Fleetwood Mac – I will go my own way!

Es ist einer dieser Momente, wenn ich den alten Plattenspieler meiner Mama wieder einmal vom Deckel befreie und dann einmal kurz versuche nur mit der Kraft meines Lungenvolumens den einen Staubflusen von der Nadel zu bekommen; dann genau dann nehme ich die Platte aus der Hülle, entferne noch den Papiereinschlag und treffe natürlich erst nach einigem Suchen den genauen Platz der Platte.

Dann putze ich mit dieser fancy Bürste nocheinmal „Rumors“ ab und platziere die Nadel kurz vor Beginn des ersten Songs.

Und los geht’s! Musik ab! Oder wie Aligatoah sagen würde: Melodie~~~

Fleetwood Mac ist mir das erste Mal begegnet, da war ich 13 Jahre alt und hab die gute Musik meines Papis noch mehr für mich entdeckt. Besonders beeindruckt hat mich »Go Your Own Way«, praktisch die Titelmelodie für mich, den rebellischen Teenager, der zur der Zeit absolut stolz darauf war, immer genau das Gegenteil zu machen, was sonst alle taten (in deinen Träumen Baby!).

Nach und nach hab ich mich in »Tusk« und »Dreams« verliebt und irgendwie auch in Stevie Nicks und den Rest der Band, die zusammen so wunderbar verschlagen und wild aussahen.

Doch ganz gleich wie lange ich diese Lieder schon rauf und runter höre, noch nie habe ich mir Gedanken zu der Entstehung, der Probleme, der Geschichte dieser Band gemacht.

Aber jetzt können wir hier gemeinsam etwas lernen, hört gut zu!

Fleetwood Mac hat seinen Namen ganz uneinfallsreich von zwei der Gründungsmitglieder bekommen. Ursprünglich war der Name noch »Peter Green’s Fleetwood Mac«, aber nachdem das dritte Gründungsmitglied Peter Green (neben Mick Fleetwood und John McVie) die Band verlässt, bleibt »Fleetwood Mac« über.

Wir haben das Jahr 1967 und die drei oben genannten Herren lernen sich durch die Bluesband »The Bluesbreakers« kennen und gründen »Peter Green’s Fleetwood Mac«, die Bluesband, die bis Ende der 60er Jahre besteht – die Mitgliederbesetzung wechselt ständig, nur Fleetwood und McVie bleiben bestehen.

Christine Perfect (Sängerin und Keyboardspielerin und spätere Frau McVies) kommt zur Band, doch die Band hat bereits eine Krise, da der Drogenkonsum bei den Mitgliedern immer mehr zunimmt und Peter Green die Gruppe deswegen verlässt. Das erste Rockalbum der Band »Kilin House« zeigt nicht die erwünschten Ergebnisse und das Verschwinden des Gitarristen Jeremy Spencer hilft da auch nicht (dass er bei der Sekte »Children of God« auftaucht macht es nicht besser – warum nur Jeremy?)

101 Fleetwood Mac

Aber vielleicht ist das mit den Schwierigkeiten auch etwas, das einen stur macht und genau deswegen bringen sie »Future Games«, eine Pop-Platte raus. Der neue Gitarist ist Bob Welch. Zwei Alben und zig Umbesetzungen später, steigert sich die Bekanntheit der Band trotzdem irgendwie.

Typisch Rockstarleben streitet die Band bei fast allen Auftritten und der Manager fasst aus Angst vor Minusgeschäften einen Plan: er stellt ein paar Musiker zusammen und verkauft diese Komposition als »Fleetwood Mac« an die  Zuschauer. Der gewonnene Gerichtsstreit gegen den Manager inspiriert zu »Heroes Are Hard To Find« und sorgt für einen neuen Aufschwung.

BÄM und plötzlich ist er da, der Erfolg, ebenso Stevie Nicks und Lindsey Buckingham und sie können sich auch Chartstürmer nennen. »Rumours« startet durch wie nochmal was, denn es sind so viele Gefühle und Tränen und Schmerz darin verarbeitet. Nach»Tusk« und ein paar Platin-Auszeichnungen trennt sich die Band vorrübergehend.

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1982 gibt es eine Wiedervereinigung und 1993 verlässt nach Lindsey Buckingham auch Stevie Nicks die Band. »Behind the mask« ist das letzte Album in der erfolgreichen Combo.

Vorerst, denn April 2003 sind sie dann plötzlich wieder gemeinsam unterwegs und kündigen nicht nur eine Tour an, sondern auch ein neues Album – wow!

Was für ein Auf und Ab, das klingt nicht so romantisch wie die eine Garagenband, die sich nach Jahrelanger Freundschaft und unzähligen Jamsessions endlich in die Öffentlichkeit traut. Eher nach Geschäft und kalkulierter Liebe zur Musik. Für das Romantiker-Rockstarherz tut das weh, aber was soll man machen?

(By the way: geniales Video!)

Kennt ihr Fleetwood Mac? Was ist euer liebstes Lied? Wie empfindet ihr die Geschichte der Band? Spielt das eine Rolle für euch, ob die Band hinter der Musik eine leidenschaftliche Beziehung zur Musik und dem Bandgefüge hat oder reicht es euch, wenn die Musik gut ist? Welche Band hört ihr schon lange und wisst aber kaum etwas über deren Geschichte? – Lasst es mich wissen!

Immer der Nase nach, Itchy

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Tessa Gray – »If no one in the entire world cared about you, did you really exist at all?«

Tessa Gray ist ein Mysterium für mich.
Als Heldin der Clockwork-Reihe war sie mir immer eine interessante Persönlichkeit.

