Cassandra Clare – Clockwork Prince: eine Rezension

Autorin Cassandra Clare
Übersetzer Franca Fritz/Heinrich Koop
Titel Clockowork Prince
Reihe Trilogie (2/3)
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 688Seiten
Verlag Arena
ISBN 3401064754
Preis 19,99€ bei amazon
Genre Fantasy, Young-Adult, Liebe, Freunschaft
Erschienen am 1. Juli 2012

Inhalt

Tessa hat im viktorianischen London bei den Schattenjägern ein neues und sicheres Zuhause gefunden. Doch da wird die Leiterin des Instituts entlassen – ohne ihren Schutz ist Tessa Freiwild für den grausamen Magister. Zusammen mit den beiden jungen Schattenjägern Will und Jem versucht sie, das Rätsel um den Magister zu lösen und findet heraus, dass er einen sie ganz persönlich betreffenden Rachefeldzug führt. Als dann aber auch noch ein Dämon eine Warnung an Will überbringt, wissen sie, dass sie einen Verräter unter sich haben.

Meine Meinung

Auch diesmal entspricht das Cover nicht so wirklich meinem Geschmack. Das Gesicht darauf soll wohl Jem darstellen, aber es bleibt trotzdem die Frage, ob die Designer das Buch auch nur einmal näher betrachtet haben, als nur den Klapptext.

»Wiedergutmachung«, stieß Jem plötzlich hervor und legte den Federhalter beiseite, den er in der Hand hielt.
Verwirrt musterte Will seinen Freund. »Ist das jetzt eine Art Spiel? Wir platzen einfach ungeniert mit jedem Wort heraus, das uns gerade in den Sinn kommt? In diesem Falle hätte ich >Gunphobie< anzubieten. Es bezeichnet die unangemessene Angst vor Knien.«
»Und wie heißt nochmal das Wort für die vollkommen angemessene Angst vor nervigen Blödmännern?«, erkundigte Jessamine sich.

Aber Anstoß nehme ich auch nur am Gesicht, die Schrift und der Rest der Gestaltung spricht mich schon mehr an.
Die weitere Geschichte im zweiten Teil nimmt weniger rasant an Liebesdramatik zu, aber das kann man sicher auch symbolisch deuten, schließlich geht im ersten Teil fast jede Aktion dieser Art von Will aus, dem Stürmischsten der drei. Im zweiten Teil ist Jem am Zug und er ist und bleibt nun mal ein ruhiger junger Mann.

»Eisenbahnen sind große, schmutzige, qualmende Kolosse«, erklärte Will. »Sie werden dir nicht gefallen.«
Doch Tessa ließ sich nicht davon beirren. »Ob mir eine Zugfahrt gefällt oder nicht, weiß ich erst, wenn ich es ausprobiert habe, richtig?«
»Und ich bin noch nie nackt in der Themse geschwommen, aber ich weiß genau, dass mir das nicht gefallen würde.«
»Aber bedenk doch einmal, wie amüsant das für auswärtige Sommergäste wäre!«, erwiderte Tessa und sah, wie Jem rasch den Kopf senkte, um sein Lachen zu verbergen.

74-sophie-und-gideonAber Abenteuer und Spannung hinsichtlich der Bekämpfung des Bösen bleiben konstant und lassen auch weiterhin noch diverse Fragen offen, die am Ende des Buches zu so einem gemeinen und bösen Cliffhanger führen.
Die Charaktere sind mittlerweile schon deutlich mehr, die sich als Hauptfiguren mausern. Angefangen mit unseren eigentlichen dreien: Tessa, Will und Jem.

Grinsend ließ Will sich auf den Boden sinken, lehne sich mit dem Rücken gegen den Sessel und riss die Arme in die Höhe. »Die Dämonenpocken auf eure Häuser!«, verkündete er und gähnte zufrieden.
»Oh Gott, jetzt bekommen wir wochenlang Shakespear-Wortspiele zu hören – alles, was sich irgendwie auf Dämonenpocken ummünzen lässt.«, stöhnte Jem.

Theresa Gray aus New York, ihres Zeichens Gestaltenwandlerin, aber eigentlich weiß sie gar nicht, wer sie ist und das ist ein weiteres Mysterium, das niemand lieber lüften würden als Tessa ist wohl klar. Und dass es ihr, nach dem Verrat ihres Bruders und der nach wie vor drohenden Gefahr des Magisters nicht sonderlich gut geht, wird wohl jeder sehen und auch vermuten.

»Dämonenpocken, Dämonenpocken,
Wo steckt man sich damit an?
Im schlimmsten Teil der großen Stadt
Lock Laster für jedermann.
Dämonenpocken, Dämonenpocken,
Ich hab es schon immer gesagt,
Und ihr lagt daneben und habt mich gescholten,
doch ich hab mich niemals beklagt.«

Und Will quält sich nach wie vor durch seine Probleme, die wie wir jetzt erklärt bekommen mit einem Fluch 47-jem-carstairszusammen hängen. Der arme kleine Jungen. Und dass er trotzdem und nach wie vor ein Goldjunge ist, kann er gar nicht erkennen, aber das tun wir für ihn. Und manchmal bemerkt er, dass er zu viel fühlt und taucht deswegen ab und ist ganz garstig, selbst zu Jem. Aber trotzdem rennt er auch die ganze Nacht durch die Stadt, nur um seinen Freund das zu bringen, was er braucht. Die Liebe ist wohl unendlich.

»Bitte sag etwas, Tessa.« Jems Stimme zitterte. »Ich fürchte, du denkst, ich würde vorgestern Nacht bedauern. Aber das tue ich nicht.« Seine Daumen strichen über ihr Handgelenk, über die nackte Haut zwischen Ärmel und Handschuh. »Ich bedaure lediglich, dass alles so schnell gegangen ist. Ich … ich hätte dir gerne den Hof gemacht. Dich vielleicht zu einem Ausflug mitgenommen, natürlich in Begleitung einer Anstandsdame.«
»Anstandsdame?« Tessa musste unwillkürlich lachen.
Doch Jem fuhr unbeirrt fort: »Ich hätte dir gerne zuerst von meinen Gefühlen erzählt, ehe ich sie dir gezeigt hätte. Hätte Gedichte für dich verfasst…«
»Aber du magst Gedichte doch gar nicht«, warf Tessa ein, mit einer Mischung aus Erleichterung und Lachen in der Stimme.
»Nein, Aber du weckst in mir den Wunsch, welche zu schreiben. Zählt das denn gar nicht?«

Aber Jem, der gute und liebe Jem, der verbringt viel Zeit mit Tessa, zeigt ihr ganz London und noch viel mehr. Er ist der Ruhepol und gleichzeitig auch stürmisch und nervös und eben ein richtiger Teenager. Und er macht Tessa einen Heiratsantrag und komponiert ihr ein Lied und das ist eben einfach alles so dämlich und wunderschön romantisch.
Charlotte und Henry sind nicht weniger süß. Charlotte ist die kleine und so starke Leiterin der ganzen Gruppe und des Instituts und deswegen so cool. Genauso, wie ihr lieber Mann Henry, der verrückte und sogleich geniale Erfinder. Magnus Bane, der Magnus Bane nennt ihn schließlich nicht einfach so ein Genie!
Und Cassandra Clares Schreibstil ist natürlich, wie schon so oft und auch immer wieder gerne erwähnt, einfach super!

»Es ist ja nicht so, als würde Mortmain auf offiziellem Weg eine Beschwerde gegen die Nephilim einreichen. >Bin sehr verstimmt über die Weigerung aller Schattenjäger zu sterben, wo dies doch mein inniglichster Wunsch war. Verlange Entschädigung. Barscheck bitte an folgende Adresse: A. Mortmain, 18 Kensington Road…<«

Die Autorin

Schon als Kind hat Cassandra Clare viel gelesen. Bücher waren ihre treuesten Begleiter in einer Zeit, in der ihre Eltern mit ihr durch die Welt zogen. Cassandra Clare lebte, noch bevor sie zehn Jahre alt war, in vielen Ländern, darunter die Schweiz, England und Frankreich. Nach dem College ging sie nach Los Angeles und New York, um für diverse Unterhaltungsmagazine zu schreiben. Die Welt von Britney Spears und Paris Hilton war jedoch nicht wirklich die ihre. 2004 begann Cassandra Clare ihren ersten Roman zu schreiben, inspiriert vom Bezirk Manhattan in ihrer Lieblingsstadt New York. Mit ihren „Chroniken der Unterwelt“ war sie schnell so erfolgreich, dass sie 2006 den Job als Societyreporterin an den Nagel hängen konnte. Heute lebt sie mit ihrem Freund und zwei Katzen in Brooklyn, New York.

Fazit: Ein Muss für jeden Schattenjägerfan und auch für jeden, der gerne Liebesgeschichten einer anderer Dimension liest, denn wer braucht schon ein Liebesdreieck, wenn es einfach noch besser geht? Und dann ist auch noch Aktion und Witz dabei, was will man mehr!!

Plot : ✪✪✪✪✪/5✪
Cover : ✪✪✪✪/5✪
Charaktere : ✪✪✪✪✪/5✪

»Ich habe die Briefe selbst aus dem Feuer gefischt. Und jeden einzelnen gelesen. Jedes deiner Worte. Du und ich, Tess, wie sind einander sehr ähnlich. Wir leben nur für das geschriebene Wort. Denn es waren Bücher, die mich davon abgehalten haben, mir das Leben zu nehmen, als ich dachte, ich würde niemals jemanden lieben können, niemals geliebt werden. Es waren Bücher, die mir das Gefühl schenkten, dass ich vielleicht doch nicht ganz allein auf der Welt bin. Bücher konnten mir die Wahrheit sagen und ich ihnen. Als ich deine Worte las – das was du geschrieben hast … dass du manchmal einsam warst und Angst hattest, dabei aber immer tapfer und mutig geblieben bist … die Art und Weise, wie du die Welt gesehen hast , ihre Farben und Strukturen und Geräusche … da hatte ich das Gefühl … das Gefühl, genauso zu empfinden wie du. Ich dachte, hoffte, fühlte, träumte wie du. Ich spürte, dass ich zusammen mit dir träumte, dachte und fühlte. Ich träumte von den Dingen, von denen du träumtest, wollte alles, was du wolltest – und dann ist mir bewusst geworden, dass ich im Grunde dich wollte, nur dich. Das Mädchen, das sich hinter diesen Briefen verbarg. Ich habe dich vom ersten Moment an geliebt, von dem Moment, in dem ich deine Briefe las. Und ich liebe dich noch immer.«

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5 Gedanken zu „Cassandra Clare – Clockwork Prince: eine Rezension

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