe der letzten Jahre vollgeschrieben.

»At first I did not know it was your diary, I thought it was a very sad handwritten book

– Birdesmaids (2011)

Ein ständiger Begleiter, der dir helfen kann, dich aktiv mit deinen oftmals unverständlichen Gefühlen auseinanderzusetzen. Vor allem für Jugendliche ein wirkliche Hilfe, meines Erachtens.

Aber abgesehen davon, dass du nicht einmal mehr wirklich derartige Tagebücher findest in den einzelnen Schreibwarengschäften, ist die Jugend einfach zu faul Texte zu schreiben. Sie kaufen lieber die topmodel Freundebücher, damit sie Steckbriefe ausfüllen können. (Denk doch mal einer an die Fantasie, die dabei nicht weiter ausgeprägt wird!)

Tagebuch schreiben beruhigt mich und kann mir auch helfen schneller Lösungen zu meinen Problemen zu finden. Das ist wie Brainstorming nur in einem Fließtext. Zusätzlich ist das Schreiben von Hand etwas Essentielles, das nicht aussterben sollte: So und nicht anders wird seit Jahrhunderten geschrieben.

Was haltet ihr davon? Schreibt ihr ein Tagebuch? Mit der Hand oder am Computer? Würdet ihr gerne Tagebuch schreiben? Lasst mir einen Kommentar da!

Mit freundlichen Grüßen

Itchy

Dreadhead – übers Kiffen und die Vorurteile (mit einem Titel, der schon so abgedroschen klingt)

Peace maaaan,

meine Augen sind bisweilen mt etwas zu großen Pubillen versehen, verlangsamte Reaktion und ein dümmliches Grinsen trage ich immer als Accessoire und wenn jemand meine Person sieht, trage ich meistens eine schlabbrige Hose, ein kunterbuntes Blumenkleid und ein etwas sehr kräuteriger und illegaler Geruch umwirbelt mich. Ich bin ein riesen Fan von Symbolen, vor allem das ☮ und das ☯ machen mich ganz verrückt und ich zeichne sie ganz reflexartig überall hin. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten arbeitslos und kiffend im nächsten Park mit meinen Freunden, während wir zu fast einschläfernder Musik mit immer dem gleichen off-beat nach vorn und wieder zurück wippen. Yoga ist meine liebste Sportart und duschen ist ein Wort und ein Akt, der mir absolut unbekannt erscheint. Was ist eine Bürste?

cimg4970Ich bin Freund und begeisterter Anhänger des ausgelebten Klischees auf ironischer Ebene. Ich bin kein Anti-Hippie, meine Musik ist eine Mischung aus Rock, Indie-Rock und Folk und meine Abneigung von fehlenden Waschmöglichkeiten, grenzt an einem Hygienefimmel. Ich habe meine Haare zu verfilzten Schnüren auf dem Kopf und die kreativen Spitznamen, wie Tingeltangle Bob, Bob Marley, Pommeskopf oder Öko-Freak im Ohr.

Bekenntnisse sind doch jetzt total im Trend, mein Coming-Out ist hier und jetzt: Ich bin ein Dreadhead, ein Mensch, dessen Haare in verfilzte Zöpfe verarbeitet wurden. Der momentane Stand meiner Haare würde mit den Adjektiven verwuschelt, vulominös und wild wohl die Beschreibung sehr gut treffen. Ich mag zwar nicht nur Reggae, aber ich schätze das eine oder andere Lied aus diesem Genre, meine liebste Farbe Grün ist nicht etwa aus der großen Liebe zur Natur und der Fauna und Flora so, sondern einfach, weil sie angenehm in meinen Augen erscheint und ich sie ästhetisch ansprechend finde. Man könnte mich zurrecht einen Hippie nennen, weil ich tatsächlich rein äußerlich ganz gut in die allgemeine Vorstellung eines solchen Menschen passe (das mit den Haremshosen und den Haaren ist wirklich wahr), aber ich lasse mich nicht so gerne in ein Muster drücken. Ich bin ein Bücherdrache, ein Schreiberling, eine Spaziergängerin, manchmal eine Musikerin, eine Schülerin, ein Mädchen, ein Mensch. Von allem ein bisschen und nicht nur ein Hippie!

