Tahereh Mafi – Ich fürchte mich nicht: eine Rezension

36-ich-fuerchte-mich-nichtAutorin Tahereh Mafi
Übersetzerin Mara Henke
Titel Ich fürchte mich nicht
Reihe Trilogie (1/3)
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 316 Seiten
Verlag Goldmann Verlag
ISBN 3442478499
Preis 16,99 € bei amazon
Genre Dystopie; Young-Adult; Romance; Action
Erschienen 23. Juli 2012

Inhalt

„Du darfst mich nicht anfassen“, flüstere ich. Bitte fass mich an, möchte ich in Wahrheit sagen. Aber wenn man mich anfasst, geschieht Seltsames. Schlimmes. Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. Für ihre Liebe. Und für den Zauber der Berührung …

Meine Meinung

Neugierig bin ich geworden, als eine amerikanische Buchbloggerin mehr als einmal davon geschwärmt hat und auch sonst die amerikanische Buchbloggercommunity den Hype der Welt verkündet hat.
Es steht jetzt schon eine ganze Weile in meinem Regal herum, seitdem ich es bei Sarah  beim Bloggeradventskalender gewonnen hatte.
Nachdem ich dann an einem Abend unverhofft ein paar Stunden frei hatte, haben wir uns dem guten Stück angenommen und die ersten 150 Seiten an einem Stück gelesen.
Das Cover hat ja bei der englischen Ausgabe ein Auge abgebildet und bei der deutschen Übersetzung sehen wir einen Frauenkörper, der in meinen Augen aussieht, als würde er fremdgesteuert (vielleicht ein Fluch?) durch die Luft geschmettert, ohne das die Person das verhindern kann. Im Hintergrund sehen wir eine Stadt. Unter der Frau ist der Boden vertrocknet und aufgesprungen, wie in einem ausgetrockneten See.
Im Zusammenhang mit der Geschichte kann man das Cover schon sehen, schließlich ist das Problem der Weltzerstörung ein Thema.
Die Geschichte oh ja die Geschichte ist rasant.

Ich bin nicht verrückt. Ich bin nicht verrückt. Ich bin nicht verrückt. Ich bin nicht verrückt. Ich bin nicht verrückt. Ich bin nicht verrückt.

Am Anfang fand ich den Schreibstil noch ein bisschen verwirrend, aber das ist auch klar, weil Juliette sich selbst nicht so sicher ist, ob sie nicht verrückt ist. Immer wieder sind Sätze, von denen sie denkt, sie darf sie nicht denken durchgestrichen.
Wir stecken zusammen mit Juliette in einer Zelle, aus der sie seit drei Jahren nicht wirklich entkommen ist, wir erfahren, wie zerstört dieses Mädchen ist.
Doch nach 20 Seiten geht es Schlag auf Schlag: sie wird rausgelassen und mit den werten Herren Adam Kent und Aaron Warner konfrontiert und mit der Welt.
Spannend und auch realitätsnah, wenn man bedenkt, wie Juliette sich in diesen neuen Teil ihres kaputten Leben eingewöhnen muss: sie soll zum brutalen Werkzeug von Warner, dem blonden Soziopathen und Chef des 45 Sektors werden und das widerstrebt ihr.
Warner sieht in Juliettes Fähigkeiten, einen Menschen nur durch ihre Berührung zu töten und die Energie auszusaugen ein Mittel gegen die Rebellen, die seit das Land durch Umweltkatastrophen und Krieg zerstört ist, auf den Plan treten und gegen das Reestablishment kämpfen wollen.

»Fahr zur Hölle.«
Er bewegt den Kiefer hin und her. Geht zur Tür.
»Darauf arbeite ich hin.«

52-juliette-ferrarsAber wer hier die politischen Machtkämpfe im Vordergrund sehen möchte, wird eher mit einer Menge Gefühle konfrontiert: wir sehen ungemein viel von Juliettes Innenleben und ihren Gefühlen für Adam, wie auch ihrer Faszination für Warner.
Juliette Ferras ist seit sie klein ist mit der Macht verflucht gesegnet, dass sie einem Menschen, sobald sie diesen berührt sämtliche Lebenskraft aussaugt.
Ihre Eltern, die sie deswegen verachtet und eingesperrt haben und ihre Mitmenschen in der Schule haben sie so zerstört, dass sie nach Liebe und Wärme lechzt, wie eine Ertrinkende nach Luft. Mit 14 Jahren wollte sie einem kleinen Jungen aufhelfen und hat ihn dabei getötet. Seitdem sitzt sie in Isolationshaft und schwebt zwischen Traum und Realität.

