Wir schreiben #2: Kurzgeschichten

Bei einer Kurzgeschichte hast du bestimmte Regeln zu befolgen: das Ende muss offen sein, niemals aus der Ich-Perspektive und Spannung soll eigentlich auch nicht aufgebaut werden, schließlich sollte es sich um eine alltägliche Situation handeln.
Das würden uns unsere Deutschlehrer erzählen und womöglich auch irgendwelche Autoren, die das ein bisschen enger sehen. Ich hab mich sowohl an der »strengen Form« versucht, als auch zahlreiche etwas freiere Texte verfasst. Ich meine, wenn ich schon wo meine eigenen Regeln festlegen kann, dann ja wohl in den von mir angefertigten Geschichten.
Ich schreibe nicht nur Songs, sondern auch Geschichten, manchmal kurze, manchmal längere. Ich hab mich auch, wie die meisten Leser, schon an einem Roman versucht, meiner selbstkritischen Seite nach, habe ich kläglich versagt und es, das Schreiben erst einmal an den Nagel gehängt. Bis ich wieder auf die Idee gekommen bin, diesen Blog ins Leben zu rufen. Demnach schreibst du fast täglich (vorausgesetzt, das klappt auch wirklich!) und das hilft, um wieder das Interesse und die Freude daran zu spüren.
Auf meinem Computer habe ich noch alte Geschichten aus meinen jungen Jahren der Schöpfung. Angefangene Geschichten über Feen und Elfen, über eine Art Engel-Teufel-Geschichte. Ich kann Unmengen an Notizbücher vorweisen mit detaillierten Beschreibungen der Hauptcharaktere und der Welt. Nur die Geschichten sind nicht ausgereift, der Plot fehlt. Mein 11 jähriges Ich hatte keine Ahnung, dass das das Wichtigste daran ist, der Plot. Aber Schreiben ist Schreiben und demnach habe ich auch immer weiter und weiter geschrieben.
Vor drei Jahren an Weihnachten habe ich mir wieder einmal aus den Fingern gesogen, welches kreative Geschenk ich meinen Waldmenschen schenken kann, hab danach gesucht, was ich beherrsche und auch anwenden kann, um ihnen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern: mit dem Nähen und Stricken oder dem Basteln habe ich es jetzt nicht so unbedingt und außerdem hatte ich das schon das Vorjahr versucht.
Also habe ich eine kurze Geschichte für jeden verfasst. Über Leavy, den Blattcowboy, über ein Mädchen und ihre schwulen Väter, über eine Dame, die ihren ehemaligen Liebhaber umbringt und über eine stinknormale Kuh, die gegen das Böse kämpft.
Wenn ich jetzt zurückblicke sind das alles Kindergeschichten, die sich bestimmt sehen lassen können. Es sind kurze Geschichten, auf Papier gedruckt und in unprofessionelle »Papyrusrollen« gebastelt in kleine Teedosen verpackt und bereit gelesen zu werden.
Und in diesem Jahr fand bei uns im Landkreis ein Jugendliteraturpreis zum ersten Mal statt und das war alleine schon ziemlich spannend. Wir sollten Geschichten über die Jugend für die Jugend von der Jugend schreiben. Kurzgeschichten. Nachdem ich fast ein ganzes Jahr und noch ein bisschen mehr nicht mehr eine fiktive Geschichte geschrieben hatte, war das wie die Erlösung, die Wunderheilung aus der Starre: alles stand still, ich schlich nur nervös um mein Geschichtennotizbuch herum und versuchte nur ab und an daran zu denken. Ich will es nicht Schreibblockade nennen, es war mir einfach nicht danach, also ließ ich es erst einmal und fand durch ein Wunder wieder zurück. Heute sitze ich vor der Schule auf der Bank und warte, dass ich abgeholt werde, während ich die Menschen beobachte und mich selbst beobachte. Ich erwische mich dabei, wie ich die kleinen Mädchen, die lautstark »Lauda to si« singen in mein Notizbuch kritzle und mit Notizen versehe. Ich erwische mich dabei, wie ich in meinem Kopf bereits Handlungsstränge bastle und ihnen einen merkwürdigen Opa andichte, der Schleich-Tiere aus der Wild-West-Kollektion sammelt. Ich erwische mich dabei, wie ich mich freue diese Mädchen zu Geschichten werden zu lassen.

Die Textart Kurzgeschichte ist wahrlich nicht meine liebste, denn die Bindung zu den Figuren erlebst du als Leser nie so, wie im Buch. Und demnach ist es auch sehr schwer für mich diese Geschichte wirklich zu lieben. Aber jetzt mag ich diese Art der Geschichtenerzählung sehr gerne, denn ich habe ihr etwas zu verdanken und das vergesse ich ihr nicht:
Ich weile jetzt wieder unter den Schreibenden und das möchte ich auch nicht mehr missen.
Hi, ich bin Itchy, ich schreibe und ich liebe es!

Was haltet ihr von Kurzgeschichten? Habt ihr schon einmal eine geschrieben? Habt ihr eine liebste Kurzgeschichte? Oder eben eine, die euch nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist?
Was schenkt ihr euren Freunden zu Weihnachten? Lasst es mich wissen!

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Ein Gedanke zu „Wir schreiben #2: Kurzgeschichten

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