Aber eigentlich wollte ich hier über meine erneute Dreadheadumwandlung sprechen und nicht unbedingt über die vorherrschende Flut an Vorurteilen, die es, einmal am Rand, nicht nur bei Hippies gibt, sondern bei allen »Gruppen«, die nicht der »Norm« entsprechen. Nur mit den Hippies kann ich persönliche Erfahrungen verknüpfen.

Mit 15 Jahren, durch den Einfluss meiner lieben Ökoeltern und meiner festivalwütigen Schwester habe ich mich entschieden, dass man in einer konservativen und von Vorurteilen nur so geprägten Welt, wie meiner Schule oder Umgebung, ganz dringend ein Zeichen setzen muss, damit mal einige ihre Augen öffnen. Denn zu diesem Zeitpunkt hatten wir an unserer Gesamtschule nur circa drei Menschen, die sich ein bisschen schwärzer anzogen und vielleicht den einen oder anderen Menschen, der seine Haare ein bisschen punkig bunter, abseits der natürlich vorkommenden Haarfarben färbte. Aber nicht einer hatte eine raue und kratzige Filzfrisur, die mein Vater immer gerne mit einem Abstreifer vergleicht.

Demnach haben wir ein Zeichen setzen müssen, aber natürlich auch, weil ich es witzig und cool und schön finde.img_0172 Und während ich am Anfang wirklich noch wie ein Idiot mit Antennen ausgesehen habe, war das dann nach ca. einem halben Jahr schon fast ansehlich. Man darf sich dann schon den einen oder anderen unhöflichen Starr-Blick oder etwas zu laute Lästerattacken meiner Mitmenschen vorstellen. Genauso, wie man davon ausgehen muss, dass einen die Welt für einen Menschen hält, wie oben beschrieben. Aber wir haben ja bekanntlich genug Selbstvertrauen, um das zu stemmen 😉

Im Zuge meines Bolivienschüleraustausches habe ich sie mir dann abgeschnitten, hatte die abartigste Kurzhaarfrisur meines Lebens und sah ungefähr so bescheuert aus, wie man sich eben mit einer Pumuckelfrisur in Straßenköderblond fühlt. Ich wollte nicht, dass meine Gastfamilie da irgendwie Scherereien bekommt, nur weil ich ein Rebell sein muss (einige Bolivianer sind fast so konservativ, wie die Menschen hier – Yeah!)

Und jetzt, ungefähr genau ein Jahr, nachdem ich wieder zu Hause bin, waren meine Haare dann wieder so weit, dass ich so gelangweilt und genervt von dem einfachen-nach-unten-fallen war, dass meine Privatfriseuse (meine sooo begabte Schwester – sie hat mich nicht gezwungen das zu schreiben) sich wieder ein Herz gefasst hat und in den sechs Wochen Ferien immer wieder, wenn sie Zeit hatte, meine Haare weiter zu einer verfilzten Explosion zu tubieren. Zwei Tage vor Schulbeginn wurde die letzte Strähne meines stinknormalen Haares zu ultracoolen und sowas von atembreraubenden Dreads verwandelt. Und jetzt werde ich wieder blöd angestarrt, die Kommentare sind bis jetzt fast alle positiv (meine Gitarrenlehrerin meinte nur: »Deine schönen Haare!!«) und ich schau wieder aus, wie Puck aus »Ein Sommernachtstraum« von Shakespear. Und deswegen sollte ich wohl auch endlich meinen Text üben… 🙂

img-20150831-wa0029Aber um niemanden zu verunsichern, jeder darf seine Meinung zu Dreadlocks haben. Ob er oder sie das jetzt absolut hässlich findet oder eigentlich doch ganz witzig, bleibt jedem selbst überlassen, nur Kommentare, wie »Iiiih, wie ekelhaft!«, sind nicht notwendig: Auch die Dreadheads waschen ihre Haare wie normales Haar regelmäßig und überhaupt kümmert sich wahrscheinlich niemand so lange und zeitaufwändig um seine Haare, wie unsereins.

Und ihr? Was ist deine Meinung zu diesen Haaren? Und würdet ihr euch das auch mal machen? Oder wie tragt ihr eure Haare am liebsten? Schreibt mir!

