Kia Kahawa – Die Krankheitensammlerin: eine Rezension

51z6o7rzrflAutorin Kia Kahawa
Titel Die Krankheitensammlerin
Softcover Ausgabe
Seitenzahl 212 Seiten
Verlag epubli GmbH
ISBN 3844289410
Preis 10,99€ bei amazon

Genre Contemporary, sickLit
Erschienen 24. April 2016

 

Inhalt

 Fiona würde gerne ein sorgenfreies Leben führen.
Doch das Schicksal scheint nicht auf ihrer Seite zu sein.
Nachdem schon vor Jahren Depressionen, Selbstwert-
probleme und körperliche Belastungen von ihr Besitz
ergriffen haben, wird ihre ungewöhnliche Sammlung
ergänzt: Sie hat eine kranke Schilddrüse.
Bevor es noch schlimmer kommen kann, entscheidet
sie, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen und
ihr Leben radikal zu wenden. Pünktlich zum neuen
Jahr soll alles anders werden.

Doch Fionas Wandel wird ihr von Freunden, Familie
und Kollegen nicht erleichtert, im Gegenteil. Keiner
hält es für nötig, die junge Frau zu unterstützen,
sodass sie sich selbst helfen muss, um ihre Pläne
durchzusetzen.
Koste es, was es wolle.

Meine Meinung

 Die Krankheitensammlerin ist das allererste Rezensionsexemplar, das ich in meine Bloggerleben erhalten durfte. Kia Kahawa hat mich persönlich angeschrieben und da ich ja nicht im Besitz eines e-Readers bin, habe ich mir die pdf-Datei dann einfach kurzerhand aufs Handy geladen und von da gelesen. Demnach auch mein erstes e-Book!! Ich mag materielle Bücher lieber, besseres Gefühl und mehr Atmosphäre.

Das Cover ist simpel, aber auch sehr schön und passend mit der kleinen Teetasse.

Ich muss im Voraus erwähnen, dass dieses Genre mit SickLit und psychischen Erkrankungen nicht wirklich eines meiner meistgelesendsten Genres ist.

Der Plot ist ruhig; es ist kein spannungsgeladener Roman, bei dem ein unglaubliches Ereignis auf das andere folgt. Es wird im stillen und teilweise schon verzweifelten Ton das (sowohl psychische als auch physische) Leid als auch der Wandel der Protagonistin erklärt.
Fiona erzählt uns auf den knapp 200 Seiten ihre eigene Geschichte, wie sie immer tiefer in das Loch aus Selbsthass und Depressionen fällt nach einer erneuten Krankheitsdiagnose und sich ihr starker Wunsch nach Veränderung immer weiter steigert und sie endgültig die Spitze des Eisbergs erreicht und endgültig droht abzustürzen.

»Inzwischen habe ich täglich Zeit. Nicht, weil es weniger zu tun gibt, sondern, weil ich einfach weniger tue. So gesehen habe ich Zeit, aber keine Lust. Oder Zeit, weil ich keine Lust habe. Manchmal aber habe ich keine Lust, weil ich zu viel Zeit habe.«
S.12

Fiona ist eine Heldin, die absolut nicht perfekt ist, sie ist weder eine absolute Schönheit, ist nicht gertenschlank und auch im sozialen Umgang total unsicher.
Mein großes Problem mit depressiven Charakteren ist der fehlende Bezug; ich kann es nicht nachvollziehen, kann so viel Selbsthass bei intelligenten und reifen Menschen nicht nachvollziehen.
Durch sämtliche innere Monologe ist Fiona von vielen Seiten beleuchtet, allerdings hat mir die nähere Erläuterung der Beziehung zu den Eltern und dem Bruder, sowie über ihre Kindheit gefehlt, dadurch wäre die Hauptfigur noch wahrhaftiger geworden.

