Rainbow Rowell – Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow: eine Rezension

56 Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon SnowAutorin Rainbow Rowell
Übersetzerin Brigitte Jakobeit
Titel Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow
Einzelband
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 505 Seiten
Verlag dtv Verlag
ISBN 3423640324
Preis 19,95 € bei amazon
Genre Fantasy, Romance, Abenteuer, Jugendbuch
Erschienen am 04. August 2017

Inhalt

Simon Snow ist der schlimmste Außerwählte, der jemals außerwählt wurde.
Trotzdem hält ihn das nicht ab, bei der kleinsten Gefahr vollkommen kopflos sein Schwert heraufzubeschwören und sich ins Verderben zu stürzen.
ABER; er lebt noch und das obwohl der Hinterhältige Schatten ihm immer wieder angreift.
Er wäre aber auch nicht der Held der Geschichte, wenn er nicht einen unglaublich intelligenten Side-Kick und beste Freundin Penny, eine bezaubernd schöne Maid mit Namen Agatha an seiner Seite und einen eingeschworenen Erzfeind und Mitbewohner Baz hätte, die ihm da immer wieder irgendwie raushelfen.

Meine Meinung

Vorneweg muss gesagt werden, dass ich ein sehr großer Rainbow Rowell-Fan bin. Ich liebe es, wie sie schreibt, wie sie erzählt, als würde sie es dir direkt ins Ohr flüstern, wie es eben wahr und nicht etwa dramatisch verzerren. Nur ein bisschen Poesie mischt sie mit rein, genau die richtige Menge.

Außerdem muss ich erwähnen, dass diese Buch eines meiner Allerallerallerallerallerliebsten ist, es vereint so viel tolle Elemente und hat mich derbe geflashed und tut es immer wieder.
Nur von Jane Austens »Stolz und Vorurteil« besitze ich so viele verschiedene Ausgaben, wie von Carry On (englischer Orginaltitel). Demnach ist dies hier auch nicht das erste Mal, dass ich diese Geschichte lese, sondern viel mehr das dritte Mal, das erste Mal auf Deutsch, aber darauf werde ich schon noch eingehen.

»Er lächelt, und er hat nichts Gutes im Sinn. Wir hätten ihn in einem Sack mit Steinen in die Themse werfen sollen. Wir hätten ihn bei den Feen aussetzen sollen.« – S. 309

Ich mag die deutschen Cover nicht, die sind richtig krass lame, für das, was die Geschichten sind (auch bei Fangirl, was ja ganz ähnlich aufgebaut ist).
Fangirl hab ich fast zwei Jahr vorher gelesen, kurz nachdem es erschienen ist und war so hellauf begeistert, als ich gelesen habe, dass es einen Extrateil mit der Geschichte von Simon und Baz geben soll, die ja auch immer wieder in Fangirl angeteasert wurden.

Demnach war ich mit doch ziemlich hohen Erwartungen damals in die Geschichte eingetaucht und wurde – oh fuck yeah – nicht nur nicht enttäuscht, sondern vollkommen geflashed. Ich hatte es innerhalb von einem Abend und einem Tag bzw. einer Nacht durchgelesen. Das »durch die Nacht«-Lesen hatte ich schon lange nicht mehr, aber  hier schon und zwar nicht schlecht!

58-simon-und-bazFür alle, die das nicht wissen: Carry on oder Aufstieg und Fall des außerordentliche Simon Snow ist nichts anderes, als eine andere Version einer Harry Potter x Draco Malfoy-Fanfiction mit cooler und spannender Story (und es ist wahrlich und überhaupt kein smut, sondern viel mehr der fluffigste fluff, den ihr je lesen werdet!).

