Walter Moers – Prinzession Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr: eine Rezension

58 Prinzession Insomnia & der alptraumfarbene NachtmahrAutor Walter Moers
Titel Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 334 Seiten
Verlag Albrecht Knaus Verlag
ISBN 3813507858
Preis 24,99 €
Genre Fantasy
Erschienen 28. August 2017

Inhalt

Wir haben eine Prinzessin mit viel Wissen und wenig Schlaf, einen Nachtmahr und ein Abenteuer, ein Abenteuer, an dessen Ende nur der Wahnsinn lauern kann. Mehr muss man wohl nicht wissen, denn es ist unglaublich! Unglaublich schön, spannend und unglaublich gut!

Meine Meinung

Professionell wie wir sind, haben wir das Buch in unserem Podcast »Die PodGedichtung« bereits groß angekündigt, obwohl wir es da noch gar nicht gelesen haben.
Jetzt haben wir das und ich ziehe nichts zurück! Gar nichts!
Walter Moers hat ein neues Buch rausgebracht und nachdem ich eigentlich Katzenmilch und Katzenfutter kaufen wollte, ist es mir eben vor die Füße gelaufen und ich wäre ein Unmensch, wenn ich es einfach da so liegen lassen würde! Es braucht Wärme und Liebe und Zuneigung. Und natürlich jemanden der es liest…

»Zwielicht ist ein schönes Licht
Im Zwielicht sieht man nämlich nicht
wie ringsherum die Welt zerbricht.

Nebel ist auch wunderschön
Im Nebel kann man nicht mehr seh’n
Wie alle Dinge untergeh’n.

Am schönsten ist die Dunkelheit
Im Dunkeln sieht man gar kein Licht
Zerträumt sich blind die Einsamkeit.«

– S.22

Das Cover ist schlicht, im typischen Walter Moers-Stil und da ich seine ganzen Bhttps://wordpress.com/post/inspirierendefreigedichtung.wordpress.com/12260ücher in der Hardcoverversion besitze (n möchte) – außer Rumo, weil das so schwer ist da für nicht sooooo viel Geld ein Hardcoverexemplar zu finden – wurde auch dieses in wunderbarem überdimensionalen Hardcover gekauft und mein Walter Moers Schrein wird immer bezaubernder!

Gedächtnisspinne

Auf dem Cover sieht man den Nachtmahr, wenn man den Schutzumschlag entfernt, sieht man Prinzession Dylia und der obere Papierschnitt ist hellviolett.
Walter Moers‘ Bücher sind immer berauschend cool illustriert und so ist es auch in diesem Exemplar. Allerdings hat dieses Büchlein nicht er selbst illustriert, sondern eine Dame mit dem Namen Lydia Rode und im Gegensatz zu den restlichen Büchern nicht nur in schwarz-weiß, sondern in FARBE – ich wiederhole –  IN FARBE! Es ist so damn cool!

Bevor man das Buch also liest, blättert man durch, weil die Bilder einen magisch anziehen und da wir eine bunte Seite im Papierschnitt haben, knackt es beim Öffnen jeder neuen Seite, das ist der pure Ohrenorgasmus sag ich euch!

»Es gibt genügend praktische Erfindungen, die uns keinen Trost spenden«, hatte Dylia einmal ihren Brüdern mitgeteilt. »Aber viel zu wenige trostspendende Erfindungen, die überhaupt keinen praktischen Nutzen haben.«

– S. 45

Beim Durchblättern bin ich auf eine kurze Anmerkung gestoßen, die ganz am Ende desZwielichtgeister Buches steht, worin Walter Moers erklärt, warum jetzt gerade dieses Buch kommt und nicht etwa, wie schon sehr lange angekündigt »Das Schloss der träumenden Bücher« und es hat mir die Sicht auf das Buch verändert und ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch so gelesen hätte, wenn ich das erst am Ende gelesen hätte.
(Wenn Walter Moers das ans Ende setzt, kann es aber auch heißen, dass man es eben erst am Ende lesen soll, wer kann das schon wissen? – mir hat es auf jeden Fall dadurch einen anderen Blickwinkel gegeben).

Die Geschichte ist verglichen mit seinen anderen Werken (man kann Walter Moers nur mit ihm selbst vergleichen, das geht nicht anders) durchaus spannend, aber nicht so mitreißend, wie »Rumo« oder »Die Stadt der träumenden Bücher«, aber auch nicht so langsam wie der »Blaubär«, sondern irgendwo dazwischen drin. Für die erzählte Geschichte ist es aber nicht schlecht, sondern die richtige Geschwindigkeit.

Regenbogentornado

[Ich verrate etwas: Walte Moers liest man nicht wegen der Spannung, sondern wegen der Fantasie]

Die Charaktere, das sind allen voran Prinzession Insomnia und Havarius Opal (recht viel mehr trifft man gar nicht, die wirklich etwas zu sagen haben) mit denen wir ein Abenteuer nach dem anderen in einem großen Abenteuer erleben und die großartige Diskussionen führen und sich in Schlagfertigkeit in nichts nachstehen.

»..ein Palindrom [war], ein Wort, das man von vorne nach hinten genauso lesen konnte, wie von hinten nach vorne, wie Rentner und Kajak. Prinzession Dylia musste allerdings tadeln, dass das Wort Palindrom selbst kein Palindrom war. Man hätte es doch Mordilidrom nennen können oder so, dann wäre es ein Palindrom, aber wenigstens ein richtiges. Aber diese Linguisten waren für ihre Einfallslosigkeit und Denkfaulheit genauso bekannt wie die meisten anderen Akademiker. Alles musste man selber machen!«

– S.34

Prinzession Dylia ist die einzige Tochter eines Königs in Zamonien und leidet an der DER KRANKHEIT, die unter anderem das Syndrom der Schlaflosigkeit aufweist. Infolgedessen ist sie manchmal bis zu 20 Tagen wach. Dylia ist schlagfertig, nachdenklich, mondsüchtig, unglaublich kreativ, liebt Wörter und ist dem Wahnsinn sehr nahe. Ihr liebster Satz ist »Ach geh mir doch weg.«.