»Ich glaube, dass mein Körper die alte und mein Inneres die neue Fiona ist. Färbt die Hülle auf das Innere ab, so hat man ein depressives, frustfressendes Monster, das im Bett versauern will. Ich hasse und liebe mich zur gleichen Zeit für die Erkenntnis. Dieses Gefühl, Verständnis für sich selbst zu haben, muss ich mir merken.«
S.172

Die Nebenfiguren bleiben eher blass und werden nur am Rand erwähnt, aber es geht ja in erster Linie um Fionas Wertegang. Vor allem aber Pauls und Anjas weitere Lebensumstände, wären bei mir auf Interesse gestoßen.

Der Schreibstil ist angenehm und fließend lesbar. Die 212 Seiten hat man demnach leicht schnell durchgelesen.

Autorin

Kia (*1993) produziert.
Gedanken mit Menschen teilen – ob als Blog, Roman, Zeichnung, Musikstück, Sachbuch oder Hörspiel – das ist das, was am Produzieren so fasziniert.

„Am liebsten lese ich Bücher über Psychiater oder Psychologen, die aus ihrer Sicht die Welt erleben. Am liebsten schreibe ich hingegen Bücher aus der Sicht von nicht ganz (psychisch) gesunden Menschen wie die Krankheitensammlerin zum Beispiel. Ob das eine tiefere Bedeutung hat?“ Kia Kahawa, im Februar 2016

Fazit: Ein wirklich gut geschriebenes Debüt der Autorin, mit weniger Spannung, aber einer guten Charakterentwicklung der Hauptperson. Ein Buch für Psychologie-Fans und realitätsnahen Geschichten.

Plot                       ✪✪✪/5✪
Cover                  ✪✪✪✪/5✪
Charaktere          ✪✪✪/5✪

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5 Gedanken zu „Kia Kahawa – Die Krankheitensammlerin: eine Rezension

  1. Pingback: SEPTEMBER 2016 | freigedichtung

  2. Das Buch klingt toll – ich glaube, ich werde es auf meine Bücherliste setzen; sobald ich einen E-Reader besitze^^. Tolle Rezension!

    Und das mit den E-Books kenne ich. Ich habe bis jetzt noch nie eines gehabt, weil ich keinen Reader habe und mein Handy zu wenig Speicherplatz. xD Aber vielleicht lässt sich was mit meinem neuem Laptop einrichten. 😀

    Gefällt 1 Person

  3. Ich lese auch lieber echte Bücher als E-Books. Ist wirklich ein besseres Gefühl. Das Buch selbst hört sich wirklich sehr schwerfällig an und ist bestimmt ein sehr schwieriges Thema… Da muss man sich glaube ich schon etwas mehr mit der Krankheit auseinander setzten um vielleicht auch viele Züge vom Charakter des Protagonisten/in zu verstehen.
    Wünsche dir einen tollen Wochenstart!

    Gefällt 1 Person

    • Hi!
      Oh ja E-Books können noch so praktisch sein, ich will einfach wegen der ganzen Technik um mich herum wenigstens das Lesen weiterhin analog erleben.
      Bei Depressionen hab ich mich schon immer schwer getan, weil du das so schwer rational widerlegen kannst und du bist als außenstehender so machtlos.
      Bin mir leider auch nicht sicher, ob sich mein Verständnis vergrößern würde, wenn ich mich mehr damit beschäftigen würde.
      Vielleicht muss man das auch selbst erlebt haben, um es wirklich verstehen zu können.
      Das wünsch ich dir auch! 🙂

      Gefällt 1 Person

      • Da bin ich auch deiner Meinung – Bücher müssen einfach noch echt sein! Ich wünsche niemandem eine Depression… ich kann zum Glück nicht aus Erfahrung sprechen, aber es ist bestimmt nicht toll und nicht zu unterschätzen!
        Wünsche dir einen fröhlichen und glücklichen Tag! ♥

        Gefällt 1 Person

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