09 Header Gedanken über Persönlichkeiten mit Wasserzeichen

Es gibt eine Menge starker Frauen in Büchern und auch Tessa ist eine davon, aber sie ist gleichzeitig auch nicht die einzig ware.

»Men may be stronger, but it is women who endure.«

Tessa Gray, heißt eigentlich Theresa ist in New York geboren und aufgewachsen und hat da zusammen mit ihrem Bruder Nathaniel bei ihrer Tante Harriet das Leben eines Menschen gelebt, ohne von der Existenz der Schattenjäger und Schattenweltler zu wissen. Erst als sie mit 17 Jahren zu ihrem Bruder nach London zieht, weil ihre Tante gestorben ist, wird sie hineingezogen in die dunkle und düstere Welt der Schattenjäger.

Kommen wir zu einem unglaublichen Charakterstilmittel, das man in der Literatur oft findet und hier auch genutzt wurde – ironisch, wie ich finde.

Theresa Gray (also Grau) ist ein Mädchen mit regenGRAUEN Augen und mausbraunen Haaren. Sie bezeichnet sich selbst als Durchschnitt und hat einen ernsten Gesichtsausdruck. Sie ist nicht so auffällig, weder durch Aussehen, noch durch ihr besonders extravagantes Auftreten. Sie ist eine junge Frau, die eher zurückhaltend ist, aber auch ihre eigene Meinung kundtun kann. Man könnte meinen, sie wäre eine graue Maus und genau das soll ihr Name auch implizieren. Clever Frau Clare, wirklich clever.

49-tessa-grayTessa ist also die »durchschnittliche« Hauptfigur aus einem Jugendbuch, mit der sich jeder identifizieren kann, die in ihren eigenen Augen natürlich eher weniger beeindruckend ist, aber von vielen anderen als besonders und unglaublich schön wahrgenommen wird – das ist dann wieder einmal ein Klischee!

Tessa für sich, wenn man sie auf den ersten Blick sieht, scheint also nicht wirklich aufzufallen, außer durch ihre Größe (sie ist ziemlich groß…). DOCH!

Irgendetwas muss sie haben, dass sie zu einer so beeindruckenden jungen Frau macht, dass sie nicht nur einige Bösewichte Londons für sich haben möchten, sondern sich auch zwei der besten Freunde auf dieser Welt wegen ihre voneinander »distanzieren«.

Denn Tessa hat nicht nur alle anderen Schattenjäger des Londoner Instituts verzaubert, sondern auch Will Herondale und Jem Carstairs, die besten Freunde und Parabatei, die die Welt je gesehen und gerochen hat vollkommen für sich gefangen.

Will, der sich geschworen hat, dass er niemanden mehr an sich heranlässt und der schon für Jem eine Außnahme gemacht hat, öffnet sein Herz und bringt es nicht über dieses so gemein und fies zu Tessa zu sein, wie er eigentlich möchte.

Auch Jem, der nie jemanden die Bürde seiner Krankheit mitauflegen wollte, war Tessa so weit verfallen, von Kopf bis Fuß, dass er gar nicht mehr in der Lage war, selbstaufopfernd zu sein.

Theresa Gray – ein magisches Mädchen mit ganz wundersamen Fähigkeiten. Die einzige ihrer Art und einfach amazing. Sie verzaubert Menschen, nicht nur durch ihr Aussehen, sondern viel mehr durch ihre Schlagfertigkeit und ihrer starken Liebe und Zuneigung.

Außerdem ist sie auch noch ein ungemein großer Bücherwurm, die sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Leben wie in einem ihrer Lieblingsromane zu leben.
Lucie, ihre Tochter wurde nach einer der Figuren aus Charles Dickens Roman »Eine Geschichte von zwei Städten« benannt, das nenn ich mal librophil!

Tessa Gray soll uns den Eindruck vermitteln, sie wäre eine graue Maus und nichts besonderes, aber jeder der ihr gegenübersteht und mehr als nur fünf Minuten mit ihr verbringt, der erkennt, dass das nicht stimmt: das sie eine fantastische, intelligente, warmherzige, selbstbewusste und starke junge Frau ist, die in einer männerdominierenden Gesellschaft trotz widriger Umstände ihren Willen durchsetzt und Berge versetzt!

Kennt ihr Tessa? Habt ihr die Clockworkreihe gelesen? Was haltet ihr denn davon? Was denkt ihr über das Setting? Wie empfindet ihr Tessas Darstellung im Buch? – Lasst es mich wissen!

Lasst das Licht an, Itchy

John Green – »The world is not a wish-granting-factory.« Vielleicht, aber gut ist es trotzdem!

Wir haben uns in einem Buchladen das erste Mal getroffen. Es war wie der Beginn einer dieser ganz großen Liebesgeschichten. Wie der Beginn einer Liebesgeschichte, die die Welt in ihren Grundfesten erschüttern wird, einen Moment innehalten wird und sich dann wieder weiterdrehen wird. Es war eine dieser Liebesgeschichten!

09 Header Gedanken über Persönlichkeiten mit Wasserzeichen

Er hat mich lange begleitet, seine Worte ganz oft und ganz viel in meinem Kopf und ein bisschen wie tanzende Strichermänner, nur weniger rätselhaft, als die bei Sherlock Holmes. Es waren fröhliche, sarkastische und manchmal auch sehr, sehr traurige Strichmänner – die volle Bandbreite an Emotionen in den Strichmännern.

98 John Green 2Doch die, die mir die Wörter eingeflüstert haben, das waren nicht etwas 2D-Strichmännchen, sondern runde, volle Charaktere, die in den Moment ihres Lebens eingefangen wurden und von ihm auf weiße Seiten gedruckt wurden.