»Prinzessin Dylia wollte etwas fragen, aber es gelang ihr nicht.
Der Gnom legte den Kopf schief, sah sie jetzt beinahe mitleidig an und sprach mit leiser, fast flüsternder, aber überraschend wohlklingender und eindringlicher Stimme: ›Schhh… du brauchst dich nicht anzustrengen, um es auszusprechen. Ich weiß ganz genau, was du sagen willst. Es sind zwei Fragen.‹ Er hob seine rechte fleckenfarbige Hand und streckte zwei Finger aus, die mit gelblichen Krallen bewehrt waren. ›Die eine lautet Wer bist du? Und die andere: Was willst du von mir?‹ Er rückte seinen Kopf wieder gerade und lächelte.«

– S. 71

Havarius Opal ist ein Nachtmahr aus dem Traumversum, der sich von den Ängsten der Menschen ernährt. Er ist altklug, selbstbewusst, wenn nicht sogar arrogant wie nichts und mit einer unglaublich großen Klappe ausgestattet. Ihr seht, die beiden passen viel zu gut zusammen, denn wenn sie sich begegnen, da gibt es Wortgefechte! Puh.

Amydala

Walter Moers schreibt, wie ein Irrer, als wäre er dem Wahnsinn schon verfallen und das dann so wunderbar schön und mit einer ganz speziellen Note.
Allerdings ist das ausgeprägteste Merkmal wohl, dass er überschäumt mit Kreativität und man jedes Mal den Hut vor dem Einfallsreichtum dieses Mannes ziehen möchte.

Autor

Er ist der geistige Vater von „Käpt’n Blaubär“ und „Kleines Arschloch“. Walter Moers, 1957 in Mönchengladbach geboren, hat weder Kunst studiert noch eine grafische Ausbildung genossen. Dennoch gehört er seit 1985 zu den besten deutschen Comicautoren. 1994 erhielt er für das Konzept der TV-Sendung „Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn“ den renommierten „Adolf-Grimme-Preis“. Im gleichen Jahr bemühte sich das Landesamt für Jugend und Soziales, eines der „Kleines-Arschloch“-Bücher auf den Index zu setzen. Ohne Erfolg. Mittlerweile hat sich der Zeichner mit Werken wie „Die Stadt der träumenden Bücher“ auch als Autor von Romanen und Erzählungen etabliert. Die Leser lieben seine Geschichten aus Zamonien, dem Kontinent der Fantasie – und des Humors, natürlich.

Fazit: LEST ES! Man muss kein Zamonien-Vorwissen für diesen Roman besitzen, man muss nicht mal durchschnittlicher Käpt’n Blaubär-Schauer gewesen sein. Im Gegenteil: schlag es noch jetzt auf und werde Teil der Zamoniencrew.
Uneingeschränkte Leseempfehlung für alle und jeden, denn es rockt!

Plot                       ✪✪✪✪✪/5✪
Cover                   ✪✪✪✪✪/5✪
Charaktere         ✪✪✪✪✪/5✪

»Meine Gedanken sind meine Freunde«, dachte die Prinzessin.»Deswegen bin ich niemals allein.«
– S. 14

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Neil Gaiman – American Gods: eine Rezension

57 American GodsAutor Neil Gaiman
Übersetzer Hannes Riffel
Titel American Gods
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl  672 Seiten
Verlag Eichborn Verlag
ISBN  3847905872
Preis 14,00 €
Genre Mystery, Mythologie, Fantasy
Erschienen 15. Mai 2015

Inhalt

Shadows Welt sieht plötzlich ganz anders aus, als er frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird. Seine Frau Laura ist verstorben und nach der Beerdigung nimmt er das Jobangebot des etwas komischen Mr Wednesday an. Ab diesem Moment widerfahren ihm Menschen und Erlebnisse, die er sich nie hätte erträumen können. Brutal wird er hineingezogen in die Welt der Opfergaben, der Huldigungen und der Götter Amerikas.

Meine Meinung

Es war ein Notfall! Ich hatte mein Buch daheim liegen lassen und eine sehr lange Zugfahrt vor mir, demnach musste bei einem Zwischenstopp in einer Bahnhofbuchhandlung irgendein Buch innerhalb von zwei Minuten erworben werden und meine Wahl fiel dann eher intuitiv auf ein Buch von Neil Gaiman. Nach »Der Fluch der Spindel« wollte ich unbedingt noch einmal etwas von ihm lesen und deswegen hab ich dann genau dieses Prachtexemplar gekauft. Ein Drittel des Buches wurde dann gleich auf der Zugfahrt verschlungen, für den Rest hab ich etwas länger gebraucht, weil die 600 Seiten mit wenig freier Zeit nicht so leicht aufgenommen werden können.

Die Geschichte hinter dem Cover – das durchaus passt, aber das passt ja Mr Wednesdaybekanntlich viel – hat durchaus einen roten Faden und hält auch den einen oder anderen Plottwist bereit, wirkt aber sonst eher durchwachsen. Ist sicher nicht für jeden etwas, wenn die Sprünge zwischen den einzelnen Kapiteln immer wieder so groß sind. Es werden mehr als einmal neue Charaktere eingeführt, die allerdings nie wieder eine Rolle spielen, in diesem Einschieber aber,  die Hauptfigur sind.
Es hat durchaus gepasst, weil durch diese Charaktere die Geschichte rund um die Götter Nordamerikas von noch ganz anderen Seiten beleuchtet wird, sehr cool!

Die Geschichte um Shadow ist da schon eher leicht verständlich, mit vielen Metaphern, aber leicht verständlich. Das Ende war für mich unerwartet, aber alles wurde erklärt und hat so einen runden Bogen geschlossen.

ShadowShadow ist die Hülle, in der wir mit Mr Wednesday und ihm durch Amerika reisen, er nimmt nicht so viel Platz ein in diesem Roman, obwohl er die Hauptperson ist. Es ist aber auch schwer, sich Gehör zu verschaffen, wenn um einen herum absolut exzentrische Wesen und Menschen wuseln. Shadow ist ein typischer Hauptcharakter, mit dem man sich schon irgendwie identitfizieren kann. Er hat eine krass coole Charakterwandlung!

