Robin Jarvis – Dancing Jax (Der Auftakt): eine Rezension

29-dancing-jaxAutor Robin Jarvis
Übersetzerin Nadine Mannchen
Titel Dancing Jax – Der Auftakt
Reihe Trilogie (1/3)
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 544 Seiten
Verlag script5
ISBN 3839001714
Preis 9,95 € bei amazon
Genre Fantasy; Abenteuer; Drama
Erschienen am 20. Januar 2014

Inhalt

Einige Bücher sind schädlich, sogar gefährlich. Sie verdrehen einem den Kopf und geben den dunkelsten Seiten der menschlichen Seele Nahrung. Sie sollten verbannt oder vernichtet werden. Diese Geschichte handelt von solch einem Buch. Ich hoffe, es gibt noch genug von euch da draußen, die das hier lesen und mir glauben und sich zur Wehr setzen können – bevor es zu spät ist.
Dieses Buch ist böse… Du solltest dich ihm nicht nähern. Du solltest nicht darüber sprechen. Was auch immer du tust, öffne es nicht!

Meine Meinung

Die Empfehlungen für dieses Buch haben sich tatsächlich in Grenzen gehalten, einzig und alleine meine lieben Waldmenschenfreunde haben es immer wieder an mein Herz gelegt und schlussendlich habe ich jetzt begonnen mit dieser verteufelten Trilogie aus Großbritannien. Die Empfehlungen halten sich übrigens in Grenzen, weil sie kaum ein Mensch kennt, diese Bücherreihe von Robin Jarvis.
Ein fantastisches Cover mit dem Totenkopf eines Hofnarren unglaublich schön gezeichnet, eigentlich müsste man es schon deswegen kaufen und lesen, aber so oberflächlich sind wir doch nicht, nein natürlich nicht. Allerdings lieben wir es trotzdem, wenn am Anfang eines Kapitels ein kleines Zitat oder eine Illustration zu finden ist, das macht ein Buch einfach noch schöner!

»Frohlocke. Wir haben einen Herrn, der uns leiten und den Dancing Jacks gebieten kann. Sobald sich der Ismus von dem großen Martyrium erholt hat, soll die Ordnung wieder hergestellt werden.«

Obwohl ich durch die Erzählungen schon so ungefähr wusste, wie es laufen würde, war ich dann dennoch beim Lesen mit einem kümmerlichen Wispern auf den Lippen gequält: »Nein, nicht du auch noch!!«
Selbst bei den nicht so sympathischen Charakteren hat es geschmerzt, als die Macht entfaltet wurde. Während des gesamten Buches geht es immer weiter bergab, mit der Ausnahme eines Hoffnungsschimmers, der allerdings gleich wieder vernichtet wurde.
Durchgehende Spannung und ein wirklich anhaltend bemerkenswerter Schreibstil haben mich trotz der Vorinformationen dieses Buch verschlingen lassen

Ort des Geschehens ist das kleine Städtchen Felixstowe und die Bewohner, allen voran die Schüler der Highschool und deren Mathematiklehrer Martin Baxter sind die Personen, auf deren Schicksal speziell eingegangen wurde.
Martin Baxter ist ein Geek, einer der Science-Fiction-Fantasy-Fans, die ihr Geld in Merchendise investieren, weil das eben sein muss. Er wohnt mit Carol, einer Krankenschwester und seiner Freundin und deren Sohn Paul Thornbury zusammen. Die Familie ist ziemlich sympathisch und trotz der Unterschiede zwischen der praktisch veranlagten Carol und dem junggebliebenen Martin, sind sie wirklich cool zusammen.
Die Schüler, deren Leben näher beschrieben wird, sind das intelligente und unbeliebte Mädchen, die Oberzicke und der Sportler. Wie in einer Karikatur zeigt uns der Autor, dass wir alle gleich sind und sich niemand vor dem Bösen schützen kann, ganz gleich wer wir sind. Eine weitere zentrale Rolle, mehr als zentral, ist die Bande von Kleinkriminellen um Jezza und Shiela. Sie bringen den Stein ins Rollen und demnach werden auch sie auserwählt das Zentrum des Bösen einzunehmen, vollkommen schonungslos und ohne ihnen die Wahl zu lassen.
Alle Bildungsschichten und alle Personengruppen bzw. Generationen werden hier angesprochen und Robin Jarvis deckt ein Problem unserer Gesellschaft nach dem anderen auf, indem er seine Antagonisten diese als den Grund des Untergangs aufzählen lässt.

