Benjamin Alire Sáenz – Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums: eine Rezension

Autor Benjamin Alire Sáenz
Übersetzerin Brigitte Jakobeit
Titel Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 383 Seiten
Verlag Thienemann
ISBN 3522201922
Preis 16,99€ bei amazon
Genre Young-Adult, Liebe, Erwachsenwerden
Erschienen am 16. Juli 2014

Inhalt

Dante kann schwimmen. Ari nicht. Dante kann sich ausdrücken und ist selbstsicher. Ari fallen Worte schwer und er leidet an Selbstzweifeln. Dante geht auf in Poesie und Kunst. Ari verliert sich in Gedanken über seinen älteren Bruder, der im Gefängnis sitzt. Mit seiner offenen und einzigartigen Lebensansicht schafft es Dante, die Mauern einzureißen, die Ari um sich herum gebaut hat. Ari und Dante werden Freunde. Sie teilen Bücher, Gedanken, Träume und lachen gemeinsam. Sie beginnen die Welt des jeweils anderen neu zu definieren. Und entdecken, dass das Universum ein großer und komplizierter Ort ist, an dem manchmal auch erhebliche Hindernisse überwunden werden müssen, um glücklich zu werden! In atemberaubender Prosa erzählt Sáenz die Geschichte zweier Jungen, die Loyalität, Freundschaft, Vertrauen, Liebe – und andere kleine und große Geheimnisse des Universums entdecken.

Meine Meinung

Das Buch hat mir wiedereinmal tumblr näher gebracht. Sämtliche Buchblogger haben es gelesen, geliebt und weiterempfohlen und weil sie mich bis jetzt noch nicht enttäuscht haben, habe ich mir auch dieses Buch gewünscht.

»Das Problem mit meinem Leben war, dass ich nicht selbst darüber bestimmte.«

Das amerikanische Cover ist eines der schönsten Cover, die ich kenne und das deutsche ist damit nicht zu vergleichen. Es ist um Längen simpler gehalten und man sieht einen Jungen, der auf dem Rücken im Wasser schwimmt. Aber im Grunde spielt das Cover ja nur eine etwas geringere Rolle. Aber enttäuscht war ich trotzdem.

»Irgendetwas passierte in mir, als ich in das weite Universum blickte. Durch dieses Teleskop war die Welt näher und größer, als ich sie mir je vorgestellt hatte. Alles war so schön und überwältigend und – ich weiß nicht – es machte mir bewusst, dass etwas in mir von Bedeutung war.«

Der Plot dagegen ist wunderschön und wunderbar und berauschend und so liebenswert. Denn es ist eine Liebesgeschichte und gleichzeitig eine Geschichte vom Erwachsenwerden. Von einem Jungen, der nicht schwimmen kann und nicht so genau weiß, wie er im Leben nicht ertrinkt. Ein Junge, der nicht weiß, wer er ist, wer er sein kann und wie er sein kann.

»Wahrscheinlich hatte ich es ganz gut. Vielleicht liebten mich nicht alle, aber ich gehörte auch nicht zu denen, die von allen gehasst wurden. Ich konnte mich gut verteidigen, deshalb ließ man mich in Ruhe. Die meiste Zeit war ich unsichtbar. Ich glaube, mir gefiel das so. Und dann kam Dante.«

Und eine Geschichte von einem anderen Jungen, der ihm das Schwimmen beibringt. Der ihm zeigt, wie man überlebt und nicht ertrinkt und mit ihm zusammen das tut, was man eben tun sollte, um zu sein. Das ist die Geschichte über zwei Jungen, die sich finden und finden und finden. Über Freundschaft und das Leben.
Und das ist es so wert, weil die Gespräche der beiden, Aris Gedanken und Dantes Einfälle etwas sind, was es zu beschützen heißt. Die Gedichte und Fürsorge dem anderen gegenüber.

»Eine Träne lief ihm über die Wange. Im Licht der untergehenden Sonne erinnerte sie an einen Fluss. Ich fragte mich, wie es wohl war, ein Junge zu sein, der einen toten Vogel beweint. (…) Und irgendwie fand ich, dass Dantes Gesicht eine Landkarte der Welt war. Einer Welt ohne Dunkelheit. Wow, eine Welt ohne Dunkelheit. Wie schön war das denn?«

19-ari-und-danteAri, eigentlich Aristoteles Mendoza ist Mexikaner mit einer Familie, in der nicht alles so wunderbar ist. Die Geschichte beginnt, als er 15 Jahre alt ist und sich nicht so sicher ist, wer er zu sein hat. Er ist ein gutaussehender Junge, wie sein Vater und als Jüngster Sohn für seine Mutter sehr teuer. Sein Papa hingegen ist wiederrum ein etwas komplizierterer Mensch und für den Teenager nicht so leicht zu verstehen. Und im Sommer seiner 15 Lebensjahres lernt er Dante kennen.

»Und er hatte nichts Gemeines an sich. Mir war nicht klar, wie man in einer gemeinen Welt leben kann, ohne dass ein bisschen von dieser Gemeinheit auf einen abfärbt. Wie konnte jemand ohne einen Hauch von Gemeinheit leben? Dante wurde ein weiteres Geheimnis in einer Welt voller Geheimnisse.«

Dante Quintana ist ganz anders, als der stille Ari. Er ist besserwisserisch, frech und hat nette, aber auch strenge Eltern. In seiner Familie ist eine ganz andere Stimmung, als bei Ari zu Hause und das bemerkt dieser. Dante zeichnet gerne, mag nicht gerne Schuhe tragen und ist ein ziemlich emotionaler Mensch.

»Ich hätte gern gewusst, wie es ist, jemandem die Hand zu halten. Ich konnte mir vorstellen, dass man manchmal alle Geheimnisse des Universums in der Hand eines anderen entdecken konnte.«

Er sprüht vor Leben und Ari ist tief beeindruckt von ihm. Und er liebt die Sterne, denn Sterne sind etwas wunderbares, genau wie das Universum. Zwei absolut liebevoll gestaltete Charaktere, die etwas haben, was sie füreinander perfekt macht.

»Ich wollte ihnen sagen, dass ich nie einen Freund gehabt hatte, nie, keinen richtigen. Bis Dante kam. Ich wollte ihnen sagen, dass ich nicht gewusst hatte, dass es Menschen wie Dante auf der Welt gab, Menschen, die gern Sterne deuteten und die Geheimnisse des Wassers kannten, die genau wussten, dass Vögel in den Himmel gehörten und nicht von gemeinen, dummen Jungs in ihrem anmutigen Flug abgeschossen werden sollten.«

Benajmin Alire Sáenz‘ Schreibstil ist poetisch und angenehm und trotzdem leicht verständlich.

Der Autor

Benjamin Alire Sáenz schreibt Lyrik und Prosa für Erwachsene und Jugendliche. Er wurde für seine Bücher für Erwachsene mit dem PEN/Faulkner Award und dem American Book Award ausgezeichnet. Auch seine Jugendbücher, darunter „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“, erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Er unterrichtet Kreatives Schreiben an der University of Texas in El Paso.

Fazit: Ein Buch, das wirklich jeder lesen sollte, der eine gute Liebesgeschichte schätzt und nicht mehr diesen »08/15-Kram« möchte. (Nicht falsch verstehen, ich schätze 08/15-Kram). Es ist etwas Neues und gleichzeitig so alt, wie die Menschheit. Ein Jugendbuch für alle die, die ihren Platz auf der Welt noch nicht gefunden haben.

»Küss mich.«
»Nein.« Und dann lächelte er. »Du küsst mich.«
Ich legte meine Hand auf seinen Nacken und zog ihn an mich. Und ich küsste ihn. Ich küsste ihn. Und ich küsste ihn. Und ich küsste ihn. Und ich küsste ihn. Und er küsste mich zurück.

Plot : ✪✪✪✪✪/5✪
Cover : ✪✪✪✪/5✪
Charaktere : ✪✪✪✪✪/5✪

»Warum lächeln wir? Warum lachen wir? Warum fühlen wir uns allein? Warum sind wir traurig und verwirrt? Warum lesen wir Gedichte? Warum weinen wir, wenn wir ein Gemälde sehen? Warum ist unser Herz in Aufruhr, wenn wir lieben? Warum schämen wir uns? Was ist das Ding in unserer Magengrube, das wir Sehnsucht nennen?«

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