Mr Wednesday ist ein unglaublicher Schlack, er könnte einen Mafiaboss spielen, wenn er nicht etwas ganz anderes wäre. Aber auch andere Charaktere sind super ausgebaut, haben mit Liebe zum Detail alle ihre Macken und ihre Lebendigkeit.

Neil Gaimans Schreibstil ist wohl einer der Hauptgründe, warum ich mir dieses Buch gekauft habe, einfach weil er ungemein angenehm schreibt, aber auf eine wirklich gute Art und Weise. Nicht etwa wie zahlreiche Jugendbücher in diesem sehr einfachen Schreibstil geschrieben sind, der eben nicht so anspruchsvoll ist. Das ist bei Neil Gaiman anders, er schreibt anspruchsvoll, aber noch so, dass es nicht anstrengend ist.

WARNUNG
Es werden schon durchaus mehrere erotische Szenen und starke Gewaltszenen beschrieben, steht aber nicht im Mittelpunkt. Leichte Kost ist es trotzdem nicht, muss man schon aushalten können.

Autor

Der Engländer Neil Gaiman, 1960 geboren, arbeitete zunächst in London als Journalist und wurde durch seine Comic-Serie Der Sandmann bekannt. Neben den Romanen Niemalsland und Der Sternwanderer schrieb er zusammen mit Terry Pratchett Ein gutes Omen und verfasste über seinen Kollegen und Freund Douglas Adams die Biographie Keine Panik!. Er lebt seit einigen Jahren in den USA.

Fazit: Ist für die Mythologieheinis da draußen etwas, für die Fantasyfreunde, für die Abenteuergeschichtenliebhaber, für die Neugierigen. Das ist schon deepe Fantasy bzw eben ganz viel Mythologie mit einem ungemeinen Wissensschwank, den man noch mit raus nimmt.

Plot                       ✪✪✪✪✪/5✪
Cover                          ✪✪✪/5✪
Charaktere             ✪✪✪✪/5✪

Rainbow Rowell – Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow: eine Rezension

56 Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon SnowAutorin Rainbow Rowell
Übersetzerin Brigitte Jakobeit
Titel Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow
Einzelband
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 505 Seiten
Verlag dtv Verlag
ISBN 3423640324
Preis 19,95 € bei amazon
Genre Fantasy, Romance, Abenteuer, Jugendbuch
Erschienen am 04. August 2017

Inhalt

Simon Snow ist der schlimmste Außerwählte, der jemals außerwählt wurde.
Trotzdem hält ihn das nicht ab, bei der kleinsten Gefahr vollkommen kopflos sein Schwert heraufzubeschwören und sich ins Verderben zu stürzen.
ABER; er lebt noch und das obwohl der Hinterhältige Schatten ihm immer wieder angreift.
Er wäre aber auch nicht der Held der Geschichte, wenn er nicht einen unglaublich intelligenten Side-Kick und beste Freundin Penny, eine bezaubernd schöne Maid mit Namen Agatha an seiner Seite und einen eingeschworenen Erzfeind und Mitbewohner Baz hätte, die ihm da immer wieder irgendwie raushelfen.

Meine Meinung

Vorneweg muss gesagt werden, dass ich ein sehr großer Rainbow Rowell-Fan bin. Ich liebe es, wie sie schreibt, wie sie erzählt, als würde sie es dir direkt ins Ohr flüstern, wie es eben wahr und nicht etwa dramatisch verzerren. Nur ein bisschen Poesie mischt sie mit rein, genau die richtige Menge.

Außerdem muss ich erwähnen, dass diese Buch eines meiner Allerallerallerallerallerliebsten ist, es vereint so viel tolle Elemente und hat mich derbe geflashed und tut es immer wieder.
Nur von Jane Austens »Stolz und Vorurteil« besitze ich so viele verschiedene Ausgaben, wie von Carry On (englischer Orginaltitel). Demnach ist dies hier auch nicht das erste Mal, dass ich diese Geschichte lese, sondern viel mehr das dritte Mal, das erste Mal auf Deutsch, aber darauf werde ich schon noch eingehen.

»Er lächelt, und er hat nichts Gutes im Sinn. Wir hätten ihn in einem Sack mit Steinen in die Themse werfen sollen. Wir hätten ihn bei den Feen aussetzen sollen.« – S. 309

Ich mag die deutschen Cover nicht, die sind richtig krass lame, für das, was die Geschichten sind (auch bei Fangirl, was ja ganz ähnlich aufgebaut ist).
Fangirl hab ich fast zwei Jahr vorher gelesen, kurz nachdem es erschienen ist und war so hellauf begeistert, als ich gelesen habe, dass es einen Extrateil mit der Geschichte von Simon und Baz geben soll, die ja auch immer wieder in Fangirl angeteasert wurden.

Demnach war ich mit doch ziemlich hohen Erwartungen damals in die Geschichte eingetaucht und wurde – oh fuck yeah – nicht nur nicht enttäuscht, sondern vollkommen geflashed. Ich hatte es innerhalb von einem Abend und einem Tag bzw. einer Nacht durchgelesen. Das »durch die Nacht«-Lesen hatte ich schon lange nicht mehr, aber  hier schon und zwar nicht schlecht!

58-simon-und-bazFür alle, die das nicht wissen: Carry on oder Aufstieg und Fall des außerordentliche Simon Snow ist nichts anderes, als eine andere Version einer Harry Potter x Draco Malfoy-Fanfiction mit cooler und spannender Story (und es ist wahrlich und überhaupt kein smut, sondern viel mehr der fluffigste fluff, den ihr je lesen werdet!).

Das Abenteuer der Geschichte ist gut aufgebaut, bringt den Leser aber jetzt nicht zum Staunen, wegen des ganz besonders pfiffigen Spannungsbogen, es ist vielmehr sehr geradlinig, man merkt schon, dass es eine fiktive Geschichte ist. Trotzdem laufen zwei Abenteuer parallel und das macht alles spannender, denn die werden inneinander verzwirbelt und bekommen so ein Komplexität, die sich auf jeden Fall sehen lassen kann.
Aber in Rainbow Rowells Büchern spielen ja die Abenteuer auch immer nur eine Hintergrundrolle, die richtig Wichtigen Sachen, das sind die Charakterentwicklungen, das Erwachsenwerden, die Erkenntnis, das Fehler machen und das daraus lernen. Ganz wichtig ist, wie sie das Leben abbildet, wie wirklich und echt es sich anfühlt.
Ja und dazu gehört natürlich auch eine Liebesgeschichte, denn Liebe ist auch Teil des Lebens! Gut geplottet, alles verbunden und am Ende gibt es einen krassen Showdown – I like it!