Das Abenteuer der Geschichte ist gut aufgebaut, bringt den Leser aber jetzt nicht zum Staunen, wegen des ganz besonders pfiffigen Spannungsbogen, es ist vielmehr sehr geradlinig, man merkt schon, dass es eine fiktive Geschichte ist. Trotzdem laufen zwei Abenteuer parallel und das macht alles spannender, denn die werden inneinander verzwirbelt und bekommen so ein Komplexität, die sich auf jeden Fall sehen lassen kann.
Aber in Rainbow Rowells Büchern spielen ja die Abenteuer auch immer nur eine Hintergrundrolle, die richtig Wichtigen Sachen, das sind die Charakterentwicklungen, das Erwachsenwerden, die Erkenntnis, das Fehler machen und das daraus lernen. Ganz wichtig ist, wie sie das Leben abbildet, wie wirklich und echt es sich anfühlt.
Ja und dazu gehört natürlich auch eine Liebesgeschichte, denn Liebe ist auch Teil des Lebens! Gut geplottet, alles verbunden und am Ende gibt es einen krassen Showdown – I like it!

Was wäre eine gute Geschichte ohne die wunderbare Präsenz von fabelhaften Simon SnowCharakteren. Simon Snow ist ein junger Mann, der in seinen jungen Jahren schon viel mitgemacht hat und trotz allem irgendwie nicht seine Heiterkeit und seinen Mut vollends verliert. Allerdings hat er auch nicht so viel zu verlieren und deswegen möchte man meinen, dass ihm sein Leben eher nur so halb interessiert.
Auch seine bewährte Strategie »einfach nicht über etwas nachzudenken«, ist wohl nur ein weiterer Punkt, der uns deutlich zeigt, wie schwer dieser Junge zu tragen hat, mein Baby. Simon ist aber nicht nur der Held der Geschichte, sondern auch ein äußerst liebenswerter Bursche, der von vielen sehr geschätzt wird. Allerdings würde er wohl kaum jemanden oder etwas über seine geliebten Kirschscones stellen – außer vielleicht seine allerbeste Freundin und engste Vertraute Penelope.
PennyPenelope ist, man wird es schon vermuten, die Hermine der Geschichte und kann mit ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen, sowie Ehrgeiz und Fleiß Hermine wirklich Konkurenz machen. Penny ist allerdings noch weitaus pragmatischer und meint, sie hätte nicht so viel Zeit für Bekanntschaften und soziale Kontakte, ihr Freund, Simon und ein kleiner Teil ihrer Familie würden ihr schon reichen, der Rest kann ihr gestohlen bleiben.
Agatha Wellbelove ist Simons Freundin und das strahlende Mädchen, wunderschön, nett und liebevoll und sehr beliebt. Agatha allerdings ist sich nicht so klar, ob sie wirklich den Weg gehen möchte, der für sie vorbestimmt sein soll. Ganz im Gegenatz zu Simon möchte sie am liebsten ausbrechen aus diesem goldenen Käfig und nicht nur blind einer Prophezeiung folgen.

»Es reicht, Snow, ich bin nicht die Queen.« – S. 157

Dann wäre da noch der unglaubliche, berauschende, atemberaubende Tyrannus Basilton Grimm-Pitch – ein böser Vampir, sagt Simon jedenfalls und er plant ganz sicher etwas, etwas sehr, sehr böses, sagt auch Simon!
Baz ist wie Simon, ein verängstigter Teenager, der allerdings Bazmit ein paar anderen Sachen auch noch zu kämpfen hat und obwohl eher immer versucht sein Inneres vor allen hinter einer kühlen, sarkastischen Fassade zu verbergen und jeden von sich zu stoßen, ist er ein cuter kleiner ängstlicher Kanarienvogel, der ebenfall sehr heftig beschützt werden muss. Das ist alles ein bisschen Will Herondale Style bzw eine Prise Edward Cullen – zum totlachen.
Und nicht zu vergessen: Baz ist die schlimmste Dramaqueen, die es je gegeben hat, knapp gefolgt von Simon 🙂

Snowbaz tanzendIch liebe das Zusammenspiel zwischen Simon und Penny, weil es eine wunderschöne Freundschaft ist, die inspirierender nicht sein könnte. Ich mag es, wie Penny und Agatha so grundverschieden sind und trotzdem sehr gerne und stark viel auf den anderen halten. Und natürlich mag ich auch, wie die Beziehung zwischen Simon und Baz während dem gesamten Buch stupide immer gleich ist und man nur den Anschein hat, dass sich irgendetwas verändert hat, obwohl es eigentlich schon immer genau so war.