Ich hab mich auch nicht zuerst in ihn verliebt, sondern in seine Geschichten, in seine Flüsterfreunde: in Hazel und Gus, in die Katherines, in Colin, in Lindsay, in Will und Will, in Tiny, in Margo und Quentin, in Miles und Alaska und auch in die drei aus »Let it snow«, Tobin, JP und den Herzog und alle anderen, die dabei waren!

Hals über Kopf verliebt!

John Green, der Magier mit den sooooo traurigen Jugendbüchern, den lustigen Typen, der ein bekannter YouTuber ist, aber auch nach 10 Jahren Vlogbrothers und Nerdfighteria noch nicht wirklich Videos schneiden und bearbeiten kann, genau der!

John Green, der immer auf die beiden Fragen »Wer war dein Lieblings-Beatle?« und »Was ist deine Lieblingsfarbe?« mit John und Green antwortet. Er wird in diesem Jahr noch 40 Jahre und das glaubt man wahrlich nicht, wenn man ihn so reden hört, weil er eben doch ein Kind ist. Auch wenn er in einem Interview (Blaue Seite, 2012) sagt:

Bist du jemals erwachsen geworden?
»Ich bin sehr viel erwachsener als ich es einmal war. Viel lieber würde ich auf diese Frage mit „Nein“ antworten. Aber wenn man erst einmal ein Kind hat, wird man sehr schnell erwachsen.«

97 John Green 1Er ist New York Times Bestseller Autor und vor allem durch »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« bekannt geworden, aber auch seine anderen Werke, wie »Eine wie Alaska«, »Margos Spuren« und »Die erste Liebe: Nach 19 vergeblichen Versuchen« sind Werke, die fast jeder schon einmal im Buchladen stehen hat sehen. Er schreibt laut einigen Stimmen, pseudotiefsinnig, mit »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« auch noch SickLit und überhaupt eher so durchschnittliche Jugendbücher, aber das stimmt nicht!

Denn der Typ kann schreiben – hat laut eigenen Aussagen in seiner Kindheit viel geschrieben, in seiner Schulzeit dann weniger, aber dafür wieder im College – und wie! Er hat einen Schreibstil, der einem leicht fällt und zum umfallen lachen lässt und dabei so wunderbar ironisch ist und nicht auf die gezwungene kitschige Art, sondern auf eine sehr natürliche Art tiefsinnig ist. Irgendwo trieft es dann natürlich ein bisschen, aber es sind ja nunmal auch immer Geschichten von der ersten Liebe und die ist immer ein bisschen kitschig.

»I’ve always liked quiet people: You never know if they’re dancing in a daydream or if they’re carrying the weight oft he world.«
– Looking for Alaska, John Green

99 John und Hank GreenJohn Green ist aber nicht nur ein ziemlich bekannter und damit auch erfolgreicher Autor von Jugendbüchern, die ein bisschen kitschig sind, sondern betreibt auch mit seinem Bruder Hank seit nunmehr 10 Jahren einen YouTube Channel mit dem Namen »Vlogbrothers«, dessen ursprüngliche Idee es war, dass die beiden immer abwechselnd ein Jahr lang ein Video, also einen Vlog drehen und das dann hochladen und nur so kommunizieren. Nach dem Jahr hatten sie so viele Zuschauer, dass sie weitergemacht haben und bis heute einer der erfolgreichsten YouTubechannel der USA betreiben. Ihre Fans nennen sich Nerdfighteria und haben auch eine eigene Homepage.

Er hat Englische Literatur und Vergleichende Religionswissenschaften studiert und wollte ursprünglich Pastor werden, hat das dann aber doch abgebrochen und hat stattdessen eine Weile Buchrezensionen für ein Magazin geschrieben. Zeitgleich hat er seinen ersten Roman »Eine wie Alaska« verfasst und nachdem der dann eingeschlagen hat, wie eine Bombe, war er eben Autor.

»My thoughts are stars I cannot fathom into constellation.«
– The faults in our stars, John Green

Sein Hund heißt »Fireball Wilson Roberts«, das sagt einfach auch schon zu viel.

John Green ist ein fantastischer Autor und wahrscheinlich auch überhypt und in vielen Fällen auch ein wenig zu oft erwähnt worden, aber er ist und bleibt ein Autor, der mein Leseverhalten, meine Liebe zu Büchern, die eine oder andere Beziehung zu Menschen und ein wenig die Einstellung zum Leben maßgeblich beeinflusst hat und genau deswegen muss dieser »Liebesbrief« hier endlich einmal gepostet werden, verdammt!

John Green, schreib doch wieder einmal ein Buch 😉

In Liebe,
Itchy

Habt ihr schon was von ihm gelesen? Was war euer Liebstes? Wie findet ihr seinen Schreibstil? Gehört ihr zur Nerdfighteria? Wer ist eure liebste John Green Figur? Habt ihr ein Lieblingszitat? Habt ihr einen Autor/eine Autorin, der/die euch so ans Herz gewachsen ist? – Lasst es mich wissen!

Veronica Lodge – »I don’t follow rules. I make them…

…and if necessary I break them.«

Ich hab Riverdale durchgeschaut und trotz der überzogenen Klischees und dem unübersehbaren Spielplatz »Highschool« mochte ich es. Sehr sogar. Das kann auf der einen Seite an der wirklich coolen retro-aber-trotzdem-professionellen-Filmkunst liegen, aber auch an den Figuren. Die sind alle so wunderbar überzeichnete Charakter und gleichzeitig nimmt die Serie genau das auch auf die Schippe und gibt ihnen noch unzählige kleine Feinheiten, die sie zu runden Figuren machen.
Meine Sicht auf die folgende Person ist nur meinem Wissensstand der Serie »Riverdale« nach geschrieben, die Figuren, wie sie in den Archie Comics sind, sind mir nicht bekannt.