Was wäre eine gute Geschichte ohne die wunderbare Präsenz von fabelhaften Simon SnowCharakteren. Simon Snow ist ein junger Mann, der in seinen jungen Jahren schon viel mitgemacht hat und trotz allem irgendwie nicht seine Heiterkeit und seinen Mut vollends verliert. Allerdings hat er auch nicht so viel zu verlieren und deswegen möchte man meinen, dass ihm sein Leben eher nur so halb interessiert.
Auch seine bewährte Strategie »einfach nicht über etwas nachzudenken«, ist wohl nur ein weiterer Punkt, der uns deutlich zeigt, wie schwer dieser Junge zu tragen hat, mein Baby. Simon ist aber nicht nur der Held der Geschichte, sondern auch ein äußerst liebenswerter Bursche, der von vielen sehr geschätzt wird. Allerdings würde er wohl kaum jemanden oder etwas über seine geliebten Kirschscones stellen – außer vielleicht seine allerbeste Freundin und engste Vertraute Penelope.
PennyPenelope ist, man wird es schon vermuten, die Hermine der Geschichte und kann mit ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen, sowie Ehrgeiz und Fleiß Hermine wirklich Konkurenz machen. Penny ist allerdings noch weitaus pragmatischer und meint, sie hätte nicht so viel Zeit für Bekanntschaften und soziale Kontakte, ihr Freund, Simon und ein kleiner Teil ihrer Familie würden ihr schon reichen, der Rest kann ihr gestohlen bleiben.
Agatha Wellbelove ist Simons Freundin und das strahlende Mädchen, wunderschön, nett und liebevoll und sehr beliebt. Agatha allerdings ist sich nicht so klar, ob sie wirklich den Weg gehen möchte, der für sie vorbestimmt sein soll. Ganz im Gegenatz zu Simon möchte sie am liebsten ausbrechen aus diesem goldenen Käfig und nicht nur blind einer Prophezeiung folgen.

»Es reicht, Snow, ich bin nicht die Queen.« – S. 157

Dann wäre da noch der unglaubliche, berauschende, atemberaubende Tyrannus Basilton Grimm-Pitch – ein böser Vampir, sagt Simon jedenfalls und er plant ganz sicher etwas, etwas sehr, sehr böses, sagt auch Simon!
Baz ist wie Simon, ein verängstigter Teenager, der allerdings Bazmit ein paar anderen Sachen auch noch zu kämpfen hat und obwohl eher immer versucht sein Inneres vor allen hinter einer kühlen, sarkastischen Fassade zu verbergen und jeden von sich zu stoßen, ist er ein cuter kleiner ängstlicher Kanarienvogel, der ebenfall sehr heftig beschützt werden muss. Das ist alles ein bisschen Will Herondale Style bzw eine Prise Edward Cullen – zum totlachen.
Und nicht zu vergessen: Baz ist die schlimmste Dramaqueen, die es je gegeben hat, knapp gefolgt von Simon 🙂

Snowbaz tanzendIch liebe das Zusammenspiel zwischen Simon und Penny, weil es eine wunderschöne Freundschaft ist, die inspirierender nicht sein könnte. Ich mag es, wie Penny und Agatha so grundverschieden sind und trotzdem sehr gerne und stark viel auf den anderen halten. Und natürlich mag ich auch, wie die Beziehung zwischen Simon und Baz während dem gesamten Buch stupide immer gleich ist und man nur den Anschein hat, dass sich irgendetwas verändert hat, obwohl es eigentlich schon immer genau so war.

»Nach hinten«, befahl sie. »Vorne dürfen nur Leute sitzen, die sich nicht von bescheuerten Bratzen entführen lassen.« – S.162

Rainbow Rowells Schreibstil ist wunderschön, ich liebe ihn, wie oben schon erwähnt. Worüber ich mich allerdings aufregen muss ist die wirklich nicht schöne Übersetzung, ich bin die Geschichte natürlich auf Englisch gewohnt und meine liebsten Zitate klingen auch nur im Englischen toll und das war mir im Voraus schon klar, aber wenn man den Sinn hinter manchen Sätzen komplett verzerrt und aus einer Chimäre eine Schimäre macht, aus dem coolen Namen Numptie eine Bratze macht oder aus den Wavering Woods den Schwankenden Wald macht, obwohl der Wankende Wald doch so viel offensichtlich besser gewesen wäre, dann tut es mir wirklich Leid, ich will es ja mögen, weil es ja die gleiche Geschichte ist, aber eben nicht passt und alles ein bisschen weniger träumerisch klingen lässt, der Ton – dieser ganz bestimmte Ton – der fällt weg und nimmt dem Buch damit den Glitzer.

Autor

Rainbow Rowell studierte Journalismus und arbeitete mehrere Jahre als Kolumnistin beim Omaha World-Herald. Mit ihrem ersten Jugendroman Eleanor & Park landete sie einen weltweiten Bestseller, gewann den Boston Globe Horn Book Award, den Printz Award und war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen im Bundesstaat Nebraska. Sie schreibt Jugendliteratur und Romane für Erwachsene. Ihr Bestseller Eleanor & Park (2015) war ihr erster Jugendroman bei Hanser, im Herbst 2017 folgt das Jugendbuch Fangirl.

Fazit: I LOVE IT! Es ist eine wunderschöne Geschichte über Magie, das älter werden, das Träumen, die Liebe, der Selbstakzeptanz, bei der nicht alles am Ende vergessen wurde, was passiert ist, sondern realistisch umgesetzt wird. Wer Harry Potter mochte wird es lieben, wer Eoin Colfers Geschichten mag wird es lieben, wer Rainbow Rowell mag, der wird es abgöttisch lieben. Wer gerne Geschichten mit dem ganz speziellen Etwas liest, der sollte das jetzt auch tun! Es lohnt sich so verdammt!

