Fahrenheit 451 – Ray Bradbury: eine Rezension

09-fahrenheit-451Autor Ray Bradbury
Übersetzer Fritz Güttinger
Titel Fahrenheit 451
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 240 Seiten
Verlag Diogenes
ISBN 3257208626
Preis 9,90€ bei amazon
Genre Dystopie; Philosophie
Erschienen am 1. September 1981

Inhalt

451 ‚Fahrenheit 451‘ ist die Temperatur, bei der „Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt“. In Ray Bradburys Zukunftsvision ist die Feuerwehr nicht mehr mit Wasserspritzen ausgerüstet, sondern mit Flammenwerfern, die genau diesen Hitzegrad erzeugen, um die letzten Zeugnisse individualistischen Denkens – die Bücher – zu vernichten. Da -beginnt der Feuerwehrmann Guy Montag, sich Fragen zu stellen… Die beängstigende Geschichte von einer Welt, in der das Bücherlesen mit Gefängnis und Tod bestraft wird, ist ein zeitloses Plädoyer für das freie Denken.

Meine Meinung

Dieses Buch ist ein weiterer Klassiker, den ich mir bei rebuy gebraucht erstanden habe, um seinen Wert zu testen.

Das Cover meiner Diogenes-Ausgabe ist nicht so wirklich schön. Man kann einen Mann mit einer Art Waldgeist tanzen sehen, doch was sie uns hier mit dem Buch in Verbindung bringen lassen wollen, kann ich nicht erkennen. Der Künstler könnte natürlich damit den Freiheitsdrang und die Muse an sich darstellen, aber so wirklich schön finde ich das nicht. Aber es gibt ja, vor allem bei den englischen Ausgaben, auch schönere Gestaltungen. Ansonsten hat das Buch im Inneren keine wirklichen Besonderheiten, abgesehen von den schwarzen Buchstaben auf weißem Grund.

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Die Geschichte ist eine Utopie bzw. viel mehr eine Dystopie und diese Geschichte ist wirklich sehr real dargestellt. Bei vielen Dystopien müsste ja doch einiges – von unserem heutigen Standpunkt aus – geschehen, um es so weit kommen zu lassen. So zu Beispiel »1984« von George Orwell oder »Schöne neue Welt« von Aldous Huxley. Es erinnert mich an eine etwas ältere Version von »Die Rebellion der Maddy Freeman« von Katie Kacvinsky, wo die Protagonistin auch gegen die absolute Desozialisierung der Welt durch den ständigen Onlinewahn kämpft. Bei Fahrenheit 451 ist das Verbrennen von Büchern eben noch einmal ein weiterer Schritt, um die Kontrolle über die Bevölkerung nicht zu verlieren. Das absurde ist ja, dass die Feuerwehr nicht mehr Feuer löscht, sondern nur noch existiert, um Bücher ins Feuer zu werfen. Enorm und genial sozialkritisch.

»Nun sah er den Mond tief am Himmel. Der Mond dort und er Mondschein, woher hatten sie ihr Licht? Von der Sonne natürlich. Und was gibt der Sonne ihr Licht? Ihr eigenes Feuer. Und die Sonne verbrennt immer weiter, Tag für Tag. Die Sonne und die Zeit. Die Sonne und die Zeit und das Verbrennen. Das Verbrennen. Sachte dümpelte er flussabwärts. Das Verbrennen. Die Sonne und jede Uhr auf Erden. Alles verschmolz ihm innerlich zu einem einzigen Ganzen. Nachdem er sich lange hatte treiben lassen auf dem Land und eine kurze Zeit auf dem Wasser, erkannte er, warum er zeit seines Lebens nie mehr brennen durfte. Die Sonne verbrannte jeden Tag. Sie verbrannte die Zeit. Die Welt raste im Kreis herum und drehte sich um ihre Achse, und die Zeit war ohnehin fleißig daran, die Jahre und die Menschen zu verbrennen, ohne daß er dabei nachhalf. Wenn auch er noch Dinge verbrannte, und die Sonne verbrannte die Zeit, dann hieß das, daß alles verbrannte.«

Die Hauptperson Guy Montag ist eben Mitglied dieser Feuerwehr und verbrennt Bücher zusammen mit seinen Kollegen. Er ist mit Mildred verheiratet und die beiden haben keine Kinder. Mildred ist ein Vorbild für die angepasste Bevölkerung. Sie verbringt den ganzen Tag immer verbunden und Fernsehend. Die Geschichte beginnt, als Guy ein kleines Mädchen, Clarisse kennenlernt und diese sich mit ihm unterhält, denn Clarisse sieht die Welt und die Menschen und auch die Probleme. Sie lebt und in Guy Montag hat sie etwas entdeckt, dass sie dazu verleitet ihm das alles zu zeigen.