Paul Thornbury. Er ist doch noch ein Kind!«
»Ein Kind?«, höhnte der Ismus. »In dieser Welt gibt es keine Kinder mehr. Schon lange behandelt man sie wie Mini-Erwachsene und zieht sie auch so an. Kleine Mädchen lasst ihr mit Puppen spielen, die wie Nutten aussehen. Die Tugendhaftigkeit und Scheinheiligkeit, die mir immer Übelkeit bereitet haben, gibt es nicht mehr. Ihr dreht euren Heranwachsenden Vorbilder an, die nicht mit ihrem Verstand sondern mit ihrer Unterwäsche glänzen, und deren Talent und Errungenschaften sich einzig und allein aufs Schlafzimmer beschränken und auf die Fähigkeit, lautstark hainauszuposaunen, was darin vor sich geht. Ihr gewährt euren heißgeliebten Nachkommen Zugang zu einem blitzschnellem Netzwerk voller Verdorbenheit und Gefahr. Ihr gebt ihnen Computerspiele, die viel brutaler sind als der blutigste und grässlichste Krieg. Und ihr bombardiert Vorpupertäre mit unziemlicher Musik und unzüchtigen Bildern – schenkt ihnen ein Vokabular, das dem rauesten Seemann meiner Zeit die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte! Es gibt keine Schande, keine Tabus, keine Grenzen, keinen Respekt und ganz bestimmt keine Unschuld mehr! Mit dreizehn schwanger zu werden gilt nicht länger als lebenslange Schande, sondern lediglich als Berufsentscheidung.
Wenn die Zeit je für Dancing Jacks und meine Herrschaft reif war, dann jetzt. Die Welt versinkt im Chaos, ist völlig verkommen und bettelt auf Knien darum, neu geordnet zu werde.«

Obwohl die Leserstimmen von Himmelhochjauchzend zu »Abgebrochen!« ein breites Spektrum aufzeigen, kann ich mich nur mit wenigen Kritikpunkten (also praktisch keinen!) der positiv gestimmten Gruppe anschließen. Einzig und alleine der ein wenig voraussehbare Verlauf lässt das Buch nicht so fiebrig unfassbar erscheinen, wie man es von zahlreichen Büchern dieser Art kennt, aber so enorm hat es mich nicht gestört, denn du lernst alle Figuren irgendwie lieben und hoffst und bangst, dass sie es nicht sind, die plötzlich dran sind für immer ins Reich der Dancing Jacks gezogen zu werden.

Autor

Mit dem Schreiben und Illustrieren von Büchern begann Robin Jarvis 1988. Sie wurden in Großbritannien mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und haben sich bereits mehr als eine Million Mal verkauft. Was der Autor, der in London lebt, überhaupt nicht mag, sind Geschichten, in denen er niemanden umbringen kann.

Fazit: Ein Buch für Menschen, die Stephen King klasse finden. Für Leser, die den Geschmack an Fantasy und Abenteuer noch nicht verloren haben! Für alle, die wirklich gerne datailliert ausgearbeitete Mischungen aus Fantasy-Elementen und Thriller mögen. Aber auch für die, die Thriller nicht so gerne mögen: den spannend und ein bisschen unheimlich muss ein Buch manchmal sein, damit wir auch das spüren. Für alle, die neugierig sind, weswegen vor diesem Buch so ausdrücklich gewarnt wird. Und für die, die sich gut und gerne verzaubern lassen.

Plot              ✪✪✪✪✪/5✪
Cover           ✪✪✪✪✪/5✪
Charaktere ✪✪✪✪✪/5✪

»Die Dunkelheit an sich entbehrt jeder bösartigen Substanz – sie ist nichts anderes als die Abwesenheit von Licht.«

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2 Gedanken zu „Robin Jarvis – Dancing Jax (Der Auftakt): eine Rezension

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