Leisa Rayven – Wohin du auch gehst (Bad Romeo & Broken Juliet #1): eine Rezension

32-wohin-du-gehstAutorin Leisa Rayven
Übersetzerin Tanja Hamer
Titel Wohin du auch gehst (Bad Romeo & Broken Juliet)
Reihe Dulogie (1/2)
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 496 Seiten
Verlag Fischer Verlag
ISBN 3596033225
Preis 14,99 € bei amazon
Genre New Adult; Romantik; Erotik (?)
Erschienen am 23.Juli 2015

 

Inhalt

Der Traum vom unsterblichen Ruhm führt Cassandra Taylor und Ethan Holt zu einer der berühmtesten Schauspielakademien der USA. Bereits während des Vorsprechens kommt es zu einem schicksalshaften Ereignis: Cassandra und Ethan spielen eine gemeinsame Szene so perfekt, als besäßen sie eine tiefe Verbindung und würden sich seit Jahren kennen. Zwischen ihnen herrscht eine Anziehungskraft, die weder einstudiert noch erklärbar ist. Für das Auswahlverfahren erweist sich dies als Glücksfall: Cassandra und Ethan werden als das bekannteste Liebespaar der Geschichte gecastet. Trotz der gegenseitigen Anziehungskraft klappt es privat zwischen den beiden überhaupt nicht. Dennoch sind sie auch in den kommenden Jahren die perfekte Besetzung für große Liebesgeschichten. Und mit jedem Vorhang der fällt, werden Cassandra und Ethan tiefer in das Wunder der Liebe hineingezogen.

Meine Meinung

Ich bin mir nicht ganz so sicher, was ich davon halten soll. Von dem Buch und meinem Leseverhalten:
Dieses Buch habe ich bei einem Gewinnspiel bei Emily gewonnen, hatte vorher schon so einiges bei den anderen Buchbloggern hier mitbekommen, habe mir kurz die Beschreibung durchgelesen und es dann eigentlich unter »Vielleicht irgendwann einmal, oder eher nicht« abgestempelt. Es klang mir alles ein bisschen zu sehr nach dem 08/15 »wir-können-uns-nicht-ausstehen-haben-aber-eine-krasse-sexuelle-Spannung«-Geschichte.

»Verdammt nochmal.« Er schaut auf sein Handgelenk. »Wow, so spät schon. Wir müssen los. Die Performance fängt gleich an.«
Richtig. Benzo Ra.
Er marschiert los und ich folge ihm. »Äh… Holt? Du weißt schon, dass du gar keine Armbanduhr hast, oder?«
»Ja, klar.«
»Wollte nur sichergehen.«

Nachdem ich es dann gewonnen hatte und das Buch auch ankam, hatte ich eigentlich nur vor, mal kurz rein zu lesen. Ha falsch gedacht, wer denkt denn bitte, dass man da noch irgendetwas anderes, wie eine Endpräsentation für die Facharbeit oder Mathe wiederholen, machen könnte, einfach lächerlich. Bis um Mitternacht lag ich noch vor dem Ofen, der mehrmals beinahe ausgegangen wäre, weil ich so gebannt war. Im Anschluss hab ich mich in mein Bett verzogen: bis um 4.30 Uhr als ich mit der letzten Seite dann fertig war. Es ist tatsächlich eine Geschichte, wie wir sie schon oft gelesen oder vielleicht auch gesehen haben. Eine Mischung aus Romantik und Erotik – New Adult eben.
Simone Sohn von 1live hat es mit »50 Shades of Grey« nur ohne SM verglichen. Vielleicht im Entferntesten. Ihr seht ich bin noch ein bisschen durcheinander und möchte wieder eine Menge mitteilen.
Das Cover ist jetzt nicht atemberaubend, aber ganz okay. Das Buch glänzt ganz schön golden und das zersplitterte Herz lässt auf jeden Fall schon eine Menge Gefühlsdudel erwarten.

Er nimmt meine Hände und drückt unsere Handflächen aneinander.
Zack!
Sofort ist da wieder dieselbe Hitze, die ich auch bei der Spiegelübung verspürt habe, und ich rechne schon damit, dass er etwas über unsere faszinierende Verbindung zueinander sagt.
Weit gefehlt.
»Du hast krass große Männerhände.«
Wie bitte? »Ich hab keine Männerhände!«

Die Geschichte ist zusammen mit den Schauspieleinschüben tatsächlich und irgendwie sehr amerikanisch. Wir beginnen mit einem Kapitel, das in der »Gegenwart« spielt, als die Protagonisten Cassie und Ethan wieder nach 3 Jahren Pause aufeinandertreffen. Erschütternd reif wirken beide im Vergleich zu den Kapiteln die im Anschluss aus ihrer Zeit auf dem College berichten – als sie sich kennengelernt haben. Dazwischen finden wir immer wieder Tagebucheinträge von Cassie, Cassandra Taylor, aus deren Sicht die ganze Geschichte beschrieben wird. Während im Grunde nichts anderes, als die übliche Kennenlerngeschichte eines Paares erzählt wird, kommen die Kapitel dazwischen, die in der Gegenwart, also 6 Jahre nach dem Kennenlernen, immer wieder dazu und zeigen, dass immer noch eine Menge Energie zwischen diesen beiden Menschen schwebt.