»Nach hinten«, befahl sie. »Vorne dürfen nur Leute sitzen, die sich nicht von bescheuerten Bratzen entführen lassen.« – S.162

Rainbow Rowells Schreibstil ist wunderschön, ich liebe ihn, wie oben schon erwähnt. Worüber ich mich allerdings aufregen muss ist die wirklich nicht schöne Übersetzung, ich bin die Geschichte natürlich auf Englisch gewohnt und meine liebsten Zitate klingen auch nur im Englischen toll und das war mir im Voraus schon klar, aber wenn man den Sinn hinter manchen Sätzen komplett verzerrt und aus einer Chimäre eine Schimäre macht, aus dem coolen Namen Numptie eine Bratze macht oder aus den Wavering Woods den Schwankenden Wald macht, obwohl der Wankende Wald doch so viel offensichtlich besser gewesen wäre, dann tut es mir wirklich Leid, ich will es ja mögen, weil es ja die gleiche Geschichte ist, aber eben nicht passt und alles ein bisschen weniger träumerisch klingen lässt, der Ton – dieser ganz bestimmte Ton – der fällt weg und nimmt dem Buch damit den Glitzer.

Autor

Rainbow Rowell studierte Journalismus und arbeitete mehrere Jahre als Kolumnistin beim Omaha World-Herald. Mit ihrem ersten Jugendroman Eleanor & Park landete sie einen weltweiten Bestseller, gewann den Boston Globe Horn Book Award, den Printz Award und war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen im Bundesstaat Nebraska. Sie schreibt Jugendliteratur und Romane für Erwachsene. Ihr Bestseller Eleanor & Park (2015) war ihr erster Jugendroman bei Hanser, im Herbst 2017 folgt das Jugendbuch Fangirl.

Fazit: I LOVE IT! Es ist eine wunderschöne Geschichte über Magie, das älter werden, das Träumen, die Liebe, der Selbstakzeptanz, bei der nicht alles am Ende vergessen wurde, was passiert ist, sondern realistisch umgesetzt wird. Wer Harry Potter mochte wird es lieben, wer Eoin Colfers Geschichten mag wird es lieben, wer Rainbow Rowell mag, der wird es abgöttisch lieben. Wer gerne Geschichten mit dem ganz speziellen Etwas liest, der sollte das jetzt auch tun! Es lohnt sich so verdammt!

Plot                       ✪✪✪✪✪/5✪
Cover                          ✪✪✪/5✪
Charaktere          ✪✪✪✪✪/5✪

»Du warst die Sonne, und ich bin in dich gerast. Ich bin jeden Morgen aufgewacht und dachte:: „Das kann nur in Flammen enden.“« – S. 495

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2 Gedanken zu „Rainbow Rowell – Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow: eine Rezension

  1. Ich finde es ja mega Interessant wie die Meinungen auseinander gehen, ich stimme dir in bezug auf Rainbow Rowell zu 100% zu. Fangirl hab ich geliebt. Aber Simon Snow musste ich jetzt schon 2 mal zur Seite legen weil ich einfach absolut nicht reinkomme. Ich finde es irgendwie nichts halbes und nichts ganzes bisher, aber ich gebe nicht auf!

    Danke für die tolle Rezension ♥

    Liebe Grüße
    Samira

    Gefällt 1 Person

    • Viele bemängeln ja auch ihren Stil, aber mir taugt der total und auf Deutsch fand ich ihn auch sehr anstrengend und auch ein bisschen langweilig.
      Wenn du über die ersten 100 Seiten hinaus bist, wird es aber so oder so sehr viel besser!
      Am Anfang dümpelt es schon ein bisschen…
      Ich hoffe du findest noch deinen Weg 🙂

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