95 Veronica LodgeVeronica Lodge ist die Tocher des reichsten Mannes von Riverdale  Hiram Lodge und der aus Riverdale stammenden Hermione Lodge. Wir sehen, da muss die Kohle fließen!
Ja und das sieht man Veronica auch an, denn ganz gleich ob ihr Vater nun im Gefängnis sitzt und ihm sein Vermögen damit ersteinmal entzogen ist, trägt Veronica immer noch Louboutin und ist auch sonst sehr edel gekleidet.

Schicke Kleidung, nach wie vor ein gutes Vermögen, eine Luxuxsuite als Wohnort, einen »Angestellten der Familie« Smithers und die Nase ganz weit oben. Das macht Veronica Lodge auf den ersten Blick durchaus zum versnobbten Bonzenkind, aber sie kann noch so viel mehr sein.

Sometimes Veronica Lodge is a spoiled brat and arrogant and egotistical.  Believe me, she was the Paris Hilton of Riverdale in comic and animated series.  Sharpay Evans was like Veronica Lodge, arrogant and egotistical and spoiled brat, but sometimes she has a consicence and always redeem herself like Veronica. In the live action series, here she is Serena Van Der Woodsen of Gossip Girl.  Trying to redeem herself and fighting for redemption.
– Kommentar auf Riverdale Wiki von Cinemabobby

Veronica kommt am Anfang der Serie, als wir in Riverdale auch noch sehr neu sind in der Kleinstadt an und hat ihre erste Begegnung mit der Gang im »Pop’s Chock’lit Shoppe«, sie kauft Burger und Zwiebelringe für sich und ihre Mutter nach einer langen Anreise. Das zeigt auch, dass Veronica trotz ihrer reichen Vergangenheit in New York irgendwie auf dem Boden geblieben ist und auch einfach in einen Schnellimbis gehen und dort Essbares besorgen kann.

Veronica hatte in New York vor der Festnahme ihres Vaters einen ganz anderen Alltag als in Riverdale und auch eine ganz andere Einstellung zum Leben. Mit ihrer besten Freundin waren sie Level A-Bitches und haben dementsprechend allen, die nicht selbstbewusst waren das Leben zur Hölle gemacht; einem Mädchen sogar so stark, dass sie die Schule gewechselt hat und jetzt in Therapie ist.

Nach dem Umzug nach Riverdale plant sie die »neue Veronica« und möchte ihre Person 96 Veronica Lodgeganz anderes ausleben, denn abgesehen von ihrem verwöhnten Lebenswandel ist Veronica ein Mensch mit einem ziemlich großen Herzen: sie möchte wirkliche Freunde finden.
Veronica ist schlau und sehr selbstbewusst, kann trotz ihrer Veränderung Unrecht nicht sehen und lässt dann die kalte Bitch raus, wenn ihre neuen Freunde angegriffen werden.

Während alle ihre Freunde langsams durchdrehen, wegen dem Verschwinden von Jason Blossom, beobachtet Veronica das von der unschuldigen Position des New Kids aus und kann dann im richtigen Moment objektive Tipss geben.

Veronica kann gut reden und ist auch sehr sportlich – ein Cheerleader, aber kein typischer. Sie kann gut singen und ist ganz schön mutig.

Sie ist eine dunkelhaarige Schönheit mit eher dunkleren Teint und großen braunen Augen – eine ungemein attraktive jungen Dame!

Obwohl sie immer wieder die eine oder andere Auseinandersetzung mit ihrer Mutter hat, haben die beiden schon eine ziemlich gute Beziehung zueinander und als Vronica bei Cheryl übernachtet und dabei deren Mutter kennenlernt, bemerkt sie wieder einmal was sie an ihrer Mutter zu schätzen weiß: einfach dass sie eine Mutter ist, die ihre Tochter auffängt, wenn es alleine nicht mehr geht.

Mit ihre Vater ist die Beziehung ein bisschen komplizierter, denn während er so gut wie nie da war und immer nur teure Geschenke für seine Tochter hatte, hat er bei zahlreichen kriminellen Machenschaften seine Hände im Spiel gehabt und demnach ist sich Veronica nie ganz sicher, ob sie ihm vertrauen kann oder nicht. Viel zu oft steht sie vor dem Punkt, an dem sie erkennen muss, dass sie ihren Vater überhaupt nicht kennt.

Betty ist in Riverdale ihre beste Freundin und die beiden passen auch so gut zusammen, sie unterstützen sich gegenseitig, können über alles reden, verstehen sich und können Spaß miteinander haben.

Archie ist seit Veronicas Ankunft bereits ein Love Interest und die Spannung zwischen den beiden ist manchmal auch fast für den Zuschauer spürbar. Ein schönes Shipping übrigens, auch wenn mir Beronica nochmal sehr viel besser gefällt, weil es nocheinmal viel magischer zwischen den beiden ist.

Veronica wird trotz allem noch als Bitch dargestellt, vor allem im Kampf gegen Cheryl Blossom und genau deswegen und weil sie vielleicht ein bisschen zu selbstbewusst ist, mögen sie viele nicht (Es kann eben nicht jeder ein niedlicher kleiner Jughead Jones sein, den alle lieben…).
Ich für meinen Teil finde sie ist eine unglaubliche junge Frau, die trotz widriger Umstände ihren Weg geht und dabei nur ab und an ein bisschen wankt. Sie ist eine gute Freundin und meint es eigentlich fast immer gut, gleichzeitig erkennt sie Ungerechtigkeiten und kämpft dagegen.

