John Green, David Levithan – Will & Will: eine Rezension

33-will-und-willAutoren John Green, David Levithan
Übersetzerin Bernadette Ott
Titel Will & Will
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 376 Seiten
Verlag cbt
ISBN 3570308855
Preis 8,99€ bei amazon
Genre Young-Adult; Romance; Freundschaft; Erwachsen werden
Erschienen am 9. September 2013

Inhalt

Sie heißen beide Will Grayson, wohnen in Chicago, sind siebzehn und haben dasselbe Problem: Aus Angst, es mit der Liebe zu versemmeln, lassen sie sich auf Romantisches gar nicht erst ein. Der eine zögert seit Wochen, sich selbst einzugestehen, was für andere offensichtlich ist: dass er bis über beide Ohren in seine Mitschülerin Jane verliebt ist. Der andere flüchtet sich in eine Online-Beziehung, anstatt sich vor seinen Freunden zu outen. Doch alles ändert sich, als Will & Will eines Abends ganz zufällig aufeinandertreffen …

Meine Meinung

Da es noch das letzte Buch von John Green war, das ich noch nicht gelesen hatte und es schon geraume Zeit auf meiner Liste stand, wurde es dann spontan gebraucht in den Einkaufskorb gelegt – schließlich möchten wir ja auch einmal sagen können, dass alle Bücher eines Autors Zuhause stehen!

»Man liebt jemanden, der einen nicht zurücklieben kann, weil unerwiderte Liebe viel besser zu überstehen ist als Liebe, die zuerst erwidert wurde und dann nicht mehr.«

Das Cover zeigt Beine. Bei allen Büchern von John Green (ausgenommen »Das Schicksal ist ein mieser Verräter« und »Tage wie diese«) werden Beine abgebildet. Ist das tiefsinnig/vielseitig deutbar/sein Merkmal/ästhetisch besonders ansprechend? Er weiß wahrscheinlich nicht einmal selbst, warum ein Verlag auf die Idee kommt, seine Bücher so zu gestalten. Das fand ich aber schon immer merkwürdig und besonders wenig ansprechend.

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Die Geschichte im Inneren birgt einen interessanten Ausschnitt aus dem Leben von zwei Teenagern, die sich gerade mitten in der »sich-finden-Phase« befinden. Sie haben beide mit sich, Freundschaften, der Liebe und allen Problemen um sicher herum klarzukommen.

willstdubitteendlichstillsein: tiny?
bluejeanbaby: hier!
willstdubitteendlichstillsein: bist du bereit?
bluejeanbaby: wofür?
willstdubitteendlichstillsein: für die zukunft
willstdubitteendlichstillsein: ich glaube nämlich, sie hat gerade begonnen.

Da gibt es Will Grayson, der zusammen mit seiner Mutter lebt, chronisch depressiv ist und sich in jemanden verliebt, den er im Chatroom kennen und lieben gelernt hat, noch bevor er ihn überhaupt getroffen hat.

Ich mache eine Geste, die signalisieren soll: »Hey, kein Stress, telefonier, so lange du willst!« Aber wahrscheinlich signalisiere ich damit nur: »Hey, guck mal! Ich hab Spastikerhände!«

Und den anderen Will Grayson, der eines dieser ruhigen und »normalen« Leben führt, sich an seine Regeln hält: 1. Lass nichts zu nah an dich ran und 2. Maul halten und eher schüchtern ist.

ich: wer bist du?
tiny: tiny cooper!
ich: du kannst nicht wirklch tiny heißen.
tiny: nein. ist die volle ironie.
ich: oh
tiny (macht ts, ts): du brauchst nicht betreten ›oh‹ zu sagen. ich komm damit klar. ich hab eben große, schwere knochen.
ich: das sind nicht nur die knochen.
tiny: was einfach nur heißt, dass es an mir eben mehr als an anderen zu lieben gibt!
ich: aber macht auch viel mehr mühe.
tiny: schatz, ich bin es wert.

Sein bester Freund heißt Tiny Cooper, ist der schwulste Typ der ganzen Schule und nicht nur ungemein stämmig, sondern auch noch sehr selbstbewusst. Immerhin schreibt er ein Musical mit sich in der Hauptperson. Er macht eine wirklich schöne Verwandlung im Buch.
Der Schreibstil ist bei John Green, wie immer wunderbar. David Levithan hat bei seinem Will Grayson allerdings nur mit kleinen Buchstaben getippt und die Dialoge sind im Chatformat, was meiner Meinung nach einfach zu jugendlich und hipp ist – war aber auch noch nie mein Fall.

»mein leben fühlt sich so zerrissen an. als bestünde es aus lauter papierschnipseln und jemand hat den ventilator angestellt. aber wenn ich mit dir rede, fühle ich mich, als hätte jemand den ventilator eine zeit lang ausgestellt. als könnte alles doch einen sinn ergeben. als würdest du alles zusammenfügen.«

Autor

Corine-Preisträger John Green schrieb die preisgekrönten Bestseller »Eine wie Alaska« und »Das Schicksal ist ein mieser Verräter«.
David Levithan ist der Autor des Bestsellers »Nick & Norah«, der für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. »Will & Will«, der erste gemeinsame Roman der beiden, stand auf der New York Times-Bestsellerliste und wurde unter die Top Ten der romantischsten Bücher des Jahres gewählt.

Fazit: Nicht John Greens bestes Buch, aber durchaus lesenswert, vor allem weil eben auch (was in den meisten Jugendbüchern weniger der Fall ist) die Homosexualität ein Thema ist. Es zeigt, dass wir alle nur Menschen sind, die aber eben auch verzeihen können und nichts wichtiger ist, als die Freundschaft.

Plot           ✪✪✪✪✪/5✪
Cover           ✪✪✪✪/5✪
Charaktere  ✪✪✪✪/5✪

»Wir sind uns bewusst, dass in der Nase des besten Freundes zu bohren eine sehr persönliche Entscheidung ist, die sich als Freundschaftskriterium nicht verallgemeinern lässt.«

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2 Gedanken zu „John Green, David Levithan – Will & Will: eine Rezension

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