Herzklopfen auf Französisch – Stephanie Perkins: eine Rezension

05-herzklopfen-auf-franzosischAutorin Stephanie Perkins
Übersetzerin Stefanie Mierswa
Titel Herzklopfen auf Französisch
auf Englisch:
Anna and the Frenchkiss
Hardcover/Softcover Ausgabe
Seitenzahl 445 Seiten
Verlag cbj Verlag
ISBN 3570402207
Preis 8,99€ bei amazon
Genre Liebe, Young-Adult, Fraundschaft
Erschienen am 13. Januar 2014

Inhalt

Ein Jahr in Paris? Die 17-jährige Anna könnte sich etwas Besseres vorstellen, als in einem Land zur Schule zu gehen, dessen Sprache sie noch nicht spricht. Und dafür muss sie auch noch ihren Schwarm in Atlanta zurücklassen. Doch schon bald lernt die angehende Filmkritikerin das französische Leben zu schätzen: echter Kaffee, wunderschöne Gebäude und Kinos, und der attraktive Étienne, der Anna durch das schöne Paris führt – und zu ihrem besten Freund wird. Doch als ihre Beziehung immer enger wird, sind beide verunsichert. Und das nicht nur, weil Étienne eine Freundin hat…
Eine wunderschöne Liebesgeschichte in der romantischsten Stadt der Welt!

Meine Meinung

Das deutsche Cover ist einfach irre nichtssagend und nicht einmal 1/5 so schön, wie das amerikanische. Ein Mädchen, das in einer merkwürdigen Pose (sie soll wohl witzig und nachdenklich zugleich wirken) auf einer verschnörkelten Bank vor, na wer weiß es? Genau, dem Eifelturm sitzt. Und dann der Titel: Herzklopfen auf Französisch. Das passt dann wirklich nur halb so gut in eine Reihe, wie in Amerika. Die Autorin hat nämlich noch einmal zwei Bücher geschrieben, in denen eben nochmal ein paar der Charaktere auftauchen, die schon im ersten Buch (also diesem hier) mitgemischt haben. Josh, ein guter Freund von Étienne darf sein Glück im dritten Band finden. Eine Reihe also, irgendwie.
Und die passen, wie schon gesagt sowohl äußerlich als auch im Namen viel besser zusammen:

Anna and the Frenchkiss – Lola and the Boy next door – Isla and the happily ever after ♥
Aber was solls?

Die restliche Gestaltung ist ganz nett. Erhältlich sind die deutschen Ausgaben auch nur im Taschenbuch, also nochmal halb so schön im Regal, als es eh schon ist. Was muss ein auf Ästhetik achtender Bücherwurm nicht alles erleiden?
Die Seitenzahlen sind von kleinen Herzen umrahmt und die Kapitel sind in schnulzig schöner Schnirkselschrift geschrieben. Ganz nett.
Und die fiktiven Charaktere sind einfach hinreißend.
Anna Oliphant, Anna Banana. Angehende Filmkritikerin und Tochter eines Autoren von Schnulzenromanen, so Nicholas Sparks-Style eben. Das ist ihr allerdings ein bisschen peinlich und sie spricht nicht so gerne darüber. Sie hat einen kleinen Bruder Sean und eine beste Freundin mit dem Namen Bridgette und das ist auch noch einer von netten Details. Anna und Bridgette haben da dieses Nette Abkommen unter besten Freunden: Sie kaufen sich kleine Figürchen: Für Anna immer eine Banane, wegen Anna Banana und für BRIDGEtte immer eine Brücke.
Sie ist schlagfertig und hat ihren ganz eigenen Modestyle. Zum Beispiel färbt sie sich immer eine Strähne ihres braunen Haares weiß.
Ihre Eltern haben sie zwingendermaßen nach Paris an die SOAP (School of America in Paris) geschickt, weil ihr Vater der Meinung war, er müsse ebenso kultiviert und eben mit seinem Reichtum angebend sein, wie die anderen reicheren amerikanischen Bürger.
Davon ist Anna nicht so begeistert, aber jegliches Wehren ist fehlgeschlagen.
In Paris an der SOAP lernt sie gleich am ersten Tag Meredith kenne, ein etwas rundlicheres Mädchen mit vielen Locken und kitschig-bunten Ringen. (fast wie Eleanor aus »Eleanor und Park« von Rainbow Rowell) und Étienne St.Clair, den wahrscheinlich attraktivsten französisch-amerikanischen Jungen, den man sich vorstellen kann. Er hat dunkelbraune 80-anna-und-etienneRehaugen und Haar, das nach Anna: Ich-tue-so-als-wäre-es-mir-egal-dabei-ist-es-das-in-Wirklichkeit-garnicht-Haar ist. Wunderschönes Haar. Also die Frisur, die mit Gel so aufwendig hingestylt ist, dass es den casual- ich-bin-gerade-aufgewacht-Look ganz gut darstellt. Künstlerhaar oder Musikerhaar.

