F. Scott Fitzgerald – Der große Gatsby: eine Rezensions

23-der-grosse-gatsbyAutor F. Scott Fitzgerald
Übersetzer Lutz-W. Wolff
Titel Der große Gatsby
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 256 Seiten
Verlag Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN 3423139870
Preis 9,90€ bei amazon
Genre Klassiker; Historischer Roman
Erschienen am 1. April 2011

 

Inhalt

Jazzmusik, Wolkenkratzer, unerhörter Reichtum, finanzielle Leichtfertigkeit, Intrigen und grenzenlose Liebe – nichts fehlt in diesem meisterhaften Gesellschaftsportrait. Vor dem Hintergrund der lauten, wilden amerikanischen Moderne entfaltete der Roman die berührende Geschichte eines unheilbaren Romantikers. Früh schon erkennt der mittellose James Gatz, dass Erfolg eine Frage der Selbstdarstellung ist. Er beschließt, dass aus dem „armen Gatz“ der strahlende Jay Gatsby werden soll und spielt den Erfolgreichen, noch bevor er tatsächlich zu Reichtum kommt. Doch nicht alles läuft nach Plan. Während er als Offizier im Ersten Weltkrieg dient, verliert er Daisy Fay, eine Tochter aus reichem Haus, an einen Nebenbuhler. Aber so leicht gibt er nicht auf. Unweit ihres Hauses auf Long Island errichtet er eine traumhafte Villa, in der er rauschende Partys feiert in der Hoffnung Daisy doch noch zurückzugewinnen. Eine Geschichte voller Intrigen, Betrügereien und Eifersucht beginnt.

Meine Meinung

Hach, der große Gatsby – kleines Buch, erstaunliche Geschichte. Zu Anfang gleich ein Geständnis: Ich habe zuerst den Film gesehen und dann das Buch gelesen, streckt mich nieder auf dem Boden der Tatsachen!
Ich hab den Film wohl so im Alter von 15 Jahren mit meiner Tante gesehen, also den Film mit Leonardo DiCaprio und Carey Mulligan (nebenbei erwähnt die Ehefrau von Marcus Mumford) im Kino. Ich fand ihn unglaublich, die Geschichte absolut gelungen und interessant und irgendwann habe ich mir das Buch dann bei rebuy gekauft und jetzt stand es da eine ganze Weile und hat gewartet. Wir haben uns ein Herz genommen und das kleine Büchlein gelesen: Berauschend!

»Es ist ein Tal ganz aus Asche – eine phantastische Farm, wo Asche wächst wie Weizen, Asche sich zu Bergen und Hügel türmt und als grotesker Garten wuchert, Asche die Form von Häusern und Kaminen annimmt und als Rauch emporsteigt, ja Asche, in einem Anlauf zur Transzendenz, sich in die Gestalten aschgrauer Männer verwandelt, die sich schattenhaft und selbst schon zerbröselnd durch den Dunst bewegen. Von Zeit zu Zeit kriecht eine Schlange grauer Wägelchen auf unsichtbaren Schienen dahin und kommt mit einem schrecklichen Kreischen zum Stillstand. Dann fällt der Schwarm aschgrauer Männer über sie her und wirbelt mit schweren Schaufeln eine undurchdringliche Staubwolke auf, die diese düstere Emsigkeit wieder gnädig vor unseren Blicken verhüllt.
Über dieser aschgrauen Landschaft und den endlosen über sie hinziehenden schwarzen Rauchschwaden entdeckt man nach einiger Zeit die Augen von Doktor T.J. Eckleburg. Die Augen von Doktor T. J. Eckleburg sind blau und riesengroß – allein ihre Pupillen haben einen Meter Durchmesser. Sie blicken nicht aus einem Gesicht, sondern durch eine riesige gelbe Brille, die auf einer gar nicht vorhandenen Nase sitzt.«

05-daisyBei meiner Ausgabe, von der Süddeutschen Zeitung ist ein Mann im Anzug an ein Auto gelehnt vor einem Herrenhaus, Gatsby himself wohl. Aber dieses Buch, gibt es scheinbar nur noch gebraucht, deswegen habe ich oben die bekanntere Ausgabe aus dem »Deutscher Taschenbuch Verlag« angegeben.
Die Geschichte ist wirklich schön und verrucht und wie eine Geschichte eben sein sollte. Und da ich Klassiker immer lese, weil man sie eben einmal gelesen haben sollte und weil ich herausfinden möchte, ob sie den Titel »Klassiker« verdient haben, möchte ich noch erwähnen, dass »Der große Gatsby« wohl wirklich zurecht das Lieblingsbuch vieler Menschen ist.