Habt ihr Riverdale schon gesehen? Wie findet ihr Veronica? Mögt ihr sie/Ist sie euch sympathisch? Warum? Warum nicht? – Lasst es mich wissen!

Manu Chao – he’s back!

Manu Chao ist wohl der Hälfte der Erde ein Begriff, oder?
Er ist ein Musiker, der in zig verschiedenen Sprachen seine Gedanken, seine Message an die Welt bringt und dabei jeden zum Fühlen und auch Tanzen bringt.

Als französischer Musiker mit spanischer Abstammung und einem wachen Geist für Ungerechtigkeit in der Welt hat er etwas zu sagen.

José-Manuel Thomas Arthur Chao ist heute 56 Jahre alt und ein Weltmusiker, ein Musiker, der die Welt erreicht.

Allerdings ist seine Meinung zu diesem „Titel“ eher vornehmlich zurückhaltend, weil er sich noch nicht bereit fühlt mit seinem Idol Bob Marley verglichen zu werden.

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Seine Eltern (Papa war Journalist und Musiker, die Mutter Künstlerin), die vor dem faschistischen Regime in Spanien unter General Franco geflohen sind haben ihn durch das Zuhause mit Besuch von lateinamerikanischen Intellektuellen, Musikern und anderen Künstlern kulturell mit dem spanischen/lateinamerikanischen Raum vertraut gemacht. Während zuhause immer Spanisch gesprochen wurde, haben er und sein Bruder Antoine auf den Straßen des Pariser Vororts Französisch mit ihren Freunden mit ganz verschiedenen Backgrounds aus allerwelt gesprochen. Ein bunter Kulturmix und genau deswegen ist er heute so, wie er ist.

Sein politisches Engangement war zu den Zeiten seiner früheren Bands Hot Pants Mitte der 1980er Jahre und Los Carayos (1986 – 1994) noch nicht wirklich bemerkbar und auch die ersten Songs von Mano Negra waren nur teilweise politisch engagiert, dennoch wurden einige davon im französischen Fernsehen zensiert, weil sie kommunistisches und revolutionäres Gedankengut aufgewiesen haben.

Manu Chao macht Musik und die ist genau die richtige Mischung aus Botschaft, Leidenschaft und Tanzen.
Seinen Musikstil bezeichnet man als Mestizo. Dabei verschmelzen traditionelle lateinamerikanische und spanische Rhythmen (Salsa, Flamenco, etc.) und Einflüsse aus Punk, Ska, Rap, Dub, Reggae, Dancehall und elektronischer Musik. Das macht Mestizo auch so ungemein tanzbar – traumhaft.

Beim Mesitzo sind die Texte fast immer politisch (ganz gleich ob es die ganze Welt angeht oder ein Land/einen Landstrich). Hauptthemen sind soziale Probleme, wie Unterdrückung, Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Die Gruppen haben oft Mitglieder mit ganz unterschiedlichem Migrationshintergrund.

Durch die lauten und auch klingenden Töne und den Inhalt wurden Manu Chaos Lieder auch oft in Lateinamerika, vor allem aber in Mexico bei Demonstrationen gespielt.

Manu Chao zeigt aber nicht nur durch seine Musik sein Engagement, sondern ist auch seit Jahren offen politisch aktiv: Mit Mano Negra, seiner ersten Band bei der er lange Jahre Leadsänger war, hat er finanziell die ELZN (Zapatistische Armee der nationalen Befreiung) in Südamerika unterstützt und dann in 2000 deren geistigen Führer Sucmmandante Marcos auch persönlich getroffen.

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Mano Negra, eine franko-spanische Band, die er zusammen mit seinem Bruder Antoine 1987 gegründet hat, stellt den Startsprung in seine Musikkarriere dar. 1995 hat er die Band verlassen und hat dann erst einmal eine lange Reise durch Lateinamerika gemacht. Infolge seiner Erfahrungen auf seiner Reise hat er dann sein Album „Clandestino“ geschrieben und produziert.

Heute lebt Manu Chao in Brasilien, Marseille und Barcelona, hat noch einmal fünf weitere Alben aufgenommen und weltweite Bekanntheit erreicht.

Sein letztes Lebenszeichen war 2007 mit „La Radiolina“ und jetzt zehn Jahre später ist die Überraschung groß, als er im Januar drei Songs ankündigt, die alle frei zum Download auf seiner Homepage zur Verfügung stehen.

Die drei Songs „No Solo En China Hay Futuro“, „Words of Truth“ und „Moonlight Avenue“ sind alle ganz unterschiedlich. Während „No Solo En China Hay Futuro“ von der optimistischen und fröhlichen Kraft der Freundschaft und lokalem Handeln erzählt, singt Manu Chao in „Words of Truth“ eher melancholisch von der Kraft der Worte. „Moonlight Avenue“ ist ein Liebeslied.

Alle drei Lieder sind eher langsam, etwas mehr Reggae und nicht zum schnellen abtanzen, alles klingt gesetzt und auch angekommen. Als wäre der König der musikalischen Revolution zufrieden mit der Ruhe um ihn herum und es zieht ihn nicht gleich wieder raus in die Welt, um alles zu verändern. Andere aber sehr passende Töne.