Er steht auf und geht zur Kommode, dann stutzt er. »Hast du … meine Unterhosen gefaltet?«
Ich zucke mit den Achseln. »Ein paar vielleicht.« Ich verrückter Stalker!!!
»Du bist echt komisch.«
»Das musst du mir nicht sagen.«

Cassandra Taylor beschreibt sich als durchschnittlich mit braunen Haaren und olivgrünen Augen (klingt schon verdammt nach der »Bella«, die immer schön unauffällig am Rande steht). Sie bezeichnet sich selbst als soziales Chamäleon, ist dem weiteren Klischee (ich hab das Wort bis jetzt auch wirklich vermieden!) nach eine Jungfrau, hatte also noch keinen Freund, überfürsorgliche Eltern, eine Öko-Mama und ihre Leidenschaft ist das Schauspielen, das sie scheinbar so wunderbar beherrscht, dass alle, auch die Grove, die angesehenste Bildenden Künste-Akademie Amerikas, sie als sehr begabt bezeichnen. denn genau da wird sie aufgenommen, als eine von 30 von 1000 Bewerbern.

»Hey«, krächzt er.
»Hey!« Ich tauche aus meinem Tagtraum auf und wedele etwas zu enthusiastisch mit den frischen Klamotten. »Die sind für dich. Wir war die Dusche? Du bist ja noch nass. Trockne dich besser ab. Also, nicht mit dem Handtuch, das du um hast … denn dann wärst du ja nackt und … naja, also du kannst natürlich das Handtuch schon nehmen … Immerhin ist es dein Zimmer. Ich kann ja zuschauen – äh, ich meine wegschauen. Oder ich kann rausgehen. Wie du willst.«

Ich bin mir nicht so sicher, was sie genau ausmacht. Sie ist ziemlich unerfahren und sehr unschuldig und das nicht nur im sexuellen Bereich.
Ethan Holt erscheint uns als der Bad Boy – das Buch nennt sich »Bad Romeo and Broken Juliet«. Ich will nicht sagen, dass es eher umgekehrt ist, aber es ist wohl eher der Boken Romeo, den wir hier vor uns haben. Zusätzlich sei erwähnt, dass uns diese tragische Backstory doch schon sehr an E.L. James »Romane« erinnert. Er hat dunkle Haare und blaue Augen, sieht scheinbar unglaublich aus, ist schlaksig bis durchtrainiert, ist intelligent und belesen und ebenfalls ein sehr talentierter Schauspieler: allerdings viel desozialisierter, als gedacht. Um seine Badboy-Masche weiterhin durchzuziehen ist er dann eben zu dem Mädchen, das er von Anfang an atemberaubend findet ein echter Drecksack und im Grunde auch zu allen anderen.

Ich habe das dringende Bedürfnis, mich wie ein Koala an ihn zu klammern. Mit dem Minirock, den ich gerade trage, würde das allerdings etwas peinlich wirken.

Der Schreibstil ist gut und es gibt auch wirklich amüsante Stellen, bei denen ich durchaus auch eine Weile länger gegrinst habe. Wirklich intensiv geschrieben sind die Szenen zwischen den beiden, wenn es in die Erotik Richtung geht und wenn sie streiten – das ist wirklich gut!

Autor

Leisa Rayven lebt am anderen Ende der Welt, in Brisbane, Australien. Eigentlich wollte sie Schauspielerin werden, genau wie ihre Protagonistin Cassandra. »Da ich als junge Frau oft nicht wusste, wohin ich gehöre, erschien es mir einfacher, eine Identität zu spielen. Das gilt besonders, wenn man wie ich unter einem wilden Temperament leidet, eigentlich aber schüchtern und introvertiert ist.« Bekannt wurde Leisa Rayven jenseits des Broadways, als einer ihrer Texte quasi über Nacht bei mehr als 2 Millionen Internetlesern eine Welle der Begeisterung auslöste. Später entstand daraus ihr erstes Romanprojekt: ›Bad Romeo & Broken Juliet‹.

Fazit: Nicht DAS Highlight, einfach weil es diese Art von Geschichte eben schon so und so oft gibt und gegeben hat. Aber es hat seine Qualitäten, sympathische Charaktere und ist auf jeden Fall so süchtig machend, das ich es nicht weglegen konnte. Menschen, die auf die intensive Liebe in Büchern stehen und mit Liebe meine ich Liebe und nicht bloß ein Orgasmus nach dem anderen, für die ist das auf jeden Fall ein Buch und vielleicht auch eine Reihe, die gefallen kann.

Plot             ✪✪✪✪/5✪
Cover             ✪✪✪/5✪
Charaktere ✪✪✪✪/5✪

»Holt, es gibt nicht viele Menschen auf der Welt, die so einen Draht zu jemand anderem haben wie wir. Eines Tages wird dir das vielleicht auch klar, aber dann wird es zu spät sein.«
Ich wende mich ab und verschwinde durch die Tür.

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6 Gedanken zu „Leisa Rayven – Wohin du auch gehst (Bad Romeo & Broken Juliet #1): eine Rezension

  1. Ha! Das is ja mein Ex Buch 😀
    Wie gesagt, ich weiß immer nicht, wo die tollen Bewertungen herkommen, war ja leider eins der Bücher, die zu meinen Jahresflops gehören. Ich fands ganz okay(wir wollen ja nicht zu negativ sein gell 🙂 ), aber lange nicht so emotional, wie es viele beschrieben haben. Die Charaktere fand ich oft nervig und die Handlung manchmal etwas oberflächlich.
    Aber gut, so verschieden sind die Geschmäcker 😀

    Gefällt 1 Person

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