»Französischer Name, englischer Akzent, amerikanische Schule. Anna verwirrt.«

Er ist ein bisschen klein aber das ist nicht schlimm. Unwiderstehlicher Charme und nette Grübchen. Und dann ist er auch noch total lieb, ein Geschichtsfreak und mit einer schrecklichen bis problematischen Familie gesegnet.
Neben Étienne und Meredith sind auch noch Rashmi und Josh Teil der Gruppe.

Während sie zu Anfang noch ein Paar sind, geht es bei den beiden immer ein bisschen schlechter, je weiter die Geschichte voranschreitet. Josh ist Künstler, er zeichnet gerne Comics und nimmt die Schule überhaupt nicht ernst, weswegen er schon ein Jahr 79-anna-and-the-frenchkiss-squadwiederholen musste und deswegen nicht mit den anderen im Abschlussjahrgang ist. Rashmi hat ein Häschen mit dem Namen Isis und ist zumindest zum Teil indischer Herkunft. Sie hat schwarze Haare und eine blaue Brille und ist eigentlich eine gute Freundin mit teilweise starken bis sehr starken Gefühlsschwankungen.

»Sagst du mir bitte, dass du mich liebst? Ich sterbe hier gerade.«

Ach und noch ein kleiner Spoiler: Es gibt ein Happy End auf ganzer Länge!
Und obwohl das wirklich jedem klar ist, wie es ausgehen muss, bereitet es einem nicht weniger Lesevergnügen, denn der Schreibstil ist ebenso fabelhaft, wie der Witz der Sprüche und der Liebreiz der Personen, wie sie interagieren, ihre guten und schlechten Seiten, ihre Wünsche und Ängste und alles erlebt man hautnah, weil du so mitfieberst. Eben einfach eine Liebesgeschichte, aber eben eine wunderschöne, fast schon unrealistisch. 😉

Die Autorin

Stephanie Perkins, geboren in North Carolina, ist in Arizona aufgewachsen und hat in San Francisco und Atlanta studiert. Sie hat schon immer mit Büchern gearbeitet – erst als Buchhändlerin, dann als Bibliothekarin und jetzt als Autorin. Sie liebt spannende Abenteuer, Mocca Latte, Märchen, laute Musik, Nachmittagsschläfchen und Küssen. »Rendezvous in Paris« ist ihre dritter Jugendroman.

Fazit: Natürlich einer dieser Liebesromane, bei dem man ganz genau weiß, was am Ende passiert. Und dennoch erfrischend unkitschig und mit viel Witz und trotzdem Gefühl. Die Idee ist sicher nicht neu aber wie meist bei diesen Romanen: eine willkommene und höchst gelungene Ablenkung vom realen, langweiligen Leben.

Plot : ✪✪✪✪/5✪
Cover : ✪✪/5✪
Charaktere : ✪✪✪✪✪/5✪

»Denn ich hatte Recht. Für Étienne und mich ist Zuhause kein Ort, sondern eine Person. Und wir sind endlich zu Hause angekommen.«

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