Mallorca – Von elenden Touristenklischees und salzigen Wellen

Eine Exkursion der Extraklasse
Malle, Malle, Malle!
Mein Touristen-Herz schlägt nur bei dir!
Baden und Rentner in strahlender Sonne,
Malle, Malle, Malle!
Mein Touristen-Herz schlägt nur bei dir!
Mit Fahrrädern am Meer entlang,
Malle, Malle, Malle!
Mein Touristen-Herz schlägt nur bei dir!
Und am Abend das Feiern der Schinkenstraße,
Malle, Malle, Malle!
Mein Touristen-Herz schlägt nur bei dir!

malle-1So viel zum ironischen Beginn dieses Posts! Dann können wir ja endlich richtig beginnen zu erzählen:
In den vergangenen Tagen war ich aufgrund eines Schulseminars in Mallorca, ja genau DEM Mallorca, das für Eimersaufen und deutsche Touristen mit weißen Tennissocken und Sandalen bekannt ist. DOCH! Oh ja doch, wir wollen uns nicht sogleich in die tiefen Gefilde der Klischees begeben, sondern mehr nüchtern als erlaubt von vorne beginnen.
Bei uns hier in Bayern ist die Sache mit den Leistungskursen nicht mehr ganz so up-to-date. Stattdessen haben wir zwei Seminare zu wählen: Ein W-Seminar oder Wissenschaftspropädeutisches Seminar (in dem Zusammenhang die Seminararbeit/Facharbeit geschrieben wird) und ein P-Seminar oder Projekt-Seminar (welches eigentlich für die berufliche Zukunft unterstützend auftreten soll und gleichzeitig ein Projekt durch die Schüler in die Tat umsetzen lässt). Das P-Seminar, das ich belegt habe, trägt den tollen Namen »Planen und Durchführen einer geographischen Exkursion« und während wir am Anfang noch austüfteln mussten, malle-2wo wir denn hinfahren und ob das auch in unserer Preisklasse liegt, waren wir nun endgültig so weit, dass wir mit einem der Herren des Himmels aufsteigen konnten. (Wo wir schon dabei sind: Seht ihr Flugzeuge eher als Herren oder Frauen des Himmels?)
Unser Ideenreichtum hatte erst Moskau und dann London ins Auge gefasst, aber das kostet ja entsprechend und die Schule hat uns nur etwas im Bereich von 500€ erlaubt. Demnach wurden wir endgültig vor die Wahl gestellt: Mallorca oder die Nordsee.
Wir haben in Can Pastilla genächtigt (mit dem Bus etwa 15 Minuten vom Zentrum Palmas entfernt) und hatten natürlich auch einen Strand so ca. 300m entfernt. Ein Fußmarsch von vier Minuten, aber es spielen natürlich auch noch andere Faktoren mit hinein.
malle-3Wir haben uns natürlich Palma angesehen und sind mit dem alten Zug nach Sóller gedüst. Die Drachenhöhlen von Porto Christo, Alcúdia und eine Radtour am Meer entlang, waren auch noch im Programm enthalten.
Durchgehend wechselhaftes Wetter, teilweise am Morgen strahlender Sonnenschein und am Nachmittag tropenhafter Regen, der auch jede Jacke durchweicht.
Unser Zimmer hatte die unangenehme Manier von der Putzfrau am ersten Tag übersehen zu werden und ich hab dadurch fast schon ein Verhältnis ohne Worte mit einem der Rezeptionisten entwickelt. Der hatte aber auch einen niedlichen Dackelblick und ich wollte ihn eigentlich auch nicht so sehr nerven, aber nachdem die Betten am Abend um 19.00 Uhr noch nicht frisch überzogen waren und das Bad auch noch keine neuen Handtücher bekommen hatte, obwohl wir bereits um 14.00 Uhr eingecheckt hatten, hielt ich es schon einmal angebracht eine kleine Umfrage zu starten. Es hat sich dann aber auch recht schnell geklärt, man muss sich eben nur bemerkbar machen…

Aber grundsätzlich ist Mallorca wirklich eine schöne Insel, landschaftlich ansprechend, teilweise und vor allem in der Altstadt von Palma mit wunderschönen Häusern, unzählige Tourishops, die auch wirklich alle das Gleiche verkaufen, vielen Restaurants mit deutschen Essen und Namen und fast überall Beschriftungen auf Spanisch, Englisch und Deutsch.
Ein bisschen schade finde ich, dass man wirklich andauernd deutsche Touristen trifft und mein Spanisch genau malle-4einmal wirklich von Nöten war, ansonsten war das Durchkommen mit Englisch und auch der deutschen Sprache möglich. Wir waren im Meer und haben auch den »Ballermann« bei Nacht besichtigt, allerdings nur von außen. Vielleicht zwei Wochen Urlaub mit dem Besuch einiger Sehenswürdigkeiten wäre sicher stimulierend, aber für einen zweiten Urlaub könnte man mich weniger begeistern, dann wohl doch lieber Spanien himself…
malle-5Es war schön und auch aufschlussreich: Um das Image vom Partywütigen Mallorca noch ein wenig zu zerstreuen, wollen wir noch sagen, dass sich das Eimersaufen grundsätzlich von den Stränden von Malle zurückgezogen hat und das alles jetzt in geschlossene Räume verfrachtet wurde. Mallorca versucht sich davon zu distanzieren, indem es neue und auch etwas noblere Hotels bauen lässt und die Diskotheken nur unter strenger Aufsicht walten lässt.
Ob Party und Strandurlaub oder Kultur und Wandern, etwas zu bieten hat die ziegekopfförmige Insel im Mittelmeer trotzdem und ist für die, mit Vorurteilen belasteten Freunde sicher einen Besuch wert, um ihnen die Vorzüge zu zeigen. Mein absolutes Traumziel wird es dennoch nicht, einfach weil ich im Ausland gerne und oft in meiner Sprache über die Menschen lästere, ohne dass sie mich verstehen ;P
Hasta pronto, mi amigos y amigas
Itchy

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