Er singt für die Welt, setzt sich für die Menschen ein und lässt alle trotz der Eindringlichkeit seiner Texte für einen Moment alle Probleme vergessen, wenn man zu seinen Liedern tanzt und nur noch die Energie spürt.

P.S.: Man kann die neuen Lieder auch for free auf seiner Homepage downloaden.

 

Tokio Hotel – you’ve changed a lot guys!

Das sind die richtig harten Erinnerungen aus der Kindheit, die mit Vollgas auf deinen Körper treffen und du wirst ersteinmal, mit einer dramatischen Schusswundenbewegung auf den Boden geschleudert.

2005 – Massen an Teenager kleiden sich, ganz gegen die Vorstellungen ihrer Eltern plötzlich schwarz und jeder einen dicken, fetten Lidstrich unter dem Auge. Reihenweise fallen junge Menschen in Ohnmacht, sobald die ersten Gitarrenriffe von »Durch den Monsun« erklingen. Auf der anderen Seite schimpfen böse Zungen anonym in Internetforen und Radiosender weigern sich diese vier Jungs aus Magdeburg auf ihrem Sender zu spielen.

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Bill, Tom, Georg und Gustav sind 15 Jahre alt, als sie die Schule nicht mehr besuchen können, weil sie von heute auf morgen plötzlich unmöglich berühmt sind.

Die Kaulitz – Zwillinge Bill und Tom haben schon früh Unterstützung im musikalischen Bereich durch ihren Stiefvater erfahren und sind erst noch unter dem Duettnamen »Black Questionmark« aufgetreten. Nachdem sie Gustav und Georg kennengelernt haben und Toms Gitarrenspiel in einer Tageszeitung als »teuflisch« beschrieben wurden, wurde der Bandname in »Devlish« gewechselt. Die Exzentrik der Zwillinge hat schon im frühen Alter in der Schule (mit Lehrer und Klassenkamerade) Probleme bedeutet. Das ging sogar so weit, dass manche Lehrer sie nicht unterrichten wollten.
Mit 15 dann der Durchbruch und plötzlich konnten sie nicht mehr in die Schule gehen, sondern waren Superstars, ja eigentlich sogar Weltstars.

87 Tom KaulitzTokio Hotel war kurzzeitig die weltweit komerziell-erfolgreichste Band aus Deutschland. Die meisten Fans der vier Jungs sind in Frankreich und in den USA zu finden.

Eine unmögliche Popularisierung hat ihnen die absolut krasseste Publicity beschert und wenn du mit 15 Jahren berühmt wirst und dann Jahre lang nichts anderes machst, als immer auf Tour durch die Welt und immer auf Achse sein und ein Preis nach dem anderen, ein Interview dazwischen und immer und überall unter Beobachtung, immer belagert von Fans, teilweise sogar verfolgt von Neidern, dann wirst du doch irgendwie blöd oder?

ODER? – Wer würde das nicht werden?

Immer wieder ein Album, immer wieder der eine oder andere Skandal. Wir waren in der Grundschule, als der größte Erfolg der Band war, nur noch die »Bravo Hits 2005« mit »Durch den Monsun« erinnern noch daran, dass da ja was war, aber sonst, sind die ja irgendwie verschwunden.88 Tokio Hotel

Korrekt nicht nur irgendwie verschwunden, sondern ganz klar und deutlich geflohen. Nach Jahrelanger Fanverfolgung (die haben Tagein-Tagaus vor deren Haus gecampt!?!) sind die Zwillinge dann nach Los Angeles geflohen, denn unter Stars fallen Stars nicht so leicht auf.

Meine Person ist durch ein empfohlenes Video auf YouTube wieder einmal darauf aufmerksam geworden und nachdem ich mir das angesehen hatte, war ich irgendwie positiv überrascht, dass aus Kinderstars (und irgendwie waren sie ja nichts anderes) so reife, nachdenkliche und auch sehr eloquente Menschen werden können, die aber trotzdem noch auf dem Bode geblieben sind. Dieses Video ist zum Totlachen:

Zahlreiche Interviews aus den ersten Jahren, aber vor allem die Interviews auf ihrer letzten Tour zu »Kings of Suburbia« finde ich irgendwie sehr interessant.
Wie sie sich entwickelt haben und ganz gegen ihre ersten Jahre, als sie einfach das Rockstarklischee gelebt haben, sind die vier jungen Männer jetzt erwachsen.

90 Bill KaulitzBill Kaulitz ist immer noch sehr extravagant, tritt modisch sehr auffällig auf und hat auch nach wie vor eine sehr feminine Seite an sich. Aber auf der anderen Seite hat er jetzt irgendwie auch ein anderes Styling, ist sehr ruhig, ziemlich entspannt und reif.
Bill kann auch heute noch kein Instrument spielen, sondern »nur« singen, liebt seinen Hund Pumba über alles und ist auch immer noch der, der die Antworten in Interviews gibt.

Tom Kaulitz macht immer noch blöde, perverse Witze, trägt jetzt aber weder Dradlocks, 91 Tom Kaulitznoch Rastas, noch sehr weite Hosen oder Pullis. Stattdessen hat er jetzt wirklich wunderschönes langes Haar, meist zu einem Zopf zusammengebunden, ist immer noch eher im HipHop-Bereich zu finden, aber trotzdem wirkt er sehr viel erwachsener.
Ich bin wirklich beeindruckt, was er so an Musikinstrumenten spielt. Schließlich ist er nicht nur ein sehr talentierter Gitarrist, nein er spielt auch Schlagzeug und hat für das neue Album »Dream Machine« fast alles selbst produziert.