Plot                       ✪✪✪✪✪/5✪
Cover                          ✪✪✪/5✪
Charaktere          ✪✪✪✪✪/5✪

»Du warst die Sonne, und ich bin in dich gerast. Ich bin jeden Morgen aufgewacht und dachte:: „Das kann nur in Flammen enden.“« – S. 495

Cassandra Clare – Lady Midnight: eine Rezension

55 Lady MidnightAutorin Cassandra Clare
Sprecher Simon Jäger
Titel Lady Midneight (Die Dunklen Mächte 1)
Dulogie/Trilogie (1/3)
Hörbuch
Zeit
28 Stunden 7 Minuten
Verlag dhv der HÖRverlag
ISBN  3844521283
Preis 15,95 € bei buecher.de
Genre Jugendbuch, Fantasy, Romance, Abenteuer
Erschienen 13. Mai 2016

[WENN DU CHRONIKEN DER UNTERWELT UND CHRONIKEN DER SCHATTENJÄGER NOCH NICHT GELESEN HAST, DANN WIRST DU IN DIESER GESCHICHTE GESPOILERT – DAMN!]

Inhalt

Emma und die Blackthorne-Geschwister sind ein eingeschworenes Team, denn immerhin mussten sie seit dem dunklen Krieg alleine  überleben und erwachsen werden und dabei nicht eingehen wie die kleinen Pflänzchen. Denn Julien ist seit er zwölf Jahre alt ist nunmal Vater und Mutter für seine jüngeren Geschwister und nebenher muss er auch noch auf die impulsive, risikofreundliche und alles andere als pflegeleichte Emma aufpassen, denn das ist es, was Parabatai füreinander machen. Wenn dann die Mordserie durch Los Angeles gar kein so weit entferntes Problem mehr ist, sondern auch für die jungen Schattenjäger des dortigen Institutes von enormer Bedeutung wird, da folgt eins dem anderen und wir sind wieder ein der Welt der Schattenjäger und Schattenweltler und Dämonen.

Meine Meinung

Ich war ein Kind und sie war ein Kind
Am Meeresufer allhie,
Doch wir liebten uns heißer als Liebe liebt,
Ich und schön Annabel Lee,
Liebten uns so, dass die Engel im Blau
Bedräueten mich und sie

Das ist ein ziemlich langes Hörbuch mit unglaublich vielen Stunden an Hörzeit und zahlreichen Autofahrten, in denen ich dann immer noch ein bisschen im Stillstand sitzen musste, damit ich noch weiter in Emmas und Juliens und Marks und Christinas Welt reinhören kann.

Ich hab dieses wunderbare Hörbuch vom Bloggerportal bekommen (wofür ich mich auch jetzt einige Wochen später noch sehr herzlich bedanke) und dann eben wegen der 28 Stunden Hörzeit ziemlich lange gebraucht, bis ich fertig war mit dieser verrückten und aufreibenden Geschichte.

Ich mag das Cover nicht. Punkt.

Die Geschichte hinter den Worten im Gegensatz sehr gerne. Wir haben eine bezaubernde Familiengeschichte mit viel Liebe und Kampf, um Zeit und Verantwortung und Zusammenhalt. Wir haben nicht nur Liebesgeschichten, die an manchen Ecken etwas zu schnell gehen für meinen Geschmack. Mitreisen tun sie trotzdem, aber so richtig. Wir haben einen Bösewicht mit einem ausgezeichneten Plan und wirklichen Motiven, wir haben das Gegenspiel zweier Parteien in einem ausgewogenen Mächteverhältnis mit einer guten Lösung für den Konflikt. Es gibt einen ausgezeichneten finalen Kampf und das nicht nur nach außen, sondern auch im Herzen und im Kopf und überhaupt.

Lady Midnight trägt eine ähnliche tragische Hintergrundstimmung mit, wie schon Clarys und Jace‘ Geschichte und der von Tessa und ihren beiden liebsten Menschen.
Aber gleichzeitig schafft es Cassandra Clare auch wieder, verdammt lustige Dialoge zu schreiben, bei denen man auch gerne herzhaft lachen darf, wenn man sich traut.
Vor allem Emma ist so wunderbar unverblümt und sarkastisch, dass ich sie nur lieben kann.

»Ich dulde dich in meiner Nähe, weil ich Publikum für meine geistreichen Bemerkungen brauche.
– S. 310

Emma und JulienEmma ist die natural Beauty und nicht so ganz wie Clary das Kindchenschema, sondern eher die Art von Mensch, vor der man ruhig Angst haben kann. Gleichzeitig zeigt sie hier so viele weiche und verletzte Seiten, die uns daran erinnern, dass sie nuneinmal erst 17 Jahre alt ist und nur ein sehr großes Mundwerk hat. Sie ist ein bisschen wie Jace Herondale in weiblich – sarkastisch, arrogant und verdammt verletzt.

Julien ist das ruhige und beständige Gegenstück zu Emma, der viel zu schnell erwachsen werden musste, um seinen Geschwistern der große Bruder zu sein, der ihnen alles das geben kann, was sie durch den Verlust ihrer Eltern nicht haben können.
Außerdem ist Julien Künstler und spricht viel mehr durch Farben und Pinselstrichen über seine Gefühle.

Die Blackthorne Geschwister sind hillarious – Ty ist mein Kieren und Markspecial precious potatoe-boy, der in seinen übergroßen schwarzen Hoodies und den Röhrenjeans einfach immer nur sehr punkig und nerdig ist. Livvy würde alles für ihren Bruder tun, denn nichts auf dieser Welt liebt sie mehr. Dru und Tavy sind ebenfall absolut entzückend!

Christina ist abgefahren cool, mit spanischen Schimpftiraden und einem gebrochenen Herzen und so viel Mut!

Cassandra Clares Schreibstil ist wie immer grandios (ich mag den wirklich sehr, sehr gerne!) und Simon Jägers Stimme passt super in diese Welt von Meer, Sonne, Schatten und den dunklen Seiten der Lebenden.

