David Macinnis Gill – Das Mars-Labyrinth: eine Rezension

 

25-das-marslabyrinthAutor David Macinnis Gill
Übersetzerin Frauke Meier
Titel Das Mars-Labyrinth
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 332 Seiten
Verlag BASTEI LÜBBE Taschenbuch
ISBN 3404206657
Preis 0,58€ bei amazon
Genre Science-Fiction; Romance;Young-Adult; Action
Erschienen 2010

 

Inhalt

Durango lebt auf dem Mars – unfreiwillig, denn die Erde wurde durch eine Seuche entvölkert. Durango ist ein Regulator: ausgebildeter Soldat einer Eliteeinheit, die zu Söldnern verkommen ist. Er leidet unter ständigem Geldmangel, undankbaren Aufträgen und Streitereien mit der besserwisserischen KI, die ihm in den Kopf implantiert wurde. Und nun hat sein Team auch noch einen besonderen Auftrag. Es soll eine Siedlung von Minenarbeitern beschützen. Denn unter der Erde lebt noch eine Spezies: menschenähnlich, degeniert und hungrig … nach Menschenfleisch.

Meine Meinung

Das Mars-Labyrinth habe ich, so blöd es jetzt auch klingen mag, aus einem Discounter unseres Vertrauens für 2€ gekauft. Mir war nicht bewusst, dass es ein Jugendbuch war und dass es nicht ganz so schlecht wird, wie angenommen. Ich hatte nur im Kopf, dass es billig ist und ich schon immer mal einen waschechten Science-Fiction-Roman lesen wollte.

»Alles in Ordnung mit dir?«, frage ich.
»Ja, Chief.«
»Jetzt wieder Chief? Gerade hast du mich noch Durango genannt.«
»Wann, gerade?«
»Als du die Löcher in den Boden des Containers geblasen hast.«
»Das war was anderes.«
»Inwiefern?«
Für einen Moment glaube ich, ihre Augen würden sich verschleiern. »Du hast doch nicht vor, etwas Dummes zu tun?«
»Was, zum Beispiel?«
»Das, zum Beispiel.« Vienne zieht mich an sich und küsst mich. Ihre Lippen sind warm, und ich fühle, dass die Wärme sich bis über meine Wangen ausbreitet.

Das Cover ist jetzt nicht gerade atemberaubend, aber so gesehen nicht schlecht und wir haben diese rote Atmosphäre vom Mars gut eingefangen. Wir sehen eine Landschaft aus Steinen im Hintergrund und vorne links sollen wir wohl die Hauptfigur erkennen: Gut ehrlich gesagt, stelle ich mir

Als sie fort sind und die Tür geschlossen ist, frage ich Vienne: »Was denkst du?«
»Sie ist unbeholfen.«
»Sie ist verwundet.«
»Ich meine ihre Versuche, mit dir zu flirten.«

Jacob »Durango« Stringfellow in Wirklichkeit ein bisschen kleiner vor, weil er agiert, wie ein kleiner Mann, der sein Ego auf schlauen Sprüchen aufbaut und nicht unbedingt seiner körperlichen Kraft.
Die Geschichte ist recht simpel gehalten: Jacob, der Chief und seine Nummer Zwei Vienne wurden von einer Gruppe Mienenbewohner um Hilfe gerufen, um diese gegen die Dreu, ein Art Kannibalen (ein schief gelaufenes Projekt der Regierung) zu verteidigen.
Mit an Bord sind noch Fuse und sein Kumpel Jenkins und neben den Actionszenen sind auch noch zahlreiche blöde Wortgefechte zu finden.
Am besten haben mir immer die Auseinandersetzungen, die Neckereien zwischen Jacob und seiner künstlichen Intelligenz im Kopf Mimi gefallen.