»Sie wissen gar nichts über mich.«
»Aber du glaubst mich so gut zu kennen.«
Ich beiße die Zähne zusammen, wage nicht zu antworten.
»Ich bin zumindest ehrlich.«, fügt er hinzu.
»Sie haben gerade zugegeben, ein Lügner zu sein!«
Er zieht die Augenbrauen hoch. »Ja, ich gebe ehrlich zu, ein Lügner zu sein.«

Im Gegensatz zu anderen nimmt sie deswegen oft und viele schreckliche, aber auch schöne Gefühle sehr viel stärker wahr und ist demnach oft überrumpelt von Gefühlen und dem Leben. Sie ist trotz allem, was sie erlebt hat eine starke Heldin mit ihrer eigenen kleinen Rebellion im Herzen und einer Wut, aber auch einer Liebe, die sich nicht bremsen lässt.

»Ich bin übrigens 19.«
»Wie?«
»Ich bin 19«, wiederholt er. »Ich weiß, für mein Alter bin ich ein ziemlich eindrucksvolles Exemplar.«

Aaron Warner ist der oberste Offizier des 45 Sektors mit 19 Jahren und verrückt: ein Psychopath der besonderen Art, mit blonden Haaren und krassen grünen Augen (jaja die Augen in Jugendbüchern), der 51-aaron-warnernicht nur vorlaut und unverschämt ist, sondern auch auf dem Weg zur Macht alles und jeden auf die Seite fegt, keine Gefühle zeigt und sich mit seiner bösen Seite unglaublich viele Feinde macht.
Von Juliette ist er ungemein fasziniert und möchte ihre Kraft benutzen.

»Der Mond dagegen ist ein treuer Begleiter. Er verschwindet nie. Er ist immer da, zuverlässig, schaut herunter, kennt unsere hellen und dunklen Momente, wandelt sich unentwegt, so wie wir. Jeden Tag zeigt er sich in einer anderen Form. Manchmal schwach und schwindend, manchmal kraftvoll und leuchtend. Der Mond versteht, was es heißt, Mensch zu sein. Unsicher. Allein. Gezeichnet von Kratern der Unvollkommenheit.«

50-adam-kentAdam Kent ist ein Soldat unter der Führung von Warner, der mit seinem Hundeblick und blauen Augen den krassen »lieben« Gegensatz darstellt. Er kümmert sich rührend um seinen kleinen Bruder, um ihn vor allem zu beschützen, wie er nur kann.
Der Schreibstil ist gespickt mit Metaphern und anderen Stilmittel, die zu erkennen und beschreiben meiner Deutschlehrerin den größten Genuss bereiten würden. Und dieser Beweis der Liebe für die Sprache den kann man spüren, auch wenn manch einer meinen könnte, dass es fast schon zu voll wäre, in meinen Augen hat es sehr gut zu Juliette gepasst, es kann ja nicht jeder Dystopieroman mit einer Militärschrift und abgehackten Sätzen geschrieben werden. Erfrischend neu!

Autor

Tahereh Mafi ist 25 Jahre alt. Sie wurde als jüngstes von fünf Kindern in einer Kleinstadt in Connecticut geboren und lebt mittlerweile in Orange County in Kalifornien. Nach ihrem Abschluss an einem kleinen College in Laguna Beach studierte Mafi, die acht verschiedene Sprachen spricht, ein Jahr in Spanien. Danach reiste sie quer durch die Welt und fing nebenbei an zu schreiben. Mit ihrem Debüt „Ich fürchte mich nicht“ eroberte sie die amerikanische Romantasy-Gemeinde und Bloggerwelt im Sturm.

Fazit: Ein Roman mit großen Gefühlen und viel Liebe zum Inneren des Menschen. Für alle die, die gerne Liebesgeschichten und von starken Frauen lesen. Ein Buch, bei dem das Ende anregt den nächsten Band zu lesen und sich weiter in die Welt von Juliette, Adam und Warner ziehen zu lassen.

Plot                  ✪✪✪✪/5✪
Cover                  ✪✪✪/5✪
Charaktere ✪✪✪✪✪/5✪

»Alles wandelt sich, aber ich fürchte mich nicht mehr. Jetzt weiß ich, wer ich bin Ich habe die richtige Entscheidung getroffen und kämpfe für das richtige Team. Ich fühle mich sicher. Voller Zuversicht.
Freue mich sogar.
Denn jetzt
bin ich bereit.«

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8 Gedanken zu „Tahereh Mafi – Ich fürchte mich nicht: eine Rezension

  1. Pingback: März 2016 | freigedichtung

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