Autor

Schon als Kind hat Cassandra Clare viel gelesen. Bücher waren ihre treuesten Begleiter in einer Zeit, in der ihre Eltern mit ihr durch die Welt zogen. Cassandra Clare lebte, noch bevor sie zehn Jahre alt war, in vielen Ländern, darunter die Schweiz, England und Frankreich. Nach dem College ging sie nach Los Angeles und New York, um für diverse Unterhaltungsmagazine zu schreiben. Die Welt von Britney Spears und Paris Hilton war jedoch nicht wirklich die ihre. 2004 begann Cassandra Clare ihren ersten Roman zu schreiben, inspiriert vom Bezirk Manhattan in ihrer Lieblingsstadt New York. Mit ihren „Chroniken der Unterwelt“ war sie schnell so erfolgreich, dass sie 2006 den Job als Societyreporterin an den Nagel hängen konnte. Heute lebt sie mit ihrem Freund und zwei Katzen in Brooklyn, New York.

Fazit: Lady Midnight ist anders, als erwartet. Du merkst den Charakteren ihr Alter an, kannst dich in ihren Problemen verlieren und fieberst mit bei dem Abenteuer, das so schrecklich schön dramatisch ist. Ein Buch für alle, die bereits die Chroniken der Schattenjäger und die Chroniken der Unterwelt super fanden, für alle, die gerne Bücher über absolut liebenswerte Charaktere lesen, ein Buch für die Feuerherzen unter uns, denn Emma ist so Badass!

Plot                          ✪✪✪✪/5✪
Cover                         ✪✪✪/5✪
Charaktere         ✪✪✪✪✪/5✪

Marie Lu – Legend #1 (Fallender Himmel): eine Rezension

54 Legend Fallender HimmelAutorin Marie Lu
Übersetzerinnen Sandra Knuffinke, Jessika Komina
Titel Legend – Fallender Himmel
Trilogie (1/3)
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl  368 Seiten
Verlag Loewe Verlag
ISBN  3785579403
Preis 9,95 € bei amazon
Genre Dystopie, Romance, Jugendbuch
Erschienen 10. März 2014

Inhalt

Das Setting ist die Republik, die schon seit gefühlt immer im Krieg mit den Kolonien ist.
Alle Kinder legen mit 10 Jahren den Großen Test ab und werden anhand ihrer erreichten Punktzahl entsprechend gefördert. June hat den Test als einzige mit voller Punktzahl bestritten und wird als Wunderkind in der Welt der Reichen und Schönen gefeiert. Trotzdem sind es nur ihr großer Bruder und ihr Hund Ollie, die ihr geblieben sind.
Day hingegen ist durch den Test gefallen und ist geflohen, um dem Arbeitslager zu entkommen. Er ist der meistgesuchteste Verbrecher des Landes und lebt in den Slums der Republik.
Als die beiden aufeinandertreffen, wissen sie nicht, wer der andere ist, aber sie wissen, dass sie einander mögen, Day und June aber verabscheuen.
Ja und da passt dann tatsächlich der Satz aus der Werbung »Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende!«

Meine Meinung

Legend ist eine Jugendbuchreihe, an der ich immer wieder vorbeigelaufen bin, weil es einfach »ein weiteres Jugendbuch mit einer Liebesgeschichte und einer Rebellion ist«.
Aber weil wir natürlich Geschichten eine Chance geben, habe ich mir dann den ersten Teil doch mitgenommen und hab es jetzt für zwischendurch gelesen.

Was war Legend denn nun? Rasant, atmosphärisch, aber leider auch etwas inhaltsarm.Day

Wir haben eine Liebesgeschichte, die wieder einmal etwas zu schnell geht, um entfernt realistisch zu sein, wir haben zwei Haupcharaktere, die ganz nach der »Good Girl« und »Bad Boy« Methode gehandhabt wurden, wir haben eine korrupte Regierung, einen Krieg, ein mieses, menschenverachtendes System und es brodelt, alles riecht nach Revolution und natürlich haben wir ganz besondere Hauptpersonen, die da so damn wichtig sind!

»Jeder Tag bedeutet vierundzwanzig neue Stunden. Jeder Tag bedeutet, dass alles möglich ist. Man lebt den Moment oder man stirbt darin, aber man lebt sein Leben einen Tag nach dem anderen.‘ Er sieht zur offenen Tür des Waggons, wo dunkler Regen die Welt verschleiert. ‚Und man versucht immer, auf die Sonnenseite zu gelangen. Ins Licht.«

JuneNatürlich hat der erste Band einer Reihe immer die ungeliebte Aufgabe erst einmal ein Gefühl für die Welt und die Charaktere zu vermitteln und damit kann das ganze schnell langatmig und nicht so actionreich werden, aber dennoch muss etwas passieren.
Legend war so schnell wieder am Ende, dass ich mir nicht sicher war, ob überhaupt etwas passiert ist. Sie haben mir zwar ein Kennenlernen geliefert, ein paar dramatische Ankündigungen, Militärauftritte und irgendwo auch einen spannenden Countdown, aber das leider alles in viel zu wenig Sätzen, es fiel alles übereinander und das hat der Geschichte so viel genommen, weil nichts verarbeitet wurde, weil nichts einen Moment bekommen hat und alles nur ineinander verwickelt war – die Substanz war damit nicht da.Wir lernen weder June, noch Day richtig kennen, haben an Nebencharakteren nur drei Stück mit Namen behalten, wenn überhaupt und ich kann dir nicht versprechen, dass ich in einem halben Jahr noch den Inhalt von »Legend – Fallender Himmel« wiedergeben kann und das schaffe ich bei fast jedem Buch!

»June hat noch nie s schön ausgesehen wie in diesem Moment, unverfälscht und ehrlich, verletzlich und gleichzeitig unbesiegbar. Als ein Blitz über den Himmel zuckt, funkeln ihre dunklen Augen wie Gold.  ›Weil du recht hattest‹, flüstert sie. ›Mit allem.‹

June ist unseren typischen Jugendbuchheldinnen nicht unähnlich: sie ist überdurchschnittlich intelligent und talentiert, hat immer Adrenalin in den Adern und einen wachen Geist, liebt ihren Bruder und ihren Hund Olli sehr, aber mehr ist da leider nicht – schade!