»Er lächelte verständnisvoll – ja geradezu verständnisinnig. Es war ein Lächeln, das einen endgültig beruhigte und begütigte; ein Lächeln von jener seltene Art, wie man es nur vier- oder fünfmal im Leben antrifft. Es umfasste – zumindest schien es so – für einen Augenblick die Welt als ein Ganzes und Ewiges, um sich dann mit grenzenloser Zuversicht dem Menschen zuzuwenden. Dieses Lächeln brachte einem gerade so viel Verständnis entgegen, wie man sich wünschte; es glaubte an einen, wie man selbst gerne an sich glauben mochte, und es bestätigte einem genau den Eindruck, den man bestenfalls zu machen hoffen konnte.«

Jay Gatsby lebt das, was ich im Schein meiner Spitzbübigkeit immer versuche den Menschen zu vermitteln: frech 06-jay-gatsbykommt weiter und man muss nicht alles können, man muss nur den Anschein wahren, dass man alles kann! Er hat Ergeiz und wahrscheinlich eine wirklich verklärte Sicht, aber er hat Träume, er ist ein Träumer! Und er lebt, mit jeder Faser und dem vollen Herzen und er lebt auch für seinen Traum. Er zeigt uns, dass man seine Wünsche immer irgendwann erfüllt bekommt (wenngleich auf mehr schmutzigen Weg, als die Moral erlaubt :D).

»Will noch jemand von dem Zeug? Jordan? … Nick?« Ich reagierte nicht.
»Nick?« fragte er nochmals.
»Was?«
»Willst du etwas davon?«
»Nein… Mir fiel nur gerade ein, dass ich heute Geburtstag habe.«
Ich war dreißig. Vor mir lag weit und drohend ein neues Jahrzehnt meines Lebens.

Nick ist nur das Medium dieser Geschichte, aber auch liebenswert und zwischen die Fronten eines Sturms geraten. Er kann in seiner Selbstlosigkeit nicht anders, als dieser Liebe zu helfen und das tut er. Er ist ein Freund, wie ihn die meisten Menschen nie verdienen würden und es ist in Wirklichkeit soooo knuffig! Eben der Nice-Guy.

»Daisy begann leise mit der Musik zu singen; es war ein heiseres rhythmisches Flüstern, das jedem Wort eine Bedeutung verlieh, die es nie gehabt hatte und nie wieder haben würde. Wenn die Melodie höher stieg, brach sich ihre Stimme, indem sie den Tönen mit jener Süße folgte, die manchen Altstimmen eigen ist, und mit jedem Stimmwechsel teilte sie der Luft etwas von ihrer warmen bestrickenden Menschlichkeit mit.«

07-gatsby-augen

Und Daisy könnte man vieles nennen: das beste Beispiel des gesättigten Wohlstandes des 20. Jahrhunderts und vielleicht auch so schrecklich egoistisch, dass es weh tut, aber sie ist auch nur Teil des Ganzen und muss sein, wie sie ist, denn sind wir das nicht alle?
Aber neben der Geschichte ist das eigentlich Umwerfende der Schreibstil, der auf der Zunge zergeht, wie Poesie, weil es Poesie ist und das ist schön! Ein Gedicht und so vollkommen.

Autor

F. Scott Fitzgerald, geboren am 24. September 1896 in St. Paul, Minnesota, studierte an der Princeton University Literatur, brach das Studium aufgrund seiner Leidenschaft für das Schreiben jedoch bald ab. 1920 erschien sein erster Roman ‚Diesseits vom Paradies‘. Während seiner Reisen nach Frankreich lernte er in Paris Ernest Hemingway kennen und vollendete dort 1925 sein berühmtestes Werk ‚Der große Gatsby‘, das sich zu Lebzeiten allerdings nicht gut verkaufte. Auch seine späteren Werke waren finanzielle Misserfolge, Fitzgerald verfiel dem Alkohol und hatte Depressionen. Ab 1937 arbeitete er als Drehbuchschreiber in Hollywood, wo er am 21. Dezember 1940 starb.

Fazit: Ein Buch für die Liebe und die Gesellschaft und für Freundschaft, die allgemeine Trauer und das menschliche Bewusstsein! Und selbst, wenn dir die Geschichte nicht zusagt, ist es der Schreibstil wert, dieses Buch zu lesen!

Plot                ✪✪✪✪/5✪
Cover               ✪✪✪/5✪
Charaktere ✪✪✪✪/5✪

»So regen wir die Ruder, stemmen uns gegen den Strom und treiben doch stetig zurück, dem Vergangenen zu.«

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