Als ich an der Reihe bin, mustere ich die Schaffnerin mit eisigem Blick. »Sie sprechen nicht zufällig Chinesisch?«
»Nein. Warum?«
»Nur so.« Ich klatsche in die Hände und verbeuge mich. »Jiào ní sheng háizi zhâng zhì chuáng.«
»Was heißt das?«, fragt sie.
Es ist Chinesisch und heißt: »Möge dein Kind mit Hämorrhoiden geboren werden.«
Aber das sage ich ihr nicht. Stattdessen antworte ich: »Einen schönen Tag noch.«

Jacob ist der Sohn eines etwas höher gestellten Mannes, der allerdings im Gefängnis sitzt, weil er etwas ziemlich krasses verbrochen hat. Er ist ein Regulator, einer der besten ausgebildeten Kämpfer des Planeten. Jacob wurde von seinem Vater nicht nur in die Kampfschule geschickt, sondern auch sonst auf jede erdenkliche Weise in der Hinsicht »gefördert«, dass dieser jetzt zahlreiche Sprachen spricht, perfekt kämpfen kann, noch relativ intelligent ist und sehr gut strategisch planen kann. Zusätzlich wurde ihm noch ein KI eingebaut, Mimi, die die Persönlichkeit von Jacobs ehemaligen Chief hat. Die beiden sind einfach unglaublich komisch zusammen: wahrlich die besten Dialoge sind nur in Jacobs Kopf!

»Nicht wahr, Schätzchen?«
»Ich hab elf Leute im Nahkampf erledigt«, sagte Vienne zu ihm.
»Und?«
»Und wenn du mich noch einmal Schätzchen nennst, stehen die Chancen gut, dass ich auf ein Dutzend erhöhe.«

Vienne ist Jacobs Nummer Zwei, die Regulatorin, die Jacob »Durango« im Grunde immer an seiner Seite hat, die ihm unendliche Treue geschworen hat, bis in den Tod. Und die so cool ist, dass Durango des Öfteren ein bisschen heiß wird in seiner Rüstung.
Eine erfahrene Kriegerin mit mehr Mut hat, als alle anderen Kämpfer in diesem Buch zusammen.

Fuse stößt einen Pfiff aus und kratzt sich am Kopf. »Selbst entworfen, Chief?«
»Jawohl!« Mit Mimis Unterstützung.
»Unterstützung?«, lässt Mimi sich vernehmen. »Neunundneunzig Prozent dieses Plans sind von mir.«
»Achtzig Prozent.«
»Neunzig.«
»Fünfundachtzig. Das ist meine abschließende Berechnung«, sage ich. »Friss oder stirb.«
»Bei deinen mathematischen Fährigkeiten ziehe ich Sterben vor«, sagt sie.

Fuse und Jenkins sind zwei Idioten, die auch immer nur mehr Glück als Verstand haben, aber wir brauchen auch zwei Jungs, die das eine oder andere Mal einen Griff ins Klo machen!
Der Schreibstil ist flüssig und auch ziemlich gut zu lesen, wohl nichts weltbewegendes, aber es wurden einige Gedichtzeilen eingebaut und deswegen ist es wieder schön.

Autor

David Macinnis Gill war Lehrer an einer Highschool sowie an einem College bevor er sich dem Schreiben widmete. Er lebt mit seiner Familie an der Küste von North Caroline.
Das MARS-LABYRINTH ist ein rasant erzählter Young-Adult-Roman mit Science-Fiction-Elementen und hat diverse positive Besprechungen erhalten sowohl in der Presse als auch durch andere Autoren.

Fazit: Keiner dieser qualitativ hochwertigen Science-Fiction-Romane mit einem irre ausgeklügelten politischen System, das es zu stürzen gilt: eine Geschichte über einen Helden und ein bisschen Liebe mit neuen Technologien und neuen Feinden. Mit lustigem Ton und trotzdem guten Charakteren!

Plot               ✪✪✪✪/5✪
Cover               ✪✪✪/5✪
Charaktere ✪✪✪✪/5✪

» >Grenzenlos und kahl< «, sagt Mimi, » >dehnt sich einsam und eben der Sand in weite Ferne.< «
»Wordsworth?«
»Shelley«, sagt sie. »Das habe ich dir schon tausendmal gesagt.«
»Einhundertsiebzehn Mal, um genau zu sein«, erwidere ich, klappe mein Visier herunter und beugen mich über den Lenker.
»Aber wer zählt schon mit?«

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s