»Er sieht aus wie ein Engel, wenn auch wie ein gefallener.«

Day ist ebenfalls sehr talentiert, hat ein helles Köpfchen und ist rebellisch, liebt das Abenteuer und hat einen recht starken Gerechtigkeitssinn. Außerdem sieht es er natürlich wieder unglaublich schön aus und ist einfach irre attraktiv – von den grünen Augen will ich gar nicht erst anfangen!
Marie Lus Schreibstil ist schnell und locker, typisch Jugendbuch eben, aber sonst leider nichts besonderes.

Autor

Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of Southern California studierte. Das Wetter hat sie überzeugt dortzubleiben und nun wohnt die New-York-Times-Bestsellerautorin mit ihrem Mann und drei Hunden in Santa Monica, nahe dem Meer. Marie Lu verbringt ihre wenige Freizeit mit Lesen, Zeichnen, dem Spielen von Assassin´s Creed und Im-Stau-Stehen.

Fazit: Hat mich leider nicht so sehr überzeugen können. Sollte man die Reihe weiterverfolgen, weil da noch etwas ganz großartiges auf einen zukommt?
Eine Jugendbuchdystopie, wie wir sie schon zu oft gelesen haben, die leider inhaltlich eher schwach ist und auch von den Charakteren nicht absolut überzeugen kann.

Plot                          ✪✪✪/5✪
Cover                   ✪✪✪✪/5✪
Charaktere         ✪✪✪✪/5✪

Davide Morosinotto – Die Missisippi-Bande (Wie wir mit drei Dollar reich wurden): eine Rezension

53 Die MissusippibandeAutor Davide Morosinotto
Übersetzerin Cornelia Panzacchi
Titel Die Missisippi-Bande: Wir wir mit drei Dollar reich wurden
Hörbuch
Zeit
428 Minuten
Verlag cbj audio
ISBN 3837138240
Preis 13,99€ bei amazon
Genre Abenteuer, Freundschaft, Kinder-/Jugendbuch
Erschienen 23. Januar 2017

Inhalt

Vier Kinder – ein Abenteuer! Als De Trois, Eddie, Julie und Tit ihren Einbaum fertig gebaut haben, gehen sie ersteinmal angeln im Bajou und dort entdecken sie eine Dose mit drei Dollar und als sich die Kinder noch darum streiten, wie sie das Geld am besten aufteilen, wissen sie noch nicht, in welches Abenteuer sie da reinschlittern. Was der bekannte Versandhauskatalog Walker & Dawn, eine kaputte Taschenuhr und eine eifrige Journalistin damit zu tun haben, könnt Ihr euch entweder selbst zusammenreimen oder reinlesen.

Meine Meinung

Ein Hörbuch, ein wunderschönes Hörbuch: und das nicht nur inhaltlich, sondern auch das Kostüm, das es extra für uns Leser oder Zuhörer angezogen hat.

Beschreibung

»Die Missisippi-Bande: Wie wir mit drei Dollar reich wurden« ist ein gekürztes Hörbuch auf einer CD. Die Hülle der CD besteht aus festen Karton und der Hintergrund soll wohl entfernt an altes und benutztes Papier erinnern. Die Ähnlichkeit mit einem Schokoriegel ist wohl kaum zu leugnen. In der Mitte steht in großen Lettern »MISSISIPPI«, darunter sind eine Laterne, eine Tasche, eine Taschenlampe und eine Taschenuhr abgebildet. Die beiden vorherrschenden Farben sind rot und hellblau. Außerdem sind die vier Hauptfiguren im rechten unteren Bereich abgebildet.

Wenn man die Hülle aufschlägt ist auf der ersten Seite nocheinmal die Zeichnung der Titvier Kinder zu sehen und zu jedem ist eine kurze Beschreibung angefügt.

Auf der anderen Seite ist die Beschreibung der vier Hörbuchsprecher und die Auflistung der Kapitel.

Wirklich schön, es hat den Charme der Geschichte auf jeden Fall widergegeben.

Oh ja und die Geschichte. Wir starten mit De Trois, Eddie, Julie und Tit im Bajou, mit seinen abenteuerlichen Bewohnern und Geschichten. Die freche Stimme von De Trois begleitet uns, wenn er von eben jenem besonderen Moment berichtet, als sich alles geändert hat und erst als die Freunde richtig zu ihrem Abenteuer aufbrechen, wird er abgelöst von der ruhigen, kraftvollen Stimme von Eddie. Den vorletzten Teil, den Höhepunkt der Geschichte berichtet uns Julie und erst viele Jahre später meldet sich auch der schweigsame Tit zu Wort.

Die Geschichte bietet komplexe Charaktere, die alle mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen haben, eine spannende und auch lustige Reise, die die Zeit und die Gepflogenheiten der Menschen sehr gut widergibt.

De TroisEinzig an manchen Stellen finden sich Längen, die – vor allem in einer bereits gekürzten Version – nicht unbedingt sein müssen.

Empfohlen wird die Geschichte für Kinder ab zehn, mit den vorhandenen Gewaltszenen würde ich allerdings das empfohlene Alter auf zwölf/dreizehn Jahre heraufsetzen.

Natürlich ist es ein Buch für die Jüngeren und weist entsprechend nicht den ultimativen Spannungsbogen des Todes auf, allerdings kann man auch an ein Buch für Heranwachsende entsprechende Forderungen stellen und genau deswegen ist mir die Geschichte und deren Ausgang zu offensichtlich. Das Ende zeigt nicht vollständig auf und es sind zwei Fragen, trotz der einfach gehaltenen Auflösung offen geblieben.

Trotz der Schwächen ist eine wirklich niedliche Geschichte, die gerade mir, als Abenteuergeschichtenliebhaber wirklich zugesagt hat. Das Feeling wurde auf jeden Fall vermittelt, der Geruch nach etwas Aufregenden lag in der Luft und ich hab mit Freude das Hörbuch wieder angeschalten.

Die vier Freunde sind so unterschiedlich, wie sie nur in einer Kinderbande in einem Abenteuerbuch sein können. Trotz des altbedienten Musters fand ich alle vier Charaktere sympathisch und sehr gut gezeichnet.

