Oscar Wilde – The Importance of Being Earnest: eine Rezension

35-the-importance-of-being-earnestAutor Oscar Wilde
Titel The Importance of Being Earnest – A Trivial Comedy for Serious People
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 95 Seiten
Verlag Reclam
ISBN 3150092671
Preis 4,40€ bei amazon
Genre Drama; Satire; Comedy

Inhalt

Algernon Moncrief lebt als Angehöriger der Oberschicht in der Stadt und verkehrt dort in allen möglichen Lokalen mit seinem Freund Ernest Worthing.
Ernest ist in Algernons Cousine Gwendolen verliebt und möchte sie heiraten, wird dabei allerdings von deren Mutter Lady Bracknell aufgehalten, da er für ungeeignet gehalten wird, aufgrund seiner unbekannten Herkunft.
Durch Ernests Zigarettenkästchen in den falschen Händen wird schnell aufgeklärt, dass sein wahrer Name gar nicht Ernest, sondern Jack ist und er sich mit seinem Pseudonym nur ein Alibi für die Stadt zugelegt hat.
Am Land, auf seinem Hof lebt sein Mündel Cecily zusammen mit der Gouvernante Miss Prism.
Durch die Aufdeckung von Jacks wahrer Person treffen alle Charaktere endgültig zusammen und klären ein großes Geheimniss auf.

Meine Meinung

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Es trifft sich recht gut, wenn wir ein englisches »moderneres« (also nicht Shakespear) Drama suchen und du dieses Buch so oder so auf deiner Leseliste stehen hast. Demnach war meine Schullektüre im Englisch-Unterricht nicht zu verachten.

»I hate people who are not serious about meals. It is so shallow of them.«

Das Cover ist nichts besonderes, immerhin haben wir hier den Reclam – Verlag und die sind immerhin »bekannt« für ihre individuellen Cover (bei diesem Drama ist allerdings ein Bild aus dem neusten Film mit Colin Firth und Reese Witherspoon zu sehen).

»I really don’t see anything romantic in proposing. It is very romantic to be in love. But there is nothing romantic about a definite proposal. Why, one may be accepted. One usually is, I believe. Then the excitement is all over. The very essence of romance is uncertainty. If ever I get married, I’ll certainly try to forget the fact.«

Die Geschichte im Drama ist nicht schlecht: es wird viel auf Komik und Verwirrung mit anschließender Aufklärung gesetzt. Eine Karikatur der noblen Gesellschaft mit ihren Marotten. Der Humor ist vielleicht nicht jedermanns Sache (wie manche Klassenkameraden bewiesen haben), aber ich konnte stellenweise gut lachen.

»I do not approve of anything that tampers with natural ignorance. Ignorance is like a delicate exotic fruit; touch it and the bloom is gone. The whole theory of modern education is radically unsound. Fortunately in England, at any rate, education produces no effect whatsoever.«

Die Charaktere, die der Autor ins Feld führt sind natürlich alle sehr platt: immerhin sind es nur Monitore, auf denen die Gesellschaft sich selbst wiedererkennen soll.
Ernest oder Jack ist eher der verklemmte Typ – eben so ein Mr. Darcy-Verschnitt mit weniger Tiefe und nicht so viel Intellekt.
Algernon ist der witzige Typ, der mit seinem Charme und seinem Witz schnell sympathisch wird in meinen Augen.

»I hope you have not been leading a double life, pretending to be wicked and being good all the time. That would be hypocrisy.«

Die beiden Damen Cecily und Gwendolen sind sich sehr ähnlich, nur dass Gwendolen eher die Diva raushängen lässt und Cecily noch sehr kindlich erscheint. Vielleicht soll das aber auch den Unterschied von Stadt und Land besser verdeutlichen.
Grundsätzlich haben wir hier eine Satire auf die Gesellschaft, welche durch die Charaktere auf die Spitze getrieben wurde.

»I never travel without my diary. One should always have something sensational to read in the train.«

Der Schreibstil ist bei einem Drama immer nicht so leicht zu bewerten, aber ich mag, dass er mit Wortspielen arbeitet und das meiste ist natürlich schön inszeniert.

Autor

Oscar Wilde, der mit vollem Namen Oscar Fingal O‘ Flahertie Wills Wilde hieß, wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin geboren und ist einer der bedeutendsten irischen Schriftsteller. Als schillernde Lichtgestalt des „L’art pour l’art“ wurde er im viktorianischen England unter anderem für sein extravagantes Auftreten bewundert. Häufig war der Dandy auch wegen seiner skandalträchtigen Werke im Gespräch, in denen er die Prüderie der damaligen Gesellschaft vorführte. 1890 veröffentlichte Oscar Wilde seinen berühmten Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“. 1895 wurde der Familienvater wegen Unzucht und Homosexualität zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach Verbüßung dieser Strafe verließ er – verarmt und gebrochen – England und lebte bis zu seinem Tod am 30. November 1900 in Paris

Fazit: Ein Klassiker, den ich empfehlen kann; vor allem, weil er eben nur 95 Seiten enthält und an einem Nachmittag verschlungen werden kann.
Es sind witzige Passagen enthalten und die Geschichte ist nicht zu kompliziert, sodass es sich auch als eine Geschichte für zwischendurch eignet.
Aber grundsätzlich ist es eben eine Schullektüre, bei der auch für die, die die englische Sprache nicht so sehr beherrschen viel Vokabelhilfe am Ende fast jeder Seite gegeben ist.

Plot               ✪✪✪✪/5✪
Cover                  ✪✪/5✪
Charaktere ✪✪✪✪/5✪

»I don’t like novels that end happily. They depress me so much.«

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Ein Gedanke zu „Oscar Wilde – The Importance of Being Earnest: eine Rezension

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