Woche 20

13-header-woche

Hallo du,

eigentlich sollte dieser Post schon immer regelmäßig am Sonntag rauskommen und nicht erst, wie heute am Dienstag, aber dieses Wochenende war wohl ein Ausnahmezustand: Mittelerdefest in Karlstift!!

Von Montag bis Donnerstag Mittag habe ich mir sämtliche Listen für das Fest am Wochenende geschrieben, eine Menge gelesen, eine neue Musikplaylist zusammengestellt, meine eine Biographie von Jane Austen für meine Facharbeit fertig durchgelesen, meinen Schreibtisch auferäumt, eine Menge geschlafen, gezeichnet, Zauberhogwarts weiter für mich entdeckt und Zeit verbummelt. Und jetzt sitzte ich da und könnte heulen, weil nun nicht mal mehr ganze 2 Wochen fehlen und wir wieder in die Schule dürfen und das ist so unheimlich, weil dann unser letzter erster Schultag sein wird und dabei kann einem nur schwindelig werden und manno. Aaaaber das Fest: Einfach großartig!!

Im tiefen Walde in Niederösterreich, in Karlstift, nahe der tschechischen Grenze kann man Rohan in Mittelerde finden, oder zumindest die absolute Mittelerdeatmosphäre entdecken. Da liest und liest man im Vorraus und kann schon so manche Sachen herausfiltern, aber das, was wir dann erlebt haben, hat nocheinmal alles übertroffen, was ich mir jeh vorgestellt hätte. Dresscode Mittelerde steht ganz offensichtlich auf der Hompage und daran halten wir uns dann auch. Mit einer Weste und einer umgenähten Leinenhose aus dem Seconhandshop für gesamt 6 €, zusammen mit einem Hemd und Hosenträgern von meinem Opi und noch einem Umhang aus einem alten Vorhangstoff und fertig ist das Hobbitkostüm: Ich hätte jetzt auch eine Hobbitfrau machen können, aber ich muss ja gestehen, dass ich ein Antirockmensch bin und deswegen doch lieber auf die bequemere und unproblematischere Version umgestiegen bin. Sogar Hobbitohren haben wir uns noch bestellt. Wir, das sind die (leider nicht ganz vollständigen) Waldmenschen. Ein Hobbitjunge, ein Hobbitmädchen, ein Mensch und eine Elbe haben sich also nach Karlstift aufgemacht. Es bestand die Möglichkeit in einem Matrazenlager zu schlafen, im Mittelerdestil zu campen oder einfach dein stinknormales Zelt einzupacken und dann eben hinter einem Erdwall zu »Camping Neuzeit« abgeschoben zu werden. Letzteres war dann unsere Wahl, weil das einfach preislich so viel mehr unsere Klasse war. Es ist schon kompliziert als Schüler 160, 00€  für dieses Ticket aufzubringen. Aber bevor noch jemand fragt: Der Preis war es, meines Erachtens auf jeden Fall wert. 5 Stunden sind wir gefahren und am Donnerstagabend angekommen. Dort haben wir uns dann noch ein bisschen vor dem Zelt aufgehalten und sind dann recht schnell reingegangen, um ja am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein: Die Idee war dann aber auch relativ, weil man fast 3 Stunden nicht einschlafen konnte. Nicht so eine nette Erfahrung!