CD

De Trois oder Peter, wie er eigentlich heißt, nimmt die typische Anführerrolle an, die er als dritter von fünf Brüdern im Elternhaus nicht inne hat. Er ist der Sohn einer Farmerfamilie und Halbwaise. Er ist ein unglaublicher Adrenalinjunkie, nimmt mit Vorliebe die gefährlichsten Herausforderungen an und macht sich nicht so viele Sorgen – planen ist doch was für Langweiler!

Eddie, die Grille ist ein Doktorensohn und als einziger der Gruppe aus einem reicheren Eddie die GrilleElternhaus aus der Stadt. Sein Augenlicht ist unglaublich schlecht und genau deswegen ist er der einzige im Bajou, der eine Brille hat. Er wurde von seinen Eltern so verhätschelt, dass er über 100 Ängste immer mit sich herumschleppt und sich immer Sorgen macht, über alles. Er hält sich selbst für einen Scout, weil er von einem alten Indianer einiges über die Natur gelernt hat. Was an seinen Fähigkeiten dran ist, das kann dir niemand genau sagen, aber er selbst glaub ganz fest daran.

JulieJulie ist ein hübsches Mädchen mit langen roten Haaren und einer Zahnlücke zwischen den Zähnen, sie hat einen starken Gerechtigkeitssinn und ist sich auch sehr sicher in dem, was sie will oder nicht. Julie ist eine echte Überlebenskünstlerin und liebt bedingungslos, vor allem ihren kleinen Bruder Francis.

Francis wird von allen nur Petit oder Tit genannt, weil er so klein ist. Im Gegensatz zu seiner großen Schwester hat er dunkle Haare und auch einen dunkleren Hautton, weswegen ihre Mutter und damit die ganze Familie nicht so sehr angesehen ist. Tit spricht nicht und deswegen ist niemanden bekannt, wie intelligent er ist. Doch hinter Tits Schweigen steckt ein klarer Kopf, der die perfekte Ergänzung zu seinen Freunden bietet.

Jeder einzelne Charakter lernt unglaublich viel dazu während des Abenteuers. Aus den vier Freunden aus dem Bajou werden erfahrene junge Menschen, die auch im Chaos der Großstadt überleben können. Besonders schön fand ich, dass jeder einmal zu Wort kam und wir deswegen den Hauptcharakteren noch besser auf den Grund gehen konnten.

Der Schreibstil ist leicht verständlich.

Die Stimmen der vier Sprecher sind charakteristisch und passen zu De Trois, Eddie, Julie und Tit sehr gut.

Autor

Davide Morosinotto wurde 1980 in Norditalien geboren. Bereits mit 7 Jahren veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte, die auf der Auswahlliste des renommierten italienischen Literaturpreises „Premio Campiello“ stand. Seitdem hat er über 30 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, für die er zahlreiche Preise erhalten hat. Davide Morosinotto lebt als Autor, Journalist und Übersetzer in Bologna.

Die Mississippi-Bande erzählt ihre Geschichte selbst: Den Anfang macht Peter, gesprochen von Marco Eßer (Gregs Tagebuch), Teil zwei übernimmt Eddie, gelesen von Patrick Mölleken (Seventh Son, Die Sneakers) und im dritten Teil schlüpft Mia Diekow (Die drei !!!, Yakari) in die Rolle von Julie. Reinhard Kuhnert (Das Lied des Eisdrachen) schließt die Erzählung als erwachsener Tit ab.

Fazit: »Die Missisippi-Bande: Wie wir mit drei Dollar reich wurden« ist ein Abenteuer, das ich gerne miterlebt habe und obwohl es an einigen Stellen ein paar Längen aufweist und zusätzlich auch nicht ein Meisterwerk an komplexen Plotbau  darstellt, sind die Charaktere sehr schön gezeichnet und auf jeden Fall Sympathieträger.
Eine Geschichte für die, die Tom Sawyer und Huckleberry Finn nicht aus den Händen legen konnten und für alle die, die gerne von tollen Freundschaften lesen und von eigenen Abenteuern träumen.

Plot                       ✪✪✪ ½✪ /5✪
Cover                     ✪✪✪✪✪/5✪
Charaktere              ✪✪✪✪/5✪

#the literary mixtape vol 01. »Die Bücherdiebin«

Lieder erinnern uns an etwas – immer! Sei es an den ersten Moment, als wir es gehört haben, an eine ganz bestimmte Person, an diese eine Party, den einen Geruch, eben jenes Gefühl!

Ich liebe Mixtapes und da ich leider nunmal mittlerweile nicht mehr befähigt bin, tolle Lieder auf eine Kasette für meine Freunde zu spielen, bin ich zu Mixcds übergegangen und da kam die Idee:

[Die Person, die eigentlich immer für richtig geniale Mixtapes verantwortlich ist, ist wordbuzZZ und genau deswegen müsst (!) ihr da vorbeischauen, bevor ihr hier weiter scrollt! Das neuste Werk ist für Ostern.]

The Literary Mixtape

Volume 01: Die Bücherdiebin von Markus Zusak

#1 Pocahontas: Colours Of The Wind
#2 Foreigner: Cold As Ice
#3 The Cranberries: Ode To My Family
#4 Greg Laswell: Comes And Goes (In Waves)
#5 The Beatles: With A Little Help From My Friends
#6 Monsters Calling Home: Growing Up
#7 Katzenjammer: A Kiss Before You Go
#8 Pixies: Dead

Hier ganz problemlos als YouTube-Playlist, zum Anhören und dabei an die Saumenschen denken, den Jungen mit dem Zitronenhaar und den Erzähler der Geschichte.

Da ich kein großer Fan von YouTube in Kombination seiner Playlisterstellungsfunktion bin, hab ich die gesamte Playlist auch noch auf 8tracks hochgeladen und ihr könnt sie problemlos anhören – einfach mit google oder facebook anmelden, wenn ihr noch nicht dabei seid.

Gibt die Playlist gut den Kern der Geschichte wider? Was sagt sie euch? Habt ihr »Die Bücherdiebin« von Markus Zusak überhaupt gelesen? Wie fandet ihr das Buch? Was fandet ihr besonders traurig? Was besonders schön? Wie findet ihr die Idee? – Lasst es mich wissen!