Gustav ist mittlerweile schon verheiratet, hat eine Tochter und liebt das absolut, er hört immer noch gerne Metalbands und ist im Gegensatz zu dem Rest der Band auch nicht vegetarisch. Interviews findet er immer noch grausam und deswegen ist er nunmal ein echtes Drummerklischee: ruhig und etwas murrig.

92 Georg ListingMit Georg ist die Dynamik der Band perfekt ergänzt, denn wenn Bill und Tom dann mal in den Interviews schweigen, wirft der einen sarkastischen Satz ein und schweigt dann wieder ganz cool. Seine langen, glänzenden Haare hat er aber leider gegen einen flotten Kurzhaarschnitt getauscht.

Zusammen sind die vier eine Band, ja wie sie selbst sagen eigentlich schon fast eine kleine Familie. Kein Wunder, die kennen sich immerhin schon 12 Jahre und haben da bisweilen auf engsten Raum miteinander gelebt. Die Dynamik zwischen den vier ist genau passend, super harmonisch, bis kindlich und irgendwie auch Geschwister-ähnlich.

Bis letzte Woche waren sie jetzt auf der Tour für ihr neues Album »Dream Machine«, das gefühlt nochmal so viel anders, als ihre anderen Alben ist. So wird es auch beworben, denn »Dream Machine« ist retro, das zeigt uns das Albumcover (erinnert an Stranger Things, wovon Bill auch großer Fan ist by the way) und auch der Look für die Pressefotos ist eher auf 70er Jahre getunt. Mit der Platte wollten sie wieder Musik machen, wie am Anfang: ohne Druck, ohne Vergleiche mit den anderen Platten, ohne Aussicht auf Erfolg, fast schon jungfräulich. Die Musik hingegen ist nicht wirklich Tokio Hotel, sondern sehr, sehr modern und als Kontrast zum Look eher technisch-popig-modern. Obwohl meine Wenigkeit davon nicht wirklich der größte Fan ist, muss ich sagen, dass genau dieses Lieder den Magdeburgern gar nicht so schlecht stehen und sie klingen auch gut.
Vor allem »What If« hat mir einen unglaublichen Ohrwurm verpasst und peppt auch irgendwie wieder auf. Das ist richtig energetisch.

Der Hype um Tokio Hotel ist abgeflaut, alle sind älter und reifer geworden, die Musik hat sich gewandelt, sie müssen nicht mehr nur in den großen Hallen spielen, sondern haben für die neue Tour auch einmal kleine Locations ausgesucht.
Sie sind immer noch unglaublich selbstbewusst, immer noch exzentrisch und haben auch weltweit immer noch unglaublich viele Fans, aber jetzt sind sie immerhin schon fast 12 Jahre dabei und das macht sie schon zu alten Hasen im Showgeschäft.

Tokio Hotel – ein Phänomen für sich und irgendwie (und ich kann es auch nicht wirklich erklären) finde ich diese Band nicht unsympathisch. Sie sind ja immerhin auch ein Stück Kindheit für mich und deswegen beobachte ich gerne und höchst fasziniert, wie die Menschen hinter den Rollen immer mehr durchblitzen und wie die vier Jungs aus Deutschland mit dem Welterfolg heute umgehen.

Kennt ihr Tokio Hotel? Fan, Feind oder mittendrin? An die Jüngeren: habt ihr überhaupt schon von denen gehört? Wie findet ihr das neue Album, wie den neuen Look? Wie empfindet ihr die vier jungen Männer? – Lasst es mich wissen!

Hazel Grace – it’s a metaphor!

Kennt ihr das noch? Wie sie damals förmlich ausgerastet sind, wenn jemand diesen einen Satz gesagt hat und jeder »The Faults in Our Stars« gelesen hat – kennt ihr das noch?

Ich war damals in der 9.Klasse, als ich das erste Mal dieses heiß gelobte Buch in den Händen gehalten habe. Es war Sommer und warm, das Ende des Schuljahrs war nah und ich hatte ein einwöchiges Praktikum in einer privaten Buchhandlung und am Ende hab ich genau dieses Buch geschenkt bekommen bzw. ich durfte mir eins aussuchen und hab mich dafür entschieden. Den gleichen Nachmittag und den darauffolgenden Tag hab ich damit verbracht dieses Buch im Garten zu lesen und mich dabei so richtig in die Hauptfiguren verknallt!

Hazel Grace Lancaster – sarkastisch, intelligent und ein bisschen melancholisch.

Die Hauptfigur von John Greens Bestseller ist eine belesene junge Frau, die manchmal unglaublich trocken sein kann.
Aber wenn mit 13 Jahren Schilddrüsenkrebs bei dir festgestellt wird und dann – weil man hat ja noch nicht genug zu tragen hat – auch noch Metastasen in die Lunge kriechen und du nur noch mit Philipp der Sauerstoffflasche leben kannst – dann kannst du ja nur trocken sein. Hält man das anders überhaupt aus?

86 Hazel Grace LancasterHazel Grace Lancaster – ihres Zeichens 17 Jahre alt hat kurze dunkelbraune Haare , einen Bubischnitt – laut eigenen Aussagen typisch für Menschen, die sich von einer Chemotherapie erholen. Immer unterwegs mit Sauerstoffflasche und Schlauch unter der Nase, mit grünen Augen und süßen chubby Wangen.

