Cassandra Clare – Clockwork Princess: eine Rezension (Achtung! – SPOILER)

Autorin Cassandra Clare
Übersetzer Franca Fritz/ Heinrich Koop
Titel Clockwork Princess
Reihe Trilogie (3/3)
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 616 Seiten
Verlag Arena
ISBN 3401064762
Preis 19,99€ bei amazon
Genre Fantasy, Young-Adult, Liebe, Freundschaft
Erschienen am 1. September 2013

ACHTUNG SPOILER!

Inhalt

Tessa Gray sollte glücklich sein – sind das nicht alle Bräute? Doch während sie noch mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt, zieht sich die Schlinge um die Schattenjäger des Londoner Instituts immer weiter zu. Denn Mortmain hat eine riesige Armee zusammengestellt, um die Schattenjäger endgültig zu vernichten. Nur ein letztes Detail fehlt Mortmain zur Ausführung seines Plans: Er braucht Tessa. Jem und Will, die beide Anspruch auf Tessas Herz erheben, würden alles für sie geben. Die Zeit tickt, sie alle müssen eine Wahl treffen.

Meine Meinung

Das Cover ist auch diesmal nicht so Hundertprozent mein Geschmack. Vor allem die Frau auf dem Cover könnte bestimmt Tessa darstellen, aber die Frisur ist eben so überhaupt nicht ihrer Zeit angepasst und deswegen nicht schön.

»Ich habe gerade darüber nachgedacht, mir Cecily zu schnappen und sie in den Hyde Park zu schleppen und an die dortigen Enten zu verfüttern«, erwiderte Will, schob sich die dunklen Haare aus der Stirn und schenkte Jem eines seiner seltenen Lächeln. »Ich könnte etwas Hilfe dabei gebrauchen.«
»Bedauerlicherweise wirst du deine Pläne für einen Schwestermord wohl noch ein bisschen aufschieben müssen. Gabriel Lightwood ist unten in der Eingangshalle und ich sage nur zwei Worte … zwei deiner Lieblingsworte, zumindest wenn man sie kombiniert.«
» >Extremer Einfaltspinsel< ?«, fragte Will. » >Nichtswürdiger Emporkömmling< ?«
Jem grinste. » >Dämonenpocken< .«

Der Schutzumschlag ist aber wunderbar, weil auf der Innenseite die Stammbäume von den Carstairs, den Herondales und den Lightwoods abgebildet sind. Von Tessa, Jem, Will, Gabriel, Cecily, Sophie und Gideon bis Jace, Alec, Isabelle und Emma.

»Du glaubst, dass ich nicht kämpfen kann … «, entgegnete Tessa und erwiderte seinen Blick mit erhobenen Kopf, »… weil ich ein Mädchen bin.«
»Ich glaube, dass du nicht kämpfen kannst, weil du ein Brautkleid trägst«, erklärte Jem. »Und wenn du mich fragst, wäre selbst Will nicht in der Lage, in diesem Kleid vernünftig zu kämpfen.«
»Möglicherweise nicht kämpfen«, kommentierte Will, der Ohren hatte, wie eine Fledermaus, »aber ich würde eine strahlende Braut abgeben.«

Und jetzt kann ich es ja endlich loswerden (zum dritten mal auf dieser Website): Nach dem Beenden dieses letzten Teils der dreiteiligen Reihe war ich so aufgelöst, sogar mehr, als nach City of Heavenly Fire und da war ich schon in sämtliche Einzelteile zerlegt und nicht wieder zusammenbaubar, grundlegend und für immer berührt und sicher auch nicht mehr zu reparieren: Einen Schaden fürs Leben, könnte man meinen, denn diese Reihe ist nicht eines dieser gewöhnlichen Liebesdreiecke, das ist Herongraystairs!!

DIE HÖLLENGERÄTE KENNEN KEINE GNADE
DIE HÖLLENGERÄTE KENNEN KEINE REUE
DIE HÖLLENGERÄTE KENNEN KEINE GRENZEN
DIE HÖLLENGERÄTE WERDEN NIEMALS AUFGEBEN
(MÖGE GOTT ERBARMEN MIT UNSEREN SEELEN HABEN)

Und obwohl ich es offen zuegeben muss, dass Will einfach für mich ein unglaublicherer Charakter ist, liebe ich Jem nicht weniger und wenn Tessa beide Jungs haben möchte, dann bekommt sie auch beide Jungs!

Großes Lob an Cassie, das sie sich nicht der üblichen Jugendbuchproblematik angeschlossen hat und ein Buch so voller Liebe geschrieben hat, das trotzdem nicht so unbedingt kitschig und romantisch-schnulzig wird.

»Wer bin ich?«, flüsterte Will. »Jahrelang habe ich so getan, als ob ich jemand anders wäre. Und dann habe ich mich schon bei dem Gedanken gefreut, dass ich zu meinem wahren ich zurückkehren könnte – nur um dann festzustellen, dass es kein wahres Ich gibt, zu dem ich zurückkehren kann. Ich war ein ganz gewöhnliches Kind und danach kein besonders guter Mann und jetzt weiß ich nicht mehr, wie ich das eine oder das andere sein soll. Ich weiß nicht, was ich bin und wenn Jem nicht mehr ist, gibt es niemanden, der es mir zeigen könnte.«
Tessa antwortete nur: »Ich weiß genau, wer du bist. Du bist Will Herondale.«

49-tessa-grayTessa Gray ist eine wunderbare junge Frau, die womöglich eine meiner absoluten Lieblingsheldinnen ist, einfach weil sie so grundlegend gut ist, obwohl ihr das Leben nicht immer nur Gutes geschenkt hat. Und zusammen mit ihren Jungs sind sie nicht nur ein klasse Team sondern auch einfach die purste Darstellung der Liebe, die mir in Büchern je begegnet ist.

»Ich kann dich nicht hier zurücklassen, damit du dem Tod allein gegenübertrittst«, wisperte Will, doch er wusste, dass er geschlagen war – die Sanduhr seiner Willenskraft war abgelaufen. Jem berührte die Parabatairune auf seiner Schulter durch den dünnen Stoff seines Nachtgewands. »Ich bin nicht allein«, sagte er. »Wo auch immer wir sind, wir sind eins.« […]
»Wenn es ein Leben nach diesem hier geben sollte«, sagte er, »dann lass mich dich dort wiedertreffen, James Carstairs.«
»Es wird ein anderes Leben geben.« Jem steckte seine Hand aus und einen Moment hielten sich die beiden jungen Männer fest an den Händen – wie damals während ihres Parabatai-Rituals, als sie über zwei Feuerkreise hinweg die Finger miteinander verschränkt hatten. »Die Welt ist ein Rad«, fuhr Jem fort. »Ob wir steigen oder fallen, wir tun es gemeinsam.«

Aber nicht nur diese drei sind an den Büchern das Wunderbare, wenngleich sie natürlich den größten Pluspunkt ausmachen. Aber es gibt auch noch die Menschen, die um sie herum lieben und leben und helfen und da sein müssen. Angefangen mit Charlotte und Henry, die zusammen das Institut leiten, wobei natürlich eher sie sich um alles kümmert und er, das verplante Genie weiter an seinen Maschinen tüftelt.

»Es gibt wesentlich Schlimmeres als den Tod«, erwiderte Will. »Nicht geliebt zu werden. Oder nicht lieben zu können … das ist viel schlimmer.«

Aber nicht nur diese beiden, wachsen dem Leser nach und nach ans Herz, nein auch die beiden Lightwood-Brüder Gabriel und Gideon sind ganz »liebliche« Charaktere. Während Gideon der ruhige und auch erfahrenere Bruder ist, hat Gabriel das Temperament und die Leidenschaft dreifach abbekommen und die Sticheleien zwischen ihm und Will sind einfach atemberaubend amüsant.

»Erstens hab ich nicht gewusst, dass er sich in einen gewaltigen Wurm verwandeln würde«, konterte Will. »Das Endstadium von Dämonenpocken äußert sich in der Verwandlung zu einem Dämon. Aber es hätte auch jede andere Art von Dämon sein können. Und zweitens dauert es Wochen, bis der Umwandlungsprozess abgeschlossen ist. Ich hätte gedacht, dass selbst ein behördlich anerkannter Idiot wie Gabriel davon Notiz genommen und jemanden benachrichtigt hätte.«
[…]
»Ich bin kein behördlich anerkannter Idiot …«
»Der Mangel einer offiziellen Bescheinigung ist noch lange kein Zeichen von Intelligenz«, murmelte Will.

Und genauso erwähnenswert sind die beiden Frauen, die die Brüder um ihr Herz bringen. Sophie Collins war, bevor77-cecily-und-gabriel sie bei den Branwells im Institut als Hausmädchen angestellt wurde, ein Mädchen mit dem zweiten Gesicht und ohne Hoffnung. Aber sie ist so eine starke und talentierte junge Frau, die so manchen Menschen und eben Gideon Lightwood besonders den Atmen nimmt.

Sophie beobachte jeden seiner Schritte, als der den Raum durchquerte und zu ihren Füßen niederkniete. Das Leben war eine Abfolge von Ungewissheiten und es gab bestimmte Momente, die man sich unbedingt ins Gedächtnis einprägen musste, damit man die Erinnerung daran später wieder hervorholen konnte – wie eine getrocknete Blume zwischen den Seiten eines dicken Wälzers, die man bewundernd betrachtet und dann vorsichtig zurücklegt. Und Sophie wusste, dass sie niemals vergessen wollte, wie Gideon mit zitternden Fingern ihre Hand nahm und er sich auf die Lippe biss, ehe er sprach.

Und Gabriel hätte sich bestimmt auch nie träumen lassen, dass es doch tatsächlich William Herondals Schwester Cecily sein wird, die ihm den Kopf verdreht.

Tessa schenkte ihm ein zittriges Lächeln. »Aber ich bin froh, dass ich zur Hälfte Nephilim bin«, sagte sie, »denn das bedeutet, dass ich bei euch bleiben darf, hier im Institut. Und dass die Familie, die ich hier gefunden habe, auch weiterhin meine Familie bleiben kann. Charlotte sagt, wenn ich will, könnte ich den Namen Gray aufgeben und den Geburtsnamen meiner Mutter annehmen. Ich könnte eine Starkweather sein. Ich könnte einen richtigen Schattenjägernamen tragen.«
Geräuschvoll ließ Will Luft aus seiner Lunge weichen, die sich als weiße Wolke in der Kälte abzeichnete. Seine Augen waren blau und groß und klar und schauten Tessa unverwandt an. Seine Miene erinnerte sie an einen Mann, der sich für eine Furcht einflößende Aufgabe wappnete und diese nun angeht. »Selbstverständlich kannst du einen richtigen Schattenjägernamen tragen«, sagte er. »Du kannst meinen Namen tragen.«
Tessa starrte Will an, der sich schwarz und weiß vor dem Hintergrund aus weißem Schnee und schwarzem Mauerstein abhob.
»Deinen Namen?«
[…]
»Heirate mich«, sagte er. »Heirate mich, Tess. Heirate mich und werde Tessa Herondale. Oder Tessa Gray oder wie auch immer du dich nennen willst. Aber heirate mich und bleibe bei mir und geh niemals fort, denn ich könnte keinen weiteren Tag in meinem Leben ertragen, in dem du nicht bei mir bist.«

Wie ihr seht eine ungemein große Liebesgeschichte, die vielleicht für meinen Geschmack schon wieder zu viel von dieser romantischen Liebe hat. Aber gleichzeitig sind alle Liebesgeschichten untereinander so verschieden wie auch die Charaktere und das macht es noch schöner.

»Komm mit mir«, sagte Tessa. »Bleib bei mir. Sei einfach bei mir. Schau dir alles mit mir zusammen an. Ich habe die ganze Welt bereist und vieles gesehen, aber es gibt noch so viele Dinge, die ich gerne tun möchte – und mit niemanden lieber als mit dir. Zusammen mit dir, James Carstairs, würde ich übrallhin gehen.«

Die Autorin

Schon als Kind hat Cassandra Clare viel gelesen. Bücher waren ihre treuesten Begleiter in einer Zeit, in der ihre Eltern mit ihr durch die Welt zogen. Cassandra Clare lebte, noch bevor sie zehn Jahre alt war, in vielen Ländern, darunter die Schweiz, England und Frankreich. Nach dem College ging sie nach Los Angeles und New York, um für diverse Unterhaltungsmagazine zu schreiben. Die Welt von Britney Spears und Paris Hilton war jedoch nicht wirklich die ihre. 2004 begann Cassandra Clare ihren ersten Roman zu schreiben, inspiriert vom Bezirk Manhattan in ihrer Lieblingsstadt New York. Mit ihren „Chroniken der Unterwelt“ war sie schnell so erfolgreich, dass sie 2006 den Job als Societyreporterin an den Nagel hängen konnte. Heute lebt sie mit ihrem Freund und zwei Katzen in Brooklyn, New York.

Fazit: Ein ABSOLUTES Muss für alle Fans der Schattenjäger und auch für jeden anderen, der gerne besondere Geschichten liest und der etwas Spannung und Kitsch auch aushält. Wirklich berauschend schön, sodass man es fast nicht in Worte fassen kann.

Plot :             ✪✪✪✪✪/5✪
Cover :            ✪✪✪✪/5✪
Charaktere : ✪✪✪✪✪/5✪

»Das Leben ist ein Buch und es enthält Tausende Seiten, die ich noch nicht gelesen habe.«

 

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