Aber am Freitag fing es dann auch schon ziemlich gut an: Unsere Elbe ist zu ihrem Workshop »Bogenschießen« verschwunden, unsere Menschenfrau huldigte dem Gauklerleben und machte ein bisschen Akrobatik und wir Hobbitse haben das Weibchen »Brettchenweben« ausprobiert und das Männchen einen Korb aus Binsen uns Gras genäht. Es sieht jetzt nicht so professionel aus, aber es riecht ganz toll nach Gras. Zum Mittagessen haben wir uns wieder zu unserem heißen Zelt zurückgezogen und am Nachmittag war für mich: Musizieren und Singen mit der coolen band ELANOR dran, Mensch und Hobbitfrau haben sich eine coole Mütze und eine Tasche genäht und die Elbendame hat sich wieder dem Bogenschießen gewidmet. Und am Abend war es dann noch schöner. Wegen akuter Brandgefahr mussten wir immer bis 18.00 Uhr warten, bis die großen Lagerfeuer geschürt wurden, weil ab da dann die Feuerwehr Karlstift anwesend war. Dort wurde dann geplaudert, Witze und Späße gemacht, wir haben ein bisschen gesungen, der eine oder andere hat sich noch sein Abendessen gekauft oder selbst gegrillt. Und noch ein bisschen später haben sich dann ein paar Musiker zusammen gesetzt und haben ein paar Liedchen gespielt. Weil noch ein Geiger dabei war, war auch das dämliche Rumgehopse, das wir Waldmenschen immer liebevoll »Tanzen« nennen möglich. Aber wir sind damit schonmal im Gedächtnis der anderen geblieben und ich wurde noch ein paarmal am Samstag gefragt, ob wir das waren, die getanzt haben. Hehe – mehr gestolpert, aber sicher, wir können tanzen. Es war wirklich ein schöner Abend. Um 0.00 Uhr sind wir dann auch zum Zelt gelaufen und haben da noch ein bisschen geplaudert. Schlafen war in dieser Nacht recht einfach, wenn du doch ziemlich ausgepowert von der letzten Nacht bist. Und trotzdem haben wir uns dann am Samstagmorgen wieder um 9.00 Uhr aus dem Schlafsäcken geschält und sind wieder zu unseren Workshops aufgebrochen. Meine anderen Waldmenschen haben dem Schwertkampf gefrönt und ich, als sportfauler Hobbit habe mich mit einer Gruppe Leute in den Wald aufgemacht und hab ein bisschen gesungen, wirklich schön, so im Halbschatten und so persönlich. Überhaupt war das ganze Fest so wunderschön familiär, weil einfach jeder jeden kannte und du dir auch sämtliche Namen gut merken konntest, weil die Anzahl der Besucher einfach so gering war und deswegen des öfteren immer wieder die gleichen in deinen Workshops zu treffen waren. Nach dem Mittagessen, habe ich mir ein Haarband genäht und dafür wahrlich länger gebraucht, als vermutet und eine Lehrerin und die wohl coolste Schneiderin in ganz Österreichs getroffen. Der Samstagabend war dann leider schon der letzte Abend und es gab diverse Dinge zu bestaunen: Ein Kampf zwischen Orks und Rittern von Gonder, während dem auch schon mal kleine Elbenmädchen auf die grunzenden Gestalten losgegangen sind und erst mit Waffen und dann kunstvoll im Dreck gerungen wurde. Die Tänze, die am Nachmittag geübt worden waren, wurden vorgeführt und haben nach sehr viel Spaß ausgesehen, weswegen wir uns hobbit-itchyschon vorgenommen haben, diesen das nächste Jahr auszuprobieren. Und dann noch eine extrem coole Feuershow, die wirklich mehr als nur beeindruckend war. Und später waren wir noch bis 3.00 Uhr am Lagerfeuer gesessen und hatten ein sehr philosophisches und interessantes Gespräch mit einem Ork, der sich selbst als »Der süße Ork« bezeichnet hat. Und dann hatten wir auch schon den Sonntag, dessen Morgen wir mit einem Brettspiel verbracht haben. Am Nachmittag haben die anderen ein Sammelkartenspiel weiter verfolgt und meine Wenigkeit hat sich noch ein Band gewebt, wie unsere Hobbitdame schon am Freitagmorgen. Und nachdem wir dann das Zelt abgebaut hatten, kam auch schon unser erstes Auto, wir anderen zwei haben dann noch circa 1 Stunde im Schatten gewartet und sind dann auch in Richtung Heimat befördert worden. Allerdings konnte das Ziel erst um 2.00 Uhr Nachts erreicht werden, weil ein lieblicher Stau auf der A3 aufgetaucht ist und den gesamten Verkehr aufgehalten hat: YEAH!

Doch grundsätzlich muss gesagt werden, dass das gesamte Wochenende wirklich wunderschön war. Ich hab mich mit so vielen Menschen und einem Ork eben richtig gut unterhalten, viele Hobbitse kennengelernt, hochnäßige Elben beim Bändchenweben  verspottet (und im Umkehrschluss verspottet worden »Tja Halblinge sind eben immer nur HALB so schnell bei der Arbeit.« – für das nächste Jahr brauche ich ganz dringend guten Elbenspott: Hat jemand schon Vorschläge?) und diese Atmosphäre so genosse, wie schon lange nicht mehr. Schlussendlich wollte immerhin keiner mehr in die Zivilisation zurück und das zurecht! Und wir wären alle am liebsten noch 5 Tage geblieben, aber was nicht geht, geht nicht. Die Vorfreude auf das nächste Jahr ist wahrlich so riesig, dass ich schon jetzt anfangen könnte mir so viele Kostüme, wie möglich zu nähen. Denn eines hab ich gelernt, nur ein Kostüm, für das ganze Wochenende ist ein bisschen zu langweilig.

Und jetzt zurück hier in der Zivilisation zwischen Handy und Computer, Dusche (haa) und sooooo gemütlichen Bett, denken wir wehmütig an die Zeit in Mittelerde zurück und sind schon ein bisschen hibbelig gespannt auf die Bilder, die geschossen wurden und sicher bald auf der Internetseite verfügbar sind. Und dann jetzt in den nächsten Tagen werden wir wohl wieder zurückfinden müssen und uns dem absoluten Arbeiten hingeben dürfen, geradezu schauderhaft, aber notwendig. Schließlich wollen wir ja ans Ziel kommen und das geht nur in Verbindung mit diesem Werk.

Bis die Tage!
Itchy

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3 Gedanken zu „Woche 20

  1. Klingt ja echt toll! Da wär ich gern dabei gewesen. Besonders das tanzen stell ich mir lustig vor. Und die ganze familiäre Atmosphäre war bestimmt total angenehm zum singen und korbflechten. Nächstes Jahr dann hoffentlich mit dem fehlenden waldmensch 😉

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