»Einsame, tendenziell pädophile Schaukel sehnt sich nach Kinderpopos.«, sagte ich.
Er lachte. »Deswegen.«
»Was?«»Deswegen mag ich dich. Ist dir klar, wie selten man einem scharfen Mädchen begegnet, das das Wort pädophil in seine adjektivischen Bedeutung korrekt verwenden kann? Du bist so vertieft darin, du zu sein, dass du keine Ahnung hast, wie absolut nie da gewesen du bist.«
– »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« von John Green, S. 116

85 Hazel Grace LancasterAußerdem trägt sie gerne Jeans und Chucks und ist bisweilen ein bisschen depressiv, denn das ist schließlich eine Nebenwirkung von Krebs.
Wohl eher vom Sterben, stellt uns Hazel jetzt richtig und ja da hat sie recht.

Hazel ist sarkastisch, nüchtern und realistisch auf der einen Seite, aber kann auch sehr leidenschaftlich sein, wenn sie von ihrem Lieblingsbuch redet.
Denn Peter von Houten hat etwas geschrieben, das so genau widergibt, wie man sich fühlt, wenn man mit 13 Jahren an Krebs erkrankt. In Hazels Augen sind Krebsbücher immer Mist, weil sie einfach nicht realistisch vermitteln, wie es nunmal ist, die Diagnose Krebs zu bekommen. Doch Peter van Houtens Roman »Herrschaftliches Leiden« hat Hazel so sehr zugesagt, dass sie es schon mehrmals gelesen hat und es auch immer wieder gerne tut., denn er hat beschrieben wie es ist zu sterben, ohne wirklich zu sterben.

Hazel Grace hat eine starke Meinung, kann zu fast allen Sachen dieser Welt etwas sagen und es klingt nie kopiert oder nachgeplappert.
Sie hat, obwohl das Leben bis dato noch nicht wirklich fair zu ihr war, ein so großes Herz: sie ist enorm darum bemüht, niemanden zu verletzen oder zumindest so wenig Menschen wie möglich zu verletzen und deswegen möchte sie nicht so viel Zeit mit anderen Menschen verbringen, nicht dass es dann ganz schnell zu Ende geht und diese Menschen dann getroffen werden von den Splittern der Grante, als die sie sich sieht.

Anders sieht das natürlich aus bei ihren Eltern, bei denen sie ja nunmal fast keine andere Wahl hat. Hazels Eltern bemühen sich so verdammt darum, dass ihre Tochter leben kann und sie selbst sein kann und sein kann.
Das sind wirkliche Terminator-Eltern!
Hazel sagt, dass es nur eine Sache gibt, die schlimmer ist, als als Kind die Diagnose Krebs zu bekommen und das ist, wenn dein Kind die Diagnose Krebs bekommt. Genau das machen ihre Eltern durch. Ihre Mutter ist besser informiert, als so mancher Arzt und ist im Grunde eine Vollpflegekraft für ihre Tochter. Sie möchte, dass ihre Tochter weiter kämpft und ist bisweilen auch entmutigt, wenn sie sieht, dass ihre Tochter nur noch passiv auf die Mutation einschlägt.

»Was noch? Sie ist wunderschön. Man wird einfach nicht müde, sie anzusehen. Man hat nie Angst, dass sie vielleicht schlauer ist, als man selbst: Man weiß einfach, dass sie es ist. Sie ist lustig, ohne je gemein zu sein. Ich habe so ein Glück, sie zu lieben, Van Houten. Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird auf dieser Welt, alter Mann, aber man kann ein bisschen mitbestimmen, von wem. Ich bin glücklich mit meiner Wahl. Ich hoffe, sie auch.«
Ich auch Augustus.
Ich auch.

Diese Passivität und Lethargie hat ihre Mutter auch schlussendlich dazu bewegt, dass sie Hazel zur Selbsthilfegruppe schickt, im Herzen Jesu, bei der sie dann auch den einzig wahren Augustus Waters kennenlernt.
Augustus ist attraktiv und auch interessant für Hazel, aber auch wie bei anderen Menschen, möchte sie nicht, dass er verletzt wird und hält ihn deswegen auf Abstand.

Mit Augustus kann sie reden, bis tief in die Nacht – über Bücher, Musik, Filme und die Welt. Zwischen den beiden ist nichts unangenehmes, kein Durck – kein Drama.

Hazel ist grundsätzlich ziemlich introvertiert, aber auch abgeklärt und genau das ist ihr Selbstbewusstsein. Sieist stolz darauf, nicht zu wissen, was cool ist.

Hazel Grace Lancaster, lange Zeit eine meiner Lieblingsprotagonistinnen aus dem Contemporarygenre – sarkastisch, nüchtern und warmherzig.

Böse Zungen sagen jetzt, dass dieses Buch überhypt wurde, nur zwei depressiv sarkastische, krebskranke Kinder pseudotiefsinnige Gespräche führen und SickLit grauenvoll überdramatisiert ist.

Ja, ja und ja. Aber »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« von John Green hat gezeigt, dass SickLit nicht überdramatisiert sein muss, sondern auch ironisch und verzerrt sein kann, wie das Leben eben. Gus und Hazel sind natürlich pseudotiefsinnig, schließlich sind sie 17/18 und haben beide schon dem Tod ins Auge gesehen, aber auch der anderen Seite sind sie auch einfach nur tiefsinnig und das pseudo können wir getrost weglassen.
Der Hype war da, aber irgendwo auch gerechtfertigt.
Ich hab nicht geweint, aber war berührt, von solch einem Leben und von einer Liebe, die sich natürlich anfühlt für eine Buchliebesgeschichte.

Wie fandet ihr »Das Schicksal ist ein mieser Verräter«? Habt ihr es überhaupt gelesen? Wie empfindet ihr Hazel? Ist sie euch sympathisch? Was haltet ihr von sarkastischen Hauptfiguren? Und wie findet ihr SickLit? – Lasst es mich wissen!