Liebste Grüße und peace out  ✌ !
Itchy

Du und dein kaputter Schlafrhythmus

Hallo Welt,

fühlt euch gegrüßt in meiner ganzer persönlichen Kriese. Die Sache mit dem vermaledeiten Schlafen. Der menschliche Körper ist nunmal so angelegt, dass er eine gewisse Anzahl an Schlafstunden braucht, um genug Energie tanken zu können für den Tag und das Leben. Und es ist wohl auch allgemein bekannt, dass Teenager, der: gemeingefährlich und hochpupertär einen so hochverschobenen Schlafrhythmus hat, dass jeder, der Schule um 7.30 Uhr ansetzt, ein gemeiner Sadist ist.

Aber wir verstehen das, wenn unsere Eltern uns trotzdem und ohne Erbarmen an einem wunderbaren Samstag schon um 8.30 Uhr aus dem Bett werfen, denn sie können das bestimmt aus ihrer Jugend nicht mehr wissen. Und wir erzählen ihnen natürlich auch nicht, dass wir bis tief in die Nacht Bücher gelesen haben, gezoggt oder einfach das Internet unsicher gemacht haben. Wer sind wir denn?

Aber man kennt das ja, wenn man spätnachts immer noch wach liegt und sich immer wieder im Kopf vorbetet: »Morgen bist du so fertig und kannst sicher gar nichts machen.«. Und dann macht man es trotzdem und und und. Aber lässt man dann erst einmal wieder die Schule nach den Ferien anfangen, dann werden aus den 8 Stunden Schlaf, schnell wieder nur 5 und dann bist du am Ende und das ist nicht schön.

Ich muss ja zugeben, dass die Hälfte der Waldmenschen, mich eingeschlossen tatsächlich zu der unvernünftigen Art zählt und wir dann manchmal im Deutschunterricht in der 1. Stunde vor uns hinjammern und dann ganz natürlich die Frage geäußert wird, wie lange man geschlafen hat. Teenager sind eben unbelehrbar und da ist sicher nicht gut, aber auch nicht zu ändern.

Aber nachdem ich nun die letzten beiden Tage wieder bis jeweils 4.00 Uhr Nachts wach in meinem Bett lag und unbedingt noch dieses Buch fertig lesen musste, ist es mir erst wieder einmal aufgefallen, wie kaputt doch mein angepasster Schlafrhythmus ist. Aber das ist im Moment auch noch nicht das Problem, schließlich haben wir Ferien.

Und vielleicht (ein großes Vielleicht) wird er sich auch wieder einpendeln, wenn ich mich nur ganz arg anstrenge, aber das sagt man auch so leicht. Und jetzt sitze ich hier und habe die wunderbar veilleichblausten Augenringe, die die Welt jeh gesehen hat und meine Augen jucken und brennen und meine Glieder sind schwer, was sicher nicht am übertriebenen Sport liegen kann. Aber immerhin bin ich wieder einmal gefühlstechnisch zerstört, weil ich die Chroniken der Schattenjäger mit Will, Jem und Tessa fertig gelesen habe und dann noch 3 gefühlte Stunden wach lag und über alles nachgedacht habe und das ist es auch irgendwie wert, denn dieses warme Gefühl, das mich beschleicht, wenn ich wieder an diese Geschichte denke, das entschädigt mich für die fehlenden Stunden. So denkt schließlich jeder, dessen Rhythmus vor die Hunde geht und deswegen ist das auch deren Sache.

»Aber nein, ich bin die Gesellschaft und ich sage euch, dass ihr euch anpassen müsst, anpassen müsst, anpassen müsst, denn das ist es, was euch ausmacht: Anpassung und vom ersten bis zum letzten Sonennstrahlen arbeiten!«

Tja, meine drastische Überspitzung zeigt eben, wie müde ich bin. Gehabt euch wohl und fallt nicht um!

Itchy

Echte Teenagerprobleme eben

Am Montag habe ich, aus Ermangelung einer Muse für ein Gedicht über die Ziele im Leben und das Selbst – Finden geschrieben. Denn das schwirrt mir im Moment wieder dauernd im Kopf herum. Natürlich ist das ein Thema, das uns, die gerade aufwaschsen und sich im Leben behaupten müssen, oft beschäftigt und bis zu einem gewissen Punkt auch beschäftigen sollte.

Die Zufriedenheit mit der eigenen Person.

Diese Zufriedenheit ist sowohl auf die Person als auch das Aussehen auszulegen, denn welcher jugendlicher Geist stand nicht schon einmal da und hat sich über seine Erscheinung beschwert. Ob das nun ehrlich ist oder nicht, wir haben alle zu knappern. Denn wenn wir nicht jammern, was sind wir dann noch?

Wir wollen Aufmerksamkeit und sind auch so schrecklich darauf angewiesen. Wir müssen unseren Platz finden und um das zu erreichen benötigen wir erst einmal uns selbst und dann am besten noch die Zufriedenheit mit diesem Selbst. Frech und selbstbewusst kommt weiter!

Ich arbeite nun schon wieder eine geraume Zeit daran mein Gefühl für die Wichtigkeit der äußeren Erscheinung abzustellen. Mit der Kleidung klappt das schon ganz gut. Was aber auch keine Kunst ist.

»Ich brauche noch heute, mit 17 Jahren die Beratung, ob ich dieses Shirt mit der Hose anziehen kann und ob es dann gut aussieht ist zweifelhaft. Mein Geschmack für gute Mode ist definitiv verkümmert oder war nie vorhanden. Nennt mich Modebanause.« – Itchy

Und natürlich ist diese Arbeit meist aussichtslos, weil wir Teenager sind und immer ein Problem haben. Doch dieses Buch, dass ich euch morgen vorstellen werde, hat meinen Blick auf mich und meinen Körper wieder einmal komplett verändert und auch so viel selbstbewusster gemacht, denn:

»Mein Körper ist keine Demokratie. Mein Körper ist eine Diktatur und ich bin der Alleinherrscher. Hier gibt es keine Wahlen. Jeder Putsch wird gnadenlos niedergeschlagen!« – Stand up!: Julia Korbik

Und diese Aussicht gibt mir mehr Power als man mir geben könnte. Und da haben wir es wieder. Wörter haben die Macht und zu verändern! Und das kann einen enorm kribbelig machen, denn das ist es, was ich im Moment bin: Aufgedreht!

Und sobald du mit deinem Körper wieder mehr im Reinen bist, steigt auch unser Selbstbewusstsein so ungemein und wunderbar und ich bin im Moment eigentlich nur fähig wilde laute und kraftvolle Musik zu hören und mich so mächtig zu fühlen, als gehöre mir die Welt! Denn das Leben ist schön und du bist es auch! Du brauchst keinen Körper, wie die Gesellschaft und die Welt es uns predigt, du brauchst keinen perfekt geformten Charakter. Denn du bist perfekt und wunderbar. Wenngleich Perfektion relativ ist und wir Menschen sie eben nur dadurch erreichen können. Mit Zufriedenheit!

(Absolute und komplette Zufriedenheit empfinde ich natürlich auch nicht, wie auch? Dann wäre das ja alles absolut umsonst! Über was sollte ich mich dann aufregen? Was sollte ich anprangern? Denn nur weil ich mich wieder selbstbewusster fühle, muss ja nicht gleich die Welt gut sein. Hehe.)

Man sieht sich wieder, weil die Welt sich dreht!

Itchy

Welcome to the f****ing world of teenagers

Mit meinen 17-Jahren hab ich im Leben wohl noch nicht genug erlebt, um unglücklich sein zu dürfen. Dafür ist mein mehr oder weniger enorm behütetes Leben einfach viel zu untraurig. Ich hab tolle Eltern, die für ihr Alter auch noch richtig cool sind und nur ab und an ein bisschen den inneren Spieser rauslassen. Wir haben ein großes Haus und einen schönen Garten. Ich hab dieses Art von Freunden, bei denen ich so absolut dankbar bin, weil sie eben meine Person zu 100% tolerien und auch einmal die anstrengenden Tage mit mir überstehen. Die haben ein großes Herz, auch für die anstrengende Sorte Mensch.

Und gerade deswegen sollte ich eigentlich immer noch in der Lage sein die restlichen Menschen, hier in der Umgebung einfach auszublenden und meine Energie nicht dafür zu verchwenden mich über sie aufzuregen. Ihr müsst wissen, es lebt hier an diesem netten Ort DawoderPfefferwächst, schon die Ausgeburt der konservativen Menschheit. Der Ort in dem meine Schule liegt ist noch ein Stück größer aber nicht im mindesten besser, was die Toleranz und Weltoffenheit angeht.

Ich hatte schon im zarten Alter von 14 Jahren meine großen Probleme mit dieser Einstellung aber irgendwann in der Zwischenzeit hab ich dieser »Emotionalität für die Gerechtigkeit und eine bessere Welt« eine Pause gegönnt und deswegen hat mich die Unzulänglichkeit meiner Klassenkameraden dann fast schon belustigt. Aber dann kommen wieder diese Momente und ich möchte schreien vor Frust. Geht’s noch?!

Eine kurze Geschichte, aus unserem Alltag:

Wir haben im Moment die Probeshirts für die Abishirts da und alle probieren sie, um die richtige Größe zu erörtern. Und eine Klassenkameradin mit einer sehr bestimmerischen Art, die wirklich immer und überall ihre Meinung vertritt (kurzum eine der interessanteren Personen im Leben) und nicht unbedingt bei diesen recht einfältigen Freunden des Alkohols beliebt ist (vor allem die Jungs fürchten sich vor ihr, weil sie stärker und beeindruckender ist als jedes arme Würstchen unter ihnen). Sie hat eben auch eines der T-Shirts anprobieren wollen. Und da sie eben nicht so zimberlich und prüde ist, wie alle anderen, zieht sie zum Probieren eben auch das T-shirt aus und steht dann zum Schrecken der Primaten im BH da! DAMDAMDAAA!

Nein, hat sie nicht getan, wie kann sie sich soetwas erlauben!

Eben genau die gleichen Jungs, die halbnackte Frauen als Sperrbildschirm auf ihrem Smartphone besitzen und die Kalender der Bikinimodels nicht unbedingt abstoßend finden. Eben genau diese Jungen sitzen dann in der Gruppe zusammen und kommen mit Sätzen, die mich innerlich an einen Vulkanausbruch erinnern.

Das macht ein Mädchen nicht. Das macht ein anständiges Mädchen nicht!

Im nächsten Moment musste ich leider den Raum verlassen. Denn ganz ruhig Itchy, mit Dummen diskutieren bringt nichts und frustriert nur noch mehr. Und das schlimmste daran waren vielleicht nicht mal unbedingt die Jungen, nein das auch noch eine Gruppe Mädchen daneben stand, die wirklich nichts besseres tun konnten als dieses Verhalten des Mädchens (neben bei bemerkt: gleiches Geschlecht!) ebenso abzuurteilen, wie ihre männliche Komponente.

Was im BH, oh gott wie abartig!

Ist diesen Menschen überhaupt auch nur einmal in den Sinn gekommen, was sie da reden? Die Tatsache, dass ein Junge auch einfach sein T-shirt ausziehen darf, ohne mit einer derartigen Diskussion zu rechnen, wird vollkommen außer Acht gelassen. Und dann bedenke man doch wirklich einfach mal, dass ein Büstenhalter genau das Gleiche ist, wie ein Bikini-Oberteil im Schwimmbad und dem sind sie ja wohl ebenso wenig abgeneigt wie den Bildern leicht bekleideter Frauen. Und die Mädchen, die es doch eben wissen sollten, dass dies der Fall ist. Vielleicht empfinde ich das wirklich noch am Schlimmsten. Meiner Meinung nach ist dieses ekelhafte Wettbewerbsdenken unter Frauen und Mädchen wirklich nur noch traurig. Und jetzt ist meine Wut auch wieder ein wenig abgeflaut. Nach außen hin, im Inneren lodern die Flammen hoch!

Und jetzt werde ich mich wohl meiner inneren Unruhe hingeben und wilde Träume leben, denn nur wer in Flammen steht, kann eine Idee in Brand setzen!

I’m out and over

Itchy