Als Clarisse schließlich verschwindet, beginnt aus dem braven Feuerwehrmann Guy Montag eine lange brodelnde Revolution gegen das System hervorbrechen. Er lässt Bücher mitgehen immer eines nach dem anderen. Und als er auffliegt, begibt er sich auf die Flucht.
Ray Bradburys Schreibstil ist teilweise ein bisschen holprig, aber dann wieder so unglaublich poetisch.

Autor

Ray Bradbury gehört zu den großen Science-Fiction-Autoren Amerikas. Geboren 1920 in Waukegan, Illinois, begann Bradbury unmittelbar nach der Highschool mit dem Schreiben fantastischer Geschichten. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich anfangs noch als Zeitungsverkäufer, bald aber konnte er seine Erzählungen in diversen Zeitschriften veröffentlichen. 1953 wurde Bradbury mit seinem Roman „Fahrenheit 451“ schlagartig weltberühmt, nicht zuletzt auch dank der Verfilmung durch François Truffaut. Mehr als 600 Geschichten und über 30 Bücher hat der Vater von vier Töchtern seither publiziert. Aber auch außerhalb der Literatur ist Bradbury immer wieder gefragt: U. a. engagierte er sich als Experte für das Fantastische bei Disneyland Paris. Heute lebt Bradbury in Los Angeles

Fazit: Ein Klassiker und eine Dystopie, die ich jedem empfehlen kann, vor allem den Bücherliebhabern und den Freunden poetischer und sozialkritischer Bücher und Geschichten, denn das hier ist die Liebesgeschichte vom Leben und dir selbst!
Plot ✪✪✪✪✪/5✪
Cover ✪✪✪/5✪
Charaktere ✪✪✪✪/5✪

»Alles will ich jetzt sehen. Wenn es in mich hineingeht, gehört zwar noch nichts davon zu mir selbst, aber nach einiger Zeit schließt sich innwendig alles zusammen, und dann gehört es zu mir selbst. Schau dir die Welt dort draußen an, du mein Gott, schau sie dir an dort draußen, vor deiner Nase, und die einzige Möglichkeit, überhaupt an sie heranzukommen, ist, sie dorthin zu tun, wo sie schließlich zu mir gehört, zu meinem eigene Fleisch und Blut. Ich will sie mir aneignen, daß sie mir nie wieder entrinnt. Ich will sie mir einverleiben, mit einem Finger rühre ich bereits daran, das ist ein Anfang.«

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2 Gedanken zu „Fahrenheit 451 – Ray Bradbury: eine Rezension

  1. Danke dir für diesen tollen Beitrag! Ich habe Ray Bradburys Fahrenheit 451 vor ca. einem Jahr gelesen, und finde seither, dass dieser Klassiker seinen Namen wirklich verdient hat und mehr Aufmerksamkeit verdient. Ich finde es auch sehr sympathisch, dass ich nicht die einzige bin, die dieses Cover seltsam und wenig ansprechend findet – aber ich glaube, das ist beim Diogenes Verlag öfter der Fall, dass sich der Leser beim Anblick des Covers fragt: „Was will uns der Künstler damit sagen?!“
    Falls du außerdem Interesse an ein bisschen Vernetzung mit anderen Bloggern haben solltest: ich habe dich für den Mystery Blogger Award nominiert und würde mich freuen, wenn du daran teilnehmen würdest! Ich bin sehr gespannt, wie du meine Fragen beantworten würdest. 🙂
    Alles Liebe,
    Ida

    Gefällt 1 Person

    • Hi!
      Dankeschön 🙂
      Fahrenheit 451 ist nach wie vor eine meiner liebsten Dystopien, einfach weil es auch wirklich gut und sehr schön metaphorisch geschrieben ist.

      (Ich hab schon ewig keinen Award mehr gemacht, da passt das doch wunderbar 😉 – Dankeschön für die Nominierung)